Archiv für Mai 2010

Friedensaktivisten in Hochform

Mai 31, 2010

Das ist der Mob, der jetzt überall betrauert wird:

Freud’scher Verleser

Mai 31, 2010

Ich dachte, da steht: „Der Hamas-Verlag, in dem Mankells Bücher in Deutschland erscheinen […]“, aber es heißt dann doch: „Der
Hanser-Verlag, in dem Mankells Bücher in Deutschland erscheinen […]“
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Schäuble: Lernt von den Bäumen

Mai 29, 2010

Mich macht die Wirtschaftskrise nicht sonderlich nervös. Vor allem die Vergleiche mit dem Ende der 1920er-Jahre sind daneben. 2010 fehlen die Warteschlangen vor den Suppenausgaben und 1929 fehlten die iPods. Nicht zu vergleichen also. Es ist ja auch klar, dass es nicht immer aufwärts, aufwärts und aufwärts gehen kann. Hin und wieder gibt es eben auch einen Durchhänger.

Von daher wird auch diese Krise vorüber gehen, da kann man zuversichtlich sein. Interessant in diesem Zusammenhang sind aber die Begriffe, die gerade von Politikern verwendet werden. So fordert zum Beispiel Wolfgang Schäuble eine „nachhaltige Wirtschaftspolitik“. Nachhaltigkeit klingt wie das Gegenteil von Kreativität, Pioniergeist und Risikobereitschaft, also nach Mittelmaß und Feigheit. Vielleicht wird dieser Begriff ja tatsächlich in Fachkreisen verwendet, aber ich finde ihn unpassend.

Damit kann man gerne die Pflege von Bäumen begründen, aber keine wirtschaftlichen Abläufe kommentieren. Bei „nachhaltiger“ Wirtschaft denke ich eher an die Sowjetunion und den Versuch, von oben zu bestimmen, was produziert werden muss und was nicht. Diese Bevormundung war ja auch der Grund dafür, weshalb der Lebensstandard eines 08/15-Sowjetbürgers deutlich unter dem eines Hartz-IV-Empfängers lag und warum der Kommunismus eine so trostlose und langweilige Angelegenheit war/ist.

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Korea, Russland und der Teufel

Mai 24, 2010

Einmal im Jahr kann man in Berlin Kulturen gucken gehen. In Parallelgesellschaften gedrängt, marschieren dann Mongolen und Katalanen, Bengalen und Koreaner durch die Straßen und beweisen den Berlinern, was für eine kunterbunte Stadt sie doch bevölkern. Das Interesse ist dementsprechend groß. Wann kommt man einem Tscherkessen denn sonst so nahe, dass man ihn fast berühren könnte?

Was fällt besonders bei diesem Umzug auf? Dass Trachten ein weltweiter Renner sind. In Asien ebenso beliebt wie in Europa und Südamerika. Außerdem gibt es in diesem Jahr kaum missionierende Gruppen. Ich kann mich „von früher“ an dramatisch einfallslose Greenpeace-Auftritte erinnern, bei denen als Pinguine verkleidete Kinder unter dem Klimawandel litten und darum die ganze Umzugsstrecke hinweg vor sich hin starben. Irgendwie waren daran die Manager und Banker schuld, die natürlich auch dargestellt wurden. Fies lächelnd ließen sich die Kapitalistenschweine schieben (im Einkaufswagen) und trugen dazu protzige Sonnenbrillen!

2010 nahmen offenbar weder Pinguine noch Manager teil, was bedeutet, dass Greenpeace nicht teilnahm. Leider war aber jemand anderes anwesend: der Teufel. Was deswegen schlimm ist, weil sich vor allem (warum, weiß ich nicht) penetrante, peinliche und unangenehme Spinner so verkleiden. Dieser Teufel zum Beispiel ließ sich von begeisterten Kindern auf seinen sehr runden Bauch trommeln. Was dadurch möglich wurde, weil er sein Kostüm an dieser Stelle aufgerissen hatte. Natürlich haben die Kinder gelacht und es ist ja kulturelles Stelldichein in der Hauptstadt, aber wer weiß denn schon, ob unter dem Kostüm nicht doch ein Priester oder Reformpädagoge steckt? Man sollte den Teufel jedenfalls nicht in Versuchung bringen, auch dann nicht, wenn man trunken von multikulturellem Schulterklopfen ist. Das dachten sich wohl irgendwann auch die zwei kopfbetuchten Damen, die ihrem Nachwuchs schließlich das Spiel mit dem Bauch verbaten.

