Osama bin Fischer

Nach über einer Woche sitzt der Schock in Deutschland immer noch tief. Osama bin Laden ist tot. Die 10.000 Japaner, die bei einem Tsunami starben, beschäftigten die Volksseele hingegen nicht. Wahrscheinlich, weil die Überschwemmung die Rache der Natur für Fukushima war. So was kommt eben von so was. Selbst schuld, baut halt Windräder. Die Navy Seals aber sind keine Naturkatastrophe, die sind Auge und Zahn. Außerdem hat Osama keine Atomkraftwerke gebaut, was für ihn spricht.

Er ist uns ohnehin näher als die seltsamen Japaner. Er hat eine kritische Meinung zu Israel, zu den USA, zum Kapitalismus und der Globalisierung. Wie wir. Er stellt seine Religion selbstbewusst zur Schau, was Annete Schavan ja so am Islam schätzt und entspricht auch sonst dem Bild eines gemütlichen Ex-Radikalen. Das waren wir in Deutschland auch einmal, radikal. Ex-Nazi, Ex-Oberterrorist, wir wissen, dass man sich ändern kann. Osama hat sich geändert. Die Amis aber nicht und die Japaner auch nicht.

Von daher sollte die Frage erlaubt sein, was gewesen wäre, wenn ein Anti-Konflikt-Team der Berliner Polizei den „Terroristen“ (der für andere Freiheitskämpfer ist) in Pakistan besucht hätte? Er wäre für ihre Argumente zugänglich gewesen und mit ihnen zusammen in das Flugzeug gestiegen. Noch im internationalen Luftraum hätte er eingewilligt, an Westerwelles Aussteigerprogramm für Islamisten teilzunehmen und in Berlin gelandet, wäre ihm ein roter Teppich von der Linken und den Grünen ausgerollt worden. Die SPD hätte da auch gerne mitgemacht, aber weil Gregor Gysi vor laufenden Kameras poltert, dass eine Partei, die einen Sarrazin in ihren Reihen hat, für Migranten keine Option sein kann, trauen sich die Sozialdemokraten nicht. Die CDU bleibt dem Empfang zwar fern, lädt den Neuen aber zur Islamkonferenz ein. Die FDP wiederum ist neutral. Sie ist weder dafür noch dagegen, dass Osama dies oder jenes macht.

Vermutlich hätte der Wolkenkratzerkritiker sich dann der Linken angeschlossen (nachdem ihn die Grünen ablehnten,  weil er jahrelang seinen Müll nicht getrennt und im Garten seiner Villa verbrannt hatte, was ihm der harte Kern der Partei dann doch nicht verzeihen konnte). Er ist schließlich auch ein entschiedener Gegner des Afghanistankrieges und fordert seit Jahren den Abzug der westlichen Truppen. Er würde im Ausländerbeirat sitzen und könnte den jungen Muslimen, die perspektivlos mit ihren iPhones spielen, ein Vorbild sein. Außerdem wäre es möglich, dass er an der Volkshochschule Kurse zum Thema Videoschnitt und Rhetorik anbietet und zusätzlich etwas Geld mit Werbung für ein Bartfärbemittel verdient.

Warum hätte es nicht gelingen sollen, Osama zu integrieren? Er war früher ein Hitzkopf, klar, er hat ein paar amerikanische Städte angegriffen, okay, aber Joschka Fischer schlug auch auf Polizisten ein und später wurde er zum beliebtesten deutschen Politiker. Und genau das wäre die längerfristige Perspektive gewesen: Osama bin Laden, der erste deutsche Außenminister mit muslimischem Migrationshintergrund.

Um dieses Happy End haben uns die Amis nun gebracht. Vielleicht versteht man jetzt besser, warum in Deutschland der amerikanische Jubel mit so viel Empörung aufgenommen wird. Ihr habt uns einen guten Mann genommen, ihr kulturlosen Micky Mäuse.

