Integration, Islam, Studien und Umfragen

In regelmäßigen Abständen werden Umfragen veröffentlicht, die feststellen, wie wohl, unwohl, angenommen oder abgelehnt sich Moslems in Deutschland fühlen. Über die Ergebnisse wird dann in der Öffentlichkeit solange diskutiert, bis die nächste Studie da ist, die interpretiert und gedeutet werden will. Deutschland bekommt dabei immer die Hauptschuld am „Scheitern“ angelastet. Dabei wird fast immer die wichtigste Frage übersehen, nämlich die, ob es objektive Gründe gibt, die speziell die Integration dieser einen Gruppe verhindert. Dazu kann man festhalten: Deutsche Moslems sind keinen Schikanen ausgesetzt, sie genießen Religionsfreiheit, dürfen wählen, sich frei bewegen, ihre Meinung sagen und müssen keine spezielle Kleidung tragen. Sie werden behandelt wie alle anderen auch. Mehr gibt die liberale Demokratie nicht her, der Rest ist, was du draus machst.

Auch wenn man es wegen dieser automatischen Gleichsetzung von Migrant = Moslem schnell vergessen kann, gibt es noch andere Einwanderergruppen, die hier irgendwie ankommen müssen. Ob sie es schaffen, wird kaum thematisiert, das findet außerhalb der interessierten Öffentlichkeit und ohne Studien und Umfragen statt. Vielleicht will man es auch nicht zu genau wissen, denn bei genauerem Hinsehen fällt auf, dass sie es alle schaffen. Was dann zur Frage führt, warum das Integrationsproblem eigentlich Integrationsproblem genannt wird, ganz so, als würde dieses Problem Vietnamesen ebenso betreffen wie Moslems. Was dann wieder die Frage aufwirft, was es für spezielle Gründe gibt, die es ausgerechnet den Moslems so schwer machen, sich zu integrieren. Die Antworten könnten unfreundlich sein und wer will schon so über Minderheiten klartexten? Also bleibt es eben im Vagen.

Doch es wird noch merkwürdiger. Nicht einmal die Behauptung, dass die Moslems es in Deutschland schwerer als andere haben, stimmt ja. Für die Exil-Iraner stimmt das nicht. Für gebildete Türken stimmt das nicht. Man kann sogar sagen, dass es nur für die stimmt, in deren Familien man die Werte des Mittelalters hochhält. Wer aus Prinzip ungebildet bleibt, aggressiv gegen die eigene Familie und nach außen ist, seine Intoleranz und Frauenfeindlichkeit für den Ausdruck einer moralischen Überlegenheit hält, dem verweigert man aus gutem Grund Lehrstelle und Arbeitsplatz.

(hier geht es weiter)

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One Comment - “Integration, Islam, Studien und Umfragen”

  1. webbaer Says:

    Wer aus Prinzip ungebildet bleibt, aggressiv gegen die eigene Familie und nach außen ist, seine Intoleranz und Frauenfeindlichkeit …

    Da gibts noch mehr: Fatalismus (u.a. „Warten auf das Jenseits“, unbestimmte/unklare Planungshorizonte und Motivationsimperative), Überlegenheitsansprüche (obwohl es von der Datenlage her mau aussieht), Ablehnung des im Westen normalen Kooperationsverhalten („Wirtschaft“, Zinsverbot), Aberglauben, Kreationismus (beides nicht mit mangelnder Bildung verwechseln), mit Sozialisten vergleichbare Lebenseinstellungen, Wertemängel (rel. gesehen – bspw. was die Demokratie, die Freiheit und Sanktionierungen (man langt halt schneller zu, in jeder Beziehung, da das Strafmass als unzureichend empfunden wird) betrifft) …

    Am besten integrieren sich die, die den lieben (oder bösen) Allah einen lieben (oder bösen) Allah sein lassen.


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