Archiv für Dezember 2009

Solidarität mit den Eisbären im Iran

Dezember 30, 2009

Während die Iraner für ihre Freiheit kämpfen und sterben, bangt man in Deutschland um die Eisbären. Dafür belagert man Kopenhagen, friert und hat Angst vor der Erwärmung des Planeten. Tierschutz ist Staatsräson in Deutschland, das war schon immer so. Hitler wäre ein unbekannter Postkartenmaler geblieben, wenn er sich die Endlösung der Maikäferfrage auf die Fahnen geschrieben hätte. Beim Tier hört der Spaß auf. Der Mensch ist eine andere Sache. Was jetzt vor allem schade für die Iraner ist.

Es würde nicht viel dazu gehören, sich mit ihnen zu solidarisieren. Passiert aber nicht. Wären die verfolgten und ermordeten Demonstranten Robben, hätte der Zorn der (deutschen) Straße das Regime in Teheran längst hinweggefegt. Aber solange Flora und Fauna nicht drangsaliert werden, ist alles halb so schlimm. Meinungsfreiheit steht nicht auf der Roten Liste, kann also so wichtig nicht sein.

Womit beschäftigen sich die notorischen „wir dürfen nicht tatenlos Zuseher“ aber dann? Zum Beispiel die Deutsche Friedensgesellschaft – Vereinigte KriegsdienstgegnerInnen? Damit: Am 31.12. gibt es von 11.00 Uhr bis 11.45 Uhr eine Mahnwache für Gaza. Und am 08.01.2010 heißt es dann: Ende der Besatzung – Stop the Occupation – Für gerechten Frieden im Nahen Osten! Am 09.01.2010 folgt eine Veranstaltung mit dem irritierenden Namen: Noch Fragen? Entnazifizierung jetzt! Unser Beitrag zum Klimaschutz! Wer da hingeht, verpasst aber leider die Dokumentation “Gaza – ein Jahr danach“ im Rahmen des Solidaritätsabends mit Fawaz Abu Sitta, Beate Himmelstoss und Jürgen Jung. Daneben beschäftigt man sich noch intensiv mit dem Abzug aus Afghanistan. Antizionismus und die Bundeswehr, mehr Themen hat die DFG – VK nicht zu bieten. Darum auch kein Wort zum Iran.

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Zwei neue Texte und einen guten Rutsch ins Jahr 2010

Dezember 28, 2009

So, vor ein paar Tagen habe ich den armen Ebenezer Scrooge verteidigt und am Samstag musste ich bei McDonalds mal wieder Montagsautos der Evolution erleben.

Allen Lesern wünsche ich an dieser Stelle schon einmal einen guten Rutsch ins Jahr 2010!

Chanukka-Markt = Museums-Shop XXL

Dezember 18, 2009

Ich habe den Chanukka-Markt im Jüdischen Museum besucht. Wirkt wie eine langweilige Sonderausstellung oder die Zweigstelle vom Museums-Shop. In der Bewertung reicht es deswegen nur zu 2 von 8 möglichen Chanukka-Lichtern.

Was will Penny?

Dezember 18, 2009

Will Penny wirklich Lebensmittel verkaufen? Wohl eher nicht. Ich kenne jedenfalls keinen zweiten Laden, bei dem die Ware durch Barrikaden vor den Kunden geschützt wird (rechts stehen eigentlich u.a. die Tiefkühltruhen).

Beliebte Religionen: Christentum, Islam, Klimawandel (Teil 2)

Dezember 17, 2009

Oft wird über fundamentalistische Christen gelacht, die glauben, dass Gott die Welt erschaffen hat und zwar so, wie es in der Bibel steht. Nicht weniger seltsam sind Leute, die glauben, dass der Mensch die Welt zerstört und zwar so, wie es Al Gore ankündigt. In beiden Weltbildern hat das Rationale keinen Platz. Wahr ist, was wahr sein soll. So einfach ist es.