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6 Kommentare - “Osama bin Fischer”

  1. Wachsamer Says:

    Das ist ja übelste Polemik, was Sie von sich geben. Oder ist das hier politisches Kabarett von rechts? Alles wenn das hier nicht komplett als Spaß gedacht ist (naja, der Humor hält sich in engen Grenzen, hab schon mehr gelacht), dann kann ich mir nur verwundert die Augen reiben. Sie werfen hier ja wirklich alles in einen Topf, nur um die ach so bösen Linken zu verunglimpfen. Ist es wirklich so, dass jemand, der internationales Recht einfordert und gegen die Tötung eines Menschen ist (ja, auch Osama bin Laden ist ein Mensch), automatisch ein Anhänger von Al Qaida ist? Dann haben Sie aber ein sehr simples Weltbild. Für Sie ist Gut und Böse wohl sehr eindeutig gekennzeichnet. na dann, weiterhin viel Spaß mit Ihrem Weltbild 😉

    Schöne Grüße vom Wachsamen

  2. Gideon Böss Says:

    „Ist es wirklich so, dass jemand, der internationales Recht einfordert und gegen die Tötung eines Menschen ist (ja, auch Osama bin Laden ist ein Mensch), automatisch ein Anhänger von Al Qaida ist?“

    Nö, habe ich auch nicht behauptet. Lesen Sie mal das von mir, das ist noch schlimmer: http://boess.welt.de/2011/05/04/auge-um-auge-familienvater-um-familienvater/

  3. Wb Says:

    Da muss auch ich die Linke in Schutz nehmen – die deutsche Linke hätte sicherlich nach einer Festsetzung des Wolkenkratzerkritikers durch ein geeignetes deutsches Team und einem folgenden fairen Verfahren in Stammheim (BW, ein grünes Kernland) nichts gegen ein Lebenslänglich einzuwenden gehabt.

    D.h. der Kollege wäre nach vielleicht 15-20 Jahren auf dem Gnadenwege wieder herausgekommen, um dem dann immer stärker in Deutschland auftretenden Islamismus entgegenzutreten, ein Zeichen zu setzen, dass man trotz allem immer noch in der Lage ist als Erster die Hand zu reichen.

    Oookay, dann wäre da noch das heikle Thema der Sicherheitsverwahrung gewesen, die einige Rechte sicherlich gefordert hätten,…, überhaupt wäre das DIE Frage gewesen, wenn alles so wie im Artikel hypothetisch angedacht stattgefunden hätte: Ist ein in Stammheim festgesetzter Osama bin Laden eigentlich überhaupt noch gefährlich?

    Wb


  4. Linktipp, ohne automatisch in den Spam-Ordner verschoben zu werden.
    Waffenbefürworter wehren sich gegen sozialistische Waffenverbotsforderungen auf http://www.liberales-waffenrecht.de .

  5. Gold Star Says:

    „Die Amis“ haben uns nicht nur dieses „happy end“ gebracht,sondern den muslimischen Terrorismus jahrzehntelang verdeckt (via Pakistan,Saudi-Arabien) unterstützt (siehe Artikel „Our Terrorists“ von Nafeez Ahmed). Das ideologische Fundament für den lukrativen „war on terror“ wurde 1979 auf der Jerusalem Conference on International Terrorism gelegt. Konkrete Kriegsplanungen folgten Jahre später im Stretegiepapier erzkonservativer Neocons in den USA (PNAC). Als dann im Sept. 2001 ein Haufen Saudis, die längst im Visier der Geheimdienste waren, die gesamte Flugsicherheit und den größten Militärapparat der Welt mit Teppichmessern übertölpelte und eine 47-stöckige, massive Stahlkonstruktion (WTC7) aufgrund von Bürofeuern (NIST), innerhalb weniger Sekunden, in zum Teil freier Fallgeschwindigkeit, nahezu symmetrisch kollabierte, obwohl kein Flugzeug in das Gebäude geflogen war, da hatten die USA endlich ihren Anlass, um mit dem Massenmord in Afghanistan und im Irak zu beginnen, um ihre strategischen Interessen in der ressourcenreichen Region zu verfolgen.

  6. huhu Says:

    Hinterlasse eine Antwort, sie wird vom Autoren garantiert zensiert.

    Dickhead.


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