Archiv für November 2010

Wikileak enthüllt: Deutschland feiert Datenmissbrauch

November 29, 2010

Der Datenschutz ist den Deutschen gar nicht so heilig, wie es immer den Anschein hat. Zwar werden Google und Facebook mit überspannter Wachsamkeit beobachtet, auf dass sie niemals Daten an den Teufel bzw. „die Wirtschaft“ verkaufen, doch gleichzeitig wird der Staat als Verbündeter gesehen, obwohl dieser doch zweifellos die größte Krake von allen ist. Dass CDs mit gestohlenen Daten aus der Schweiz ganz offiziell von der Regierung eingekauft werden, finden die meisten Deutschen super. Weil auf der CD schließlich die Namen und Adressen von Steuersündern drauf sind. Böse Daten haben keine Rechte.

Das jüngste Beispiel für das seltsam gespaltene Verhältnis zum Datenschutz heißt Wikileak. Dort werden nun unzählige Informationen online gestellt, die US-Botschafter und Diplomaten über ihre jeweiligen Einsatzländer und dortigen Politiker in eine Datenbank eingespeichert haben. Es sind offene Worte, wie man sie wählt, wenn man unter sich ist. Das ist der Job von Botschaftern.

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Für die Israelisierung des Antiterrorkampfes

November 27, 2010

Kaum eine Diskussion finde ich so seltsam, wie die darüber, auf welche Weise künftig Terroristen an Flughäfen aufgehalten werden sollen. Aktuell geht der Trend dahin, im Namen der Sicherheit alte Frauen und kleine Kinder sexuell zu belästigen.

Nur weil ein muslimischer Terrorist auf die Idee kam, den Sprengstoff in seiner Unterhose zu verstecken, gibt es nun einen Generalverdacht gegen alle Unterhosenträger. Darum sind in den USA die Sicherheitsleute angewiesen, den potentiellen Passagieren bzw. Terroristen zwischen die Beine zu greifen. Und zwar jedem, egal ob jung, alt, klein, groß, Mann, Frau. Das ist nötig, weil niemanden ausgegrenzt werden soll. Trotzdem gibt es großen Protest gegen die verschärften Kontrollen an den Flughäfen. Weder sind die Reisenden mit dem Nacktscanner glücklich, noch mit der Hand eines Fremden in der eigenen Unterwäsche.

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Kindersoldaten in Berlin

November 25, 2010

Berlin bereitet sich vor. Man merkt es überall. Letzte Woche wurden ich zum ersten Mal überhaupt in der selben S-Bahn zweimal innerhalb von zwanzig Minuten kontrolliert. Die BVG setzt offenbar Elite-Kontrolleure ein, die darauf geschult sind, schwarzfahrende Selbstmordattentäter zu erkennen, um sie, sollte tatsächlich kein gültiges Ticket vorhanden sein, anzuzeigen.

Und heute habe ich meinen ersten Kindersoldaten gesehen. Wieder in der S-Bahn. In der Feierabendzeit. Ein dicker Junge stand da an der Tür und versuchte umständlich, seine Plastikhandschellen an der Jeans zu befestigen. Unwahrscheinlich zwar, dass einem Osama bin Laden im Berliner Nahverkehr über den Weg läuft, aber man will zumindest darauf vorbereitet sein. Der Junge war übrigens nicht alleine unterwegs. Mit ihm reiste seine kleine Schwester und sein ebenfalls dicker Vater, der die Bewaffnung seines Sohnes mit zufrieden-leerem Gesicht begrüßte. Er hatte sie ihm offenbar gekauft. Neben den Handschellen gehörte zur Ausrüstung des Kindes auch ein Plastikschlagstock. Der Kindersoldat tätschelte ihn. Er ist gewappnet, die Terroristen können kommen.

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Antiterrorkampf I

November 21, 2010

Zweimal in 20 Minuten in der selben S-Bahn kontrolliert worden. So reagiert die BVG auf die Terrorgefahr. Erhöhter Einsatz von Elite-Kontrolleuren. Präsenz zeigen. Und jeden Selbstmordattentäter Anzeigen, sofern ohne Ticket unterwegs. Bravo.

Hitler gucken

November 21, 2010

Am Freitag war ich Hitler gucken. Im Deutschen Historischen Museum, nur wenige hundert Meter von Madame Taussauds entfernt, wo der Führer 2008 einem Attentat zum Opfer fiel. Um gleich die Spannung aus meinem Bericht zu nehmen: Die Ausstellung ist eine Enttäuschung. Wenn überhaupt, ist nur die Atmosphäre interessant. Warum zum Beispiel ziehen die Besucher schweigend und mit bedächtigen Schritten durch die Gänge? Dieses Schweigen kennt man sonst nur aus Kirchen und anderen heiligen Orten. Muss man schweigen im Angesicht Hitlers? Warum? Aus Respekt und wenn ja, vor wem. Vor ihm, vor seinen Opfern? Letzteren wird es egal sein, ob jemand lachend, schweigend oder singend durch die Ausstellung läuft. Sie haben Schlimmeres durchgemacht.

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Google, lass die deutschen Journalisten frei!

November 18, 2010

Iran oder Google, was ist eigentlich schlimmer? Ganz offenbar das Unternehmen, das eine großartige Innovation nach der anderen auf den Markt bringt. Der Iran hingegen, der vor allem Mullah-Sachen macht, also steinigen, vergewaltigen, vertreiben und unterdrücken, ist weniger bedrohlich. Zu diesem Ergebnis kommt, wer zum Beispiel die Zeitungsartikel zu einen und zum anderen vergleicht. Im Kampf gegen Google Street View wurde ein Leitartikel nach dem anderen verfasst. Es wurde auf das Buch ”1984” verwiesen. Das ist unsere Zukunft, eine düstere, überwachte Zukunft! Früher verdunkelte man im Krieg die Häuser, heute muss man sie verpixeln. So ändern sich die Zeiten. Wir befinden uns im ersten Google-Krieg.

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Zurück, an einem anderen Ort

November 18, 2010

So, und weiter geht es.

Das von diversen Überarbeitungen auf der Welt-Homepage aufgeriebene alte Böss in Berlin-Blog (erst war die Adresse weg, dann funktionierte das Veröffentlichen nicht mehr und schließlich verschwand es komplett im Netz-Nirwana) wird ab jetzt hier zu finden sein. Ansonsten ändert sich aber nicht viel. Das Team ist nicht ausgetauscht, vergrößert oder verkleinert worden. Es besteht nach wie vor aus mir.

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