Archiv für Juni 2010

Die Deutsche Bahn boatengt ihre Kunden

Juni 24, 2010

Möglich, dass so etwas nur in Deutschland passieren kann. Das letzte Vorrundenspiel der DFB-Mannschaft findet statt. Da ich auf Reisen war, entschied ich, das Spiel in der Bahn-Lounge im Frankfurter Hauptbahnhof zu schauen. Warum auch nicht. Dort ist es ruhig, es gibt keine Vuvuzelas, aber dafür Getränke und Eis für die Bahncard100-Kunden. Eine Stunde vor Anpfiff sitze ich auf einem Sessel und höre mir an, was Günter Netzer so in die Kamera zu floskeln hat. Hin und wieder zickt er dabei seinen deutlich jüngeren Ehemann an, was in Ordnung ist, denn genau dafür hat er ja den Grimme-Preis bekommen.

Die Spannung steigt und als das Spiel beginnt, haben sich einige weitere DB-Kunden vor dem Fernseher versammelt. Alles spricht dafür, dass es ein angenehmer Fußball-Abend wird. Halbzeit eins hat Torchancen, Tempo und zwei gleichstarke Teams zu bieten. Die Halbzeitparteitagsanalyse (ZDFsprech) hat dann mit viel gutem Willen einen subtilen Nazivergleich von Delling zu bieten („Nichtschusspakt“) und Netzer erinnert an einen in Vergessenheit geratenen Beruf, nämlich den des „Torwächters“, der „da gut den Raum eng gemacht hat“.

Und weiter geht es. 0:0. Alles auf Anfang, noch einmal 45 Minuten.

In der zweiten Hälfte erarbeitet sich Ghana immer mehr Vorteile, ohne dass jedoch zwingende Torchancen daraus resultieren. Außerdem steht es dann eh auf einmal 1:0 für das Ex-Sommermärchen-Team. Damit scheint Deutschland relativ sicher im Achtelfinale. Man spürt, wie die Zuschauer in der Bahn-Lounge etwas durchatmen und dann folgt der irrste Angriff des Abends. Nicht auf dem Fußballplatz, sondern von der Deutschen Bahn. Es ist 21.57 Uhr und es wird durchgesagt, dass die Lounge um 22.00 Uhr schließt. Also eine Viertelstunde vor Abpfiff der Partie. Und sie schließt auch tatsächlich um 22.00 Uhr. Zwei DB-Sicherheitsmitarbeiter wachen darüber. Die verstörten Leute verschwinden und hoffen vergeblich, die letzten Minuten in den überfüllten Bars und Sommergärten der Umgebung verfolgen zu können. Sie haben nichts mehr verpasst, das Spiel endete 1:0.

Was davon vor allem bleibt, ist das Service-Foul der Deutschen Bahn, die das Kunststück fertig bringt, lautstark mit der Fußball-WM zu werben und dennoch beim entscheidenden Spiel der deutschen Mannschaft pünktlich um 22.00 Uhr den Laden dicht macht. WM ist WM, aber Öffnungszeit ist Öffnungszeit. Ordnung muss eben sein, Özil hin, Boateng her.

Der Niebelkrieg

Juni 20, 2010

Die Demütigung Niebels durch die Israelis hat Konsequenzen. Zur Stunde nimmt ein liberales Freiheitsschiff Kurs auf Gaza. Der Aktivist Guido W. erklärte auf hoher See mit bebender Stimme: „Wir werden die Blockade brechen und den Niebel in den Gazastreifen liefern. Den Leuten dort fehl es an ihm, das wollen wir ändern.“

Warum mir deutsche Fußballfans nicht ganz geheuer sind

Juni 19, 2010

Weil sie nach Siegen aggresiver sind als nach Niederlagen.

Was zur WM, aber nicht zur Vuvuzela

Juni 14, 2010

Wer ist eigentlich dieser Stealth-Stürmer der Holländer, der da so unbemerkt im Strafraum steht?

Merkel sollte lieber Erdogan ein paar kritische Fragen stellen

Juni 5, 2010

Warum verlangt Angela Merkel eigentlich von Erdogan keine Aufklärung der Vorgänge? Seine Nähe zu den Endfriedenskriegern fällt ja auf und seine aggressive Großmaul-Rhetorik gegen Israel auch. Es ist Zeit für einen kritischen Dialog mit der Türkei, da kann dann auch geklärt werden, ob dieser nun schon mehrere Jahre andauernde Flirt mit dem Antisemitismus ein Grundpfeiler der „neuen“ Türkei ist und wenn nicht, was dann.

24/7-UNO-Lieferservice

Juni 3, 2010

Wer seit Jahrzehnten einen 24/7-UNO-Lieferservice geboten bekommt, hat hohe Ansprüche. Da kann man wählerisch sein und ist es auch. Deswegen hat die Hamas nun die Hilfsgüter von Mankell und Co. abgelehnt. Was dachten die Endfriedensaktivisten eigentlich, was für Leute im Gaza-Streifen leben?

Operation Wettkönig

Juni 3, 2010

Thomas Gottschalk:

„Mein nächster Kandidat heißt Gideon Böss. Gideon wettet, dass er anhand von Tonaufnahmen innerhalb von Sekunden feststellen
kann, ob das Gehörte sich auf einer pro- oder antiisraelischen
Demonstration abspielt. Topp, die Wette gilt.“