Archiv für Oktober 2010

Schokolade und Traumata

Oktober 25, 2010

Und plötzlich habe ich mich gefragt, warum die EU nicht dagegen vorgeht, dass Kinder (und Erwachsene) vom Anblick eines verstümmelten Mannes traumatisiert werden.

Da genügen zwei unglücklich abgebrochene Schokostücke und aus einem gesunden Kerl in seinen besten Jahren wird ein kopfloser Leichnam.

Es sollte Herstellungs-Vorschriften geben, die das verhindern!

Unabhängig davon wünsche ich allen Lesern dieses Blogs eine gesegnete Vorvorweihnachtszeit.

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Fußball und Pädagogen

Oktober 24, 2010

Ich bin Provokationskünstler, habe darum das Buch von Thilo Sarrazin nicht gelesen. Dafür aber eine Podiumsdiskussion von ihm besucht, in der Berliner Urania. Und ich stimme Benjamin von Stuckrad-Barre zu, der Sarrazins Gesprächsstil treffend als „Fußnoten-Rhetorik“ bezeichnete.

Auf jeden Fall gibt es seit „Deutschland schafft sich ab“ diverse Überlegungen, wie es denn nun weitergehen soll mit der Integration. Zwei der aktuellen Hoffnungsträger dürften die Erwartungen enttäuschen.

Das wäre zum einen König Fußball, der plötzlich für ein bessere Miteinander sorgen soll. Deswegen belästigt Angela Merkel den armen Mesut Özil sogar in der Umkleidekabine. (Es sollte natürlich zur deutschen Leitkultur gehören, dass Frauen nicht einfach in die Männerumkleidekabine eindringen dürfen und umgekehrt. Da waren wir schon einmal weiter.) Dieser Überfall war vor allem deswegen überflüssig, weil der Fußball keine integrierende Kraft besitzt. Das ist auch nicht seine Aufgabe. Jeder Bundesligaspieltag wird von Großaufgeboten der Polizei begleitet. Man beschimpft gegnerische Fans, Spieler und Trainer und wenn die eigene Mannschaft schlecht spielt, die gleich mit. Schwule sind ein Reizthema und Hurensohn ein Argument. Das ist okay so, gehört wohl zum Fußball dazu. Aber was für eine Art von Integration soll dadurch erreicht werden? Sicherlich gibt es viele tolle Bilder von Fanverbrüderungen, wo sich einer mit rotem Schal und einer mit gelben Schal in den Armen liegen und gemeinsam feiern. Weiter verbreitet sind dann aber doch die Schmähgesänge auf die gegnerischen Anhänger, das muss man nicht überbewerten, aber es trennt eben doch in zwei verschiedene Gruppen. Und dann gibt es auch noch Fans, die Wayne Rooney Morddrohungen schicken, weil er den Verein wechseln will. Als Integrator taugt dieser Sport nicht, er kann Spaß machen, mehr sollte man von ihm nicht erwarten.

Und neben dem Fußball wird auch immer wieder auf die Arbeit der Pädagogen hingewiesen, der angeblich eine Schlüsselrolle zukommt. Ich hoffe sehr, dass das nicht stimmt. Pädagogikstudenten bzw. Erziehungswissenschaftler fallen an den Universitäten dadurch auf, dass sie Computerspiele – vor allem die mit Waffen – und das Internet für natürliche Feinde des Menschen halten, die wissen, dass McDonalds Suchtstoffe in das Essen mischt und beim Thema Genitalverstümmelung bei Mädchen ganz tolerant feststellen, dass es Kulturimperialismus wäre, dagegen vorzugehen. (Erfahrungswerte aus zwei verschiedenen Universitäten liegen diesen Beschreibungen zugrunde.)

Vermutlich wäre ein dritter Weg, jenseits von Fußball und den Pädagogen, sinnvoll. Nur welcher? Am besten fragen wir mal Mesut Özil, vielleicht weiß er ja weiter.

(zuerst hier erschienen)

Bundespräsidentenfrau

Oktober 20, 2010

Bettina Wulff besitzt den Charme einer Austauschschülerin. Immer etwas schief grinsen und immer dieser „oha, wo bin ich denn hier gelandet“-Ausdruck bei Presseterminen. Vermutlich stellt sie sich ausländischen Staatschefs auch als „die Bettina aus Hannover“ vor. Was okay ist, weil sie hat ein Tattoo, ist also schrill und so.