Man muss sich ernsthaft fragen, wie bescheiden eigentlich die Kenntnisse dieser Menschen (beider fundamentalistischen Strömungen) über die Erde sind. Wir wissen heute genug, um sagen zu können, dass unsere Erde alles ist, nur nicht ruhig. Sie ist nicht einmal besonders friedlich, ständig stoßen Platten zusammen, machen sich Vulkane bemerkbar, wird sie von Strahlen aus dem All bombardiert und so weiter. Die Inseln, deren Untergang auf der Kopenhagener Konferenz  befürchtet wird, sind erst infolge dieser ständigen Veränderungen auf der Erde entstanden. Natürlich wäre es tragisch, wenn sie wieder versinken, aber die Wut darüber sollte richtig adressiert werden. Der Schuldige ist unser Planet (die andere Option bieten die Fundamental-Christen an: Gott).

Vielleicht gibt es da aber auch einfach ein großes Missverständnis. Nur weil die meisten Anhänger des menschgemachten Weltuntergangs mit Rentenversicherungen und Bausparverträgen ausgestattet sind, heißt das noch lange nicht, dass die Erde ebenfalls einen solchen konservativen Lebensstil pflegt. Sie hat nirgendwo etwas unterschrieben und ist wohl mehr Anarchist als CDU-Mitglied. Auch ist sie nicht geborgt, nicht einmal von den Kinder und dass wir die Erde brauchen, sie uns aber nicht, ist ein völlig nutzloses Argument. Natürlich brauch uns die Erde nicht. Na und? Die Erde braucht auch keine Eisbären und Elefanten. Was sagt uns das jetzt?

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Wo bleibt der Aufstand der Anständigen?

Dezember 12, 2009

War alles umsonst? Seit Kindertagen hörte ich dauernd, dass Extremismus unbedingt abzulehnen ist. Es wurde gegen Ausländerfeindlichkeit, Intoleranz und Diskriminierung lichtergekettet. Ich kann mich an Abendstunden im Kerzenlicht erinnern, düstere Gestalten standen vor Kirchen herum und verbreiteten eine Stimmung, als ob der feuerspeiende Drache Nationalsozialismus gleich aus dem Himmel herabstürzen und den freiheitlich-demokratischen Widerstand attackieren würde. Aufkleber wurden verteilt und ich gezwungen, mich zu ausländischen Freunden zu bekennen, die ich nicht hatte („Mein Freund ist Ausländer“). Irgendwann sangen dann immer drei ältere Damen zusammen mit dem Pfarrer ein Lied, manchmal auf Deutsch, aber immer Bella Ciao, Bella Ciao, Bella Ciao Ciao Ciao.

Reden wurden gehalten, von denen man nur Bruchstücke verstand, weil die Aktivisten zu laut, zu hektisch oder zu nah am Mikro sprachen. Wind wehte, es war kalt und ein Mitarbeiter der Regionalzeitung stellte dem Veranstalter ein paar Phrasenfragen, auf die der mit drei Phrasen antwortete. Dann löste sich die Zusammenkunft auf. Man warf die Liedtexte, vom Pfarrer erwartungsvoll verteilt, in den Mülleimer und lief noch ein paar Wochen mit seinem „Mein Freund ist Ausländer“-Aufkleber am Schulrucksack herum, ehe man ihn durch einen von Andreas Müller oder Lothar Matthäus ersetzte.

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Google ist so schlimm wie die Sowjetunion

Dezember 10, 2009

Früher war Google gut, weil klein und außerdem der Herausforderer vom mächtigen Microsoft. Im Laufe der Zeit wurde Google aber selbst immer mächtiger und verdankt diesen Aufstieg seinen großartigen Innovationen. Deswegen ist der Konzern heute nicht mehr gut. Er ist eine Gefahr, eine Gefahr für die ganze Welt. Darauf machen Google-Kritiker schon seit längerem aufmerksam und schreiben Bücher darüber.

Der Hauptvorwurf lautet, dass Daten gesammelt und verwendet werden. Nun ist der Witz der, dass Datensammeln ein nicht unwesentlicher Teil dessen ist, was eine Suchmaschinen leisten soll. Auch ist die Kritik an Google oft ein wenig widersprüchlich. Man will die Vorzüge des Internets (für die Google maßgeblich verantwortlich ist) genießen, aber minus Google. Es ist das alte „Strom ja, aber schaltet endlich die verdammten AKWs ab“-Dilemma im virtuellen Gewand.

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