Konstantin Wecker, der singende Kopfbahnhof

Zufällig habe ich vor ein paar Tagen Konstantin Wecker im Fernsehen gesehen. Es ging um Stuttgart 21 und er sang irgendetwas, was er schon seit Jahrzehnten singt und mir fiel plötzlich auf, dass er die perfekte Symbolfigur für den S21-Widerstand ist. Wecker verändert sich nicht, er bleibt immer gleich. Man kann ihn ein paar Jahre aus den Augen verlieren und ihn dann zufällig in einem TV-Bericht über Hartz IV-Demonstrationen, Atomkraft-Proteste oder Friedensmärsche sehen und schon ist wieder alles wie früher. Er deckt auf, er weiß, was die eigentlichen Motive hinter den offiziellen Motiven sind. Mauscheleien, Skrupellosigkeit, Schmiergeld und ergaunerte Aufsichtsratsposten. Danach singt er seine Lieder, die jeder kennt, weil sie sich nie ändern, denn wo der Konstantin ist, da ist Stillstand. Die Welt ist heute eine andere als vor dreißig Jahren, Konstantin Wecker ist der alte geblieben. Er ist ein Ruhepol in rasanten Zeiten, der zu Mensch gewordene Kopfbahnhof.

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3 Kommentare - “Konstantin Wecker, der singende Kopfbahnhof”

  1. Jens Says:

    Eine gelungene Charakterisierung eines ewig auf der Stelle strampelnden „Progressiven“. Wenn ich an Konstantin Wecker denke, kommt mir stets das Bild vor Augen, das er vor Jahren im Fernsehen abgab: dort wurde er befragt, was er denn von einer – irgendwo im Bayerischen – geplanten Freilichtbühne mit Zigtausenden Besucherplätzen halte, die eigens für ihn (oder war das nur Weckers Interpretation?) entstehen solle? Wecker jedenfalls antwortete flugs, er sei ja nicht der erste, der in Bayern ein eigenes Konzerthaus gebaut bekäme, der letzte sei Richard Wagner gewesen, und die Vorstellung, sich in einer Art genealogischen Verbundenheit mit Wagner zu sehen, genoss er sichtlich. Was beweist, dass der der Mann nicht nur vollkommen unironisch, sondern auch noch größenwahnsinnig ist. Irgendwann kam dann eine kleine Koksgeschichte dazwischen und der Konstantin musste in den Knast, leider weiß ich nicht, was aus dem Bühnenprojekt geworden ist.

  2. Wachsamer Says:

    Ich finde das unglaublich lustig: Das Treffen der Konservativen bescheinigt Konstantin Wecker des Stillstands

    Meine Bitte sich doch mal näher mit Hr. Wecker beschäftigen, bevor man solche Thesen verbreitet und nicht irgendwelche Bemerkungen seinerseits (ober richtig oder falsch will ich gar nicht wissen) als symptomatisch hinstellen.

    Aber das intensiv mit jemanden Auseinandersetzen würde ja bedeuten, darüber nachdenken zu müssen und da könnte ja das feste weltbild aus den Fugen geraten.

  3. Gideon Böss Says:

    @ Wachsamer:

    „Das Treffen der Konservativen bescheinigt Konstantin Wecker des Stillstands“

    Keine Ahnung, ob ich konservativ bin. Solche Schubladen sind mir völlig gleich.

    Zum Thema Wecker habe ich alles weitere schon in meinem Artikel gesagt.


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