Langeweile mit Levy

Oktober 17, 2010

Der schlechteste Film, den ich dieses Jahr im Kino gesehen habe, hieß „Das Leben ist zu lang“. Ein Film von Dani Levy. Levy war schon zuvor zweimal für den jeweils schlechtesten Film verantwortlich. Seine Hitler-Satire „Die wirklich wahrste Wahrheit über Adolf Hitler“ konzentrierte sich so sehr darauf, pädagogisch korrekt zu sein, dass sie sich für jeden ihrer wenigen Witze sofort entschuldigte. Es war eine Qual, diese auf Film gebannte Feigheit und Harmlosigkeit durchzustehen und nach dem Abspann folgte dann auch noch eine Interviewreihe mit Kindern und Jugendlichen, die gravierende Wissenslücken bezüglich Nazizeit und Hitler offenbarte. So sind sie, die guten Komödien, sie lassen einen nachdenklich und mit ernstem Gesicht das Lichtspielhaus verlassen. Noch bevor sich Levy an Hitler versuchte, feierte er aber mit „Alles auf Zucker“ seinen größten Erfolg. Natürlich war auch dieser Film langweilig, natürlich fehlten ihm Schlagfertigkeit, Mut und Tempo und wenn Levy darin die Geschichte der Familie Müller-Schmidt erzählt hätte, wäre er völlig zurecht nie in die Kinos gekommen. Aber die Familie hieß nicht Müller-Schmidt, denn es war eine jüdische Familie (Mischpoke!) und das reichte völlig aus, um das deutsche Publikum jubeln zu lassen. Zum Preis eines Kinotickets zeigen, wie normal wieder alles ist. Wiedergutlachung leisten.

Dabei wäre es doch gerade ein Zeichen von Normalität, wenn Dani Levy keine Filmförderung bekommen würde und zwar mit der überzeugenden Begründung, dass diese an talentierte Regisseure und Drehbuchautoren gehen sollte (wobei sie ohnehin abgeschafft gehört). Aber offenbar leistet man sich gerne etwas Ausgefallenes und leider hat ausgerechnet Levy die jüdische Nische besetzt. Und er weiß, was man von ihm will und deswegen heißt es bei ihm dann nicht „meine Beine“, sondern „meine jüdischen Beine“. Mission erfüllt, Signalwort erfolgreich eingebaut. Er dreht keine jüdischen Filme, sondern arbeitet Klischees ab, mehr kann er nicht. Weil er aber ein jüdische Regisseur ist, wird er dann auch hin und wieder mit den Coen-Brüdern verglichen, was geradezu bizarr ist, weil ihn von diesem genialen Brüderpaar in etwa so viel trennt, wie die Mimikrysemitin Dr. Edith Lutz von einer Versöhnung mit der Realität.

Und obwohl er nun erneut mit einen atemberaubend unoriginellen Film Kinoleinwände blockieren durfte, ist er schon wieder mit weiteren Projekten beschäftigt, gesponsort von diversen Filmförderungen, und in einem oder zwei Jahren kommt er zurück. Dabei ist Dani Levys Humor nicht jüdisch, sondern einfach nur langweilig. Nicht die Coen-Brüder sind seine Kragenweite, sondern Til Schweiger und seine Keinohrhasen.

(zuerst hier erschienen)

Mein Nahost-Friedensplan: G21

Oktober 13, 2010

Ich bin dafür, einfach den Gazastreifen im S21-Stil unter die Erde zu verlegen. Dann ist Schluss mit den Raketenangriffen auf Israel und die Hamas muss nicht mehr täglich den demütigenden Blick auf das zionistische Gebilde ertragen. Darum: G21, sofort!

Andere Länder, andere Sitten

Oktober 5, 2010

Und jetzt würde ich gerne die Videos sehen, in denen türkische, russische oder chinesische Soldaten so von kurdischen, tschetschenischen oder tibetischen Kindern bedrängt werden. Solche Videos gibt es nicht? Könnte das etwas damit zu tun haben, wie in jenen Ländern mit „dem Feind“ umgegangen wird und wie in Israel?