Archiv für Oktober 2009

Immunität aufheben, sofort!

Oktober 30, 2009

ströbee

Rote Ampel und was macht Ströbele: er fährt einfach drüber! Tatort: Potsdamer Platz. Bild-Leserreporter Gideon B. hat sofort seine Handykamera gezückt und dieses Beweisfoto geschossen.

Bild-Beobachtungen

Oktober 27, 2009

„Der Medienjournalist Stefan Niggemeier ist einer der Gründer des Bildblog und beobachtet dort seit 2004 die Bild und ihren Chefredakteur.“

Ich frage mich, ob man das nicht etwas prägnanter auf den Punkt bringen kann? Vorschlag:

„Stefan N. liest seit 2004 die Bild.“

Ein ganz normaler Mordaufruf

Oktober 27, 2009

Die türkischstämmige Autorin Seyran Ates wird von Neonazis mit dem Tode bedroht und muss sich deswegen aus der Öffentlichkeit zurückziehen. Anlass für die Anfeindungen ist ihr neustes Buch, das sich kritisch mit der Neonazi-Szene beschäftigt…Hätte es sich so zugetragen, wäre der öffentliche Protest riesig gewesen. Politiker und Medien hätten sich lautstark hinter die bedrohte Autorin gestellt. „Wehret den Anfängen“ und „Nazis raus!“

Doch die Wahrheit ist, dass Seyran Ates diese Solidarität verwehrt bleibt. Dafür gibt es einen einfachen Grund: es sind keine Neonazis, die sie umbringen wollen, sondern Islamisten. Offenbar ist es nicht entscheidend, womit jemandem gedroht wird, sondern aus welchen Kreisen die Drohung kommt. Daran orientiert sich der Grad der öffentlichen Empörung. Seyran Ates hat sich den Hass der Islamisten durch ihre islamkritische Haltung zugezogen. Vor wenigen Wochen erschien im Ullstein-Verlag ihr neues Buch „Der Islam braucht eine sexuelle Revolution.“ Kurz darauf musste sie sich komplett aus der Öffentlichkeit zurückziehen.

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Brille: Lehmann

Oktober 25, 2009

Sehr cool! Gefunden über den interessanten Twitter-Service von LizasWelt.

Mein erstes taz-Abo

Oktober 25, 2009

Das