Der Spiegel, israelische Killer und angebliche Terroristen

Ich habe den Spiegel-Jahresrückblick für 2010 gelesen und da ist mir eine Kleinigkeit aufgefallen. Und zwar wird im Inhaltsverzeichnis der Text „Tod in Dubai“ angekündigt, zu dem es weiter heißt*:

Ein hoher Funktionär der palästinensischen Hamas wird in einem Hotelzimmer von israelischen Agenten ermordet.

Erstaunlich, was der Spiegel da als Fakt mitteilt. Bewiesen ist das nämlich nicht und da würde man doch vermuten, dass etwas vorsichtiger formuliert wird. Interessant ist das vor allem, weil der Spiegel sich umgekehrt bei israelischen Quellen sehr um Distanz bemüht. Aktuelles Beispiel ist dieser winzige Artikel. Kostproben:

Die israelische Staatsanwaltschaft hat zwei mutmaßliche Terroristen angeklagt.

Sie sollen militante Kämpfer der Hamas und der Muslimbruderschaft sein.

Dabei geht es um einen angeblich geplanten Anschlag auf das Teddy-Kollek-Fußballstadion in Jerusalem, den der israelische Inlandsgeheimdienst hat nach eigenen Angaben verhindern konnte.

Drei weitere Palästinenser wurden demnach angeklagt, weil sie den Hauptverdächtigen Schusswaffen verkauft haben sollen.

Es gibt genau einen Satz in diesem Artikel, der ohne Einschränkung auskommt. Er liest sich in dieser Umgebung geradezu radikal:

Sie wurden bereits im November festgenommen.

Bei einem nicht aufgeklärten Mordanschlag in Dubai ist der Spiegel also der Meinung, dass man sich da ruhig auf Israel als Auftraggeber festlegen kann. Immerhin geht auch der Polizeichef von Dubai zu “99 Prozent” davon aus. Wenn in Israel aber mehrere Terroristen verhaftet werden, ehe sie einen Anschlag verüben können, wird darüber mit viel “angeblich” und “mutmaßlich” berichtet. Grundsätzlich ist das ja auch in Ordnung, denn solange die Verhafteten nicht verurteilt wurden, könnten die Vorwürfe auch haltlos sein. Aber warum gilt dieses Prinzip dann nicht auch umgekehrt für angebliche (!) israelische Agenten?

Offenbar hat man beim Spiegel mehr Vertrauen in den Polizeichef eines antisemitischen Landes, das seine asiatischen Gastarbeiter wie Sklaven behandelt, Frauen die Menschenrechte verwehrt und von Pressefreiheit nichts hält,  als in die unabhängige Justiz der liberalen Demokratie Israel.

* Die Überschrift im Heft lautet dann “Mord auf Zimmer 230″ und in der Einleitung wird klar gestellt, dass der Waffenhändler der Hamas “von einem Kommando des Mossad liquidiert” wurde.

(zuerst hier erschienen)

Advertisements
Explore posts in the same categories: Nicht kategorisiert

One Comment - “Der Spiegel, israelische Killer und angebliche Terroristen”


  1. Die Moslems fühlen sich in Europa immer mehr als Besatzer. Das sieht man nicht nur an der Totalverweigerung vieler sich in Deutschland, Frankreich oder GB zu integrieren, sondern viel mehr auch, dass die europäischen ” Schlampen” wie “Kriegsbeute” behandelt werden.


Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s


%d Bloggern gefällt das: