Archiv für März 2010

Die kritischen Freunde Israels

März 30, 2010

Seltsam, diese „kritischen“ Freunde Israels. Bush erschien ihnen zu „pro“ und deswegen heulten sie empört auf. Obama ist jetzt deutlich mehr „anti“, aber das Heulen bleibt aus. Merke: Der kritische Freund Israels (kommt in Deutschland häufig vor) achtet darauf, dass Israel ja nicht bevorzugt wird. Das liegt ihm am Herzen, das und die Palästinenser. Und die Opfer israelischer Verbrechen. Und die Teilung Jerusalems.

Drei Artikel aus den letzten zwei Wochen

März 30, 2010

Hier etwas zur dämlichen DDR-Verharmlosung:

Wer sich seinen Lebensmittelschrank mit sozialistischem Essen auffüllen will, kann dies in diversen „Ostalgie“-Läden tun. Keine Frage, die DDR ist die Diktatur der Herzen. Während die Verteidiger der Nazizeit auf verlorenem Posten stehen und keine Onkel-Adolf-Läden haben, in denen sie Senf aus Schlesien oder Gurken aus dem Elsass kaufen können, darf die DDR in Fernsehshows gefeiert werden.

Hier etwas zur fehlende Konsequenz gegenüber linker Gewalt (im Gegensatz zur rechten):

Zwischen all den friedlichen Demonstranten marschieren dann auch gerne schwarzgekleidete Gestalten mit SA-Ambitionen auf und fangen irgendwann (und jedes Mal sind alle völlig überrascht darüber) damit an, mit Steinen auf Polizisten zu werfen, Feuer zu legen und Autos zu zerstören. Wie sind im Anschluss an solche Gewaltausbrüche die Reaktionen aus der Linken? Da wird dann verharmlost, relativiert und zu Ausreden gegriffen. Nicht selten geht man soweit, ganz auf Selbstkritik zu verzichten und die Polizei für die Gewalt verantwortlich zu machen. Weil sie provoziert hat, wenn nicht durch etwas anderes, so doch zumindest durch ihre bloße Anwesenheit.

Hier etwas zu Staat vs. Internet:

Unternehmen wie Google, die sich aus den virtuellen Sphären ins echte Leben vorgearbeitet haben, werden besonders misstrauisch betrachtet. Vor allem die fotografierenden Autos, die durch das Land fahren und eine Deutschlandkarte erstellen. Natürlich kann man das kritisieren, die Bundesregierung hat dabei allerdings ein Glaubwürdigkeitsproblem. Wenn ein Datensammler einen anderen Datensammler für das Sammeln von Daten kritisiert, wirkt das etwas verlogen. Pepsi wirft Coca-Cola ja auch selten vor, dass Limonade viel Zucker enthält.

Schwere Zeiten für Antisemiten

März 18, 2010

„Kauft nicht bei Juden“ nur noch bei bester Gesundheit durchzuhalten. Jeder Schnupfen nutzt künftig dem zionistischen Feind.

Was damals Recht war…

März 14, 2010

Wahrscheinlich hat man in Deutschland mit niemandem so viel Geduld, wie mit dem gemeinen Israelkritiker. Wenn er Gaza mit dem Warschauer Ghetto vergleicht, ist das vielleicht übertrieben, aber hat er nicht grundsätzlich Recht? Es ist ja schlimm, was da passiert. Wir unterstellen dem Israelkritiker grundsätzlich gute Absichten, auch wenn er in der Wortwahl vielleicht über das Ziel hinaus schießt. Aber warum eigentlich? Bietet die deutsche Geschichte Grund zur Annahme, dass Judenfeindlichkeit etwas Harmloses ist?

(von hier)

Killerspiele sind harmloser als Bibel und Koran

März 13, 2010

Die schlimmsten Massenmörder der Geschichte kannten keine Killerspiele und haben dennoch Millionen Menschen umgebracht. Hätten Hitler, Mao und Stalin noch schrecklicher gewütet, wenn ihnen Counter-Strike bekannt gewesen wäre? Wohl kaum. Für die Taliban ist der Besitz von PC-Spielen ein schwerer Straftatbestand. Gleichzeitig besitzen europäische und amerikanische Jugendliche Millionen Computerspiele, von denen wiederum viele sogenannte Killerspiele sind. Die EU-Staaten und die USA sind moderne Länder und friedlichen Gesellschaften. Die Taliban sind ein Terrorregime. Es scheint, dass es sich da sicherer leben lässt, wo Counter-Strike spielen erlaubt ist.

Eine Vielzahl von Untersuchungen und Studien verneint die Behauptung, dass Killerspiele das Gewaltniveau steigern. Weshalb sollte das auch so sein? Es gibt einen entscheidenden Unterschied zwischen Fiktion und Realität. Wenn Kinder sich Äste greifen und miteinander kämpfen, wächst in ihnen auch nicht der Wunsch, anderen Menschen den Kopf abzuschlagen. Ein Computerspiel ist ein Computerspiel.

(hier geht es weiter)

Die Fremden vom Kreuzberger Zoo

März 9, 2010

Ich wohne auf dem Prenzlauer Berg und das ist eine schöne Gegend. Es gibt Cafés und Bars und Lesebühnen und die Kinder-Lobby ist hier mächtig, allmächtig. Buchhandlungen und Fotostudios für Kinder gibt es ebenso, wie Kindertagesstätten für jede ideologische Richtung. Ständig tragen die Prenzlberger Kinder vor sich her und wer gerade keines zur Hand hat, greift zum Hund. Der Hund ist die Vorstufe zum Kind. Er ist ein Symptom.

Mir fehlt hier im Moment eigentlich nichts. Aber das sieht nicht jeder so. Wenn Besuch aus dem fernen Kreuzberg kommt, wird die fehlende Vielfalt bemängelt. In Kreuzberg würden so viele Kulturen zusammenleben und das wäre total aufregend. Da gibt es natürlich dann auch mal „Spannungen“, sagen die Kreuzberger Freunde und es klingt so, als seien Spannungen etwas Gutes. Schlägereien, Pöbeleien, Messerstechereien. Spannungen halt. Vielfalt!

Nun ist es nicht unbedingt so, dass es mich sonderlich interessiert, ob mein Nachbar aus Argentinien, Ulm oder der Türkei kommt, solange man gut miteinander auskommt bzw. sich ignorieren kann. Dass aber hier um mich herum sehr viele Ausländer leben, ist mir trotzdem schon aufgefallen. Ich vermute, ich bin einer der letzten Deutschen in einem französischen Haus. Wenn ich das einwerfe, dass in unserem Stadtteil auch viele Ausländer leben, also Vielfalt da ist, wird das nicht akzeptiert.

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2 Minuten Berlin

März 8, 2010

Ein interessantes neues Blog. Jeden Tag ein Berlin-Beitrag. Geschrieben in zwei Minuten. Hier.