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Verbote sind keine Argumente

Mai 20, 2010

Facebook ist im Prinzip ein anarchistischer Multikultistaat. Jeder kann Mitglied werden und jeder wird Mitglied. Deswegen ist es kein Wunder, dass dort nicht nur die eigenen Freunde zu finden sind, sondern eben auch die Montagsautos der Evolution*. Zum Beispiel die NPD. Seit Wochen schon fordert eine rasant wachsende Initiative, dass der Auftritt der Rechtsradikalen gelöscht wird.

Diese Kampagne ist sicherlich gut gemeint, mehr Gutes kann man über sie aber nicht sagen. Sie folgt der beliebten Vogel-Strauß-Taktik, die in Bezug auf Nazis gerne angewandt wird. Man ist zufrieden, wenn die Menschenfeinde aus der Öffentlichkeit verbannt sind, dass dadurch aber kein einziger Nazi aufhört, Nazi zu sein, interessiert nicht weiter. Die Aufforderung an die Facebook-Macher, die Seite der NPD zu löschen, wirft aber vor allem eine Frage auf. Mit welchem Recht (außer dem des Stärkeren) kann diese Forderung begründet werden, ohne dass gleichzeitig auch viele weitere Seiten gelöscht werden müssten? Rassistisch, antisemitisch, extremistisch und faschistisch sind schließlich nicht nur die Nazis. In Teilen oder vollständig trifft dies auch auf manche linken und islamischen Parteien, Gruppen und Vereine zu.

Es ist eine ideologisch begründete Willkürentscheidung, nur die Präsenz der NPD nicht dulden zu wollen und Willkür ist nicht mit den Werten eines liberalen Rechtsstaates vereinbar. Es hat nicht die politische Tagesform der Mehrheit zu entscheiden, wer sich wie äußern darf. Auch nicht im Web. Solche Verbotsforderungen dienen vor allem dazu, das Gewissen der Beteiligten zu beruhigen. Sie beweisen sich damit gegenseitig, was für tapfere Kämpfer gegen Hitlers erbärmliche Enkel sie sind. Ihr „Aus den Augen, aus dem Sinn“-Antifaschismus ist nicht vor allem gegen Nazis gerichtet, sondern wird für das eigene soziale Umfeld aufgeführt.

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Die Talibanflüsterin

Mai 19, 2010

Drei Monate lang hörte man nichts mehr von Margot Käßmann, dann trat sie auf dem Kirchentag auf und es wurde klar, was sie in der Zwischenzeit getan hat: ein Buch geschrieben. Damit tourt sie jetzt durch die Gegend und tritt so den Beweis an, dass sogar eine Alkoholfahrt noch vergoldet werden kann.

Erst seitdem es ihr gelang, vor den Augen der Polizei eine rote Ampel zu überfahren, ist sie nicht mehr populär und umstritten, sondern nur noch populär. Der Rücktritt vom Amt der Chef-Protestantin machte aus einer überforderten Funktionärin eine Märtyrerin für Anstand und Moral. Die klebt nicht an ihrem Posten, hieß es anerkennend. Dann war sie weg und sehr bald wieder da. Auf dem Kirchentag in München feierte sie ihre Rückkehr und unterstrich eindrucksvoll, dass sie nicht bereit ist, ihren Platz in den Boulevardmedien freiwillig aufzugeben. Sie kann mit Drogenproblemen und Abstürzen (beruflichen und privaten) punkten und hat den Willen, das auch zu tun. Das ist der Stoff, aus dem Bunte-Titelstorys sind. Naddel, Boris und Dieter sollten sie nicht unterschätzen.

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Deutschlands wahres Datenschutz-Desaster: der ÖPNV

Mai 16, 2010

Mein Beitrag zum Thema Internet und „passt auf eure Daten auf“. Hier geht es zum Cicero-Artikel dazu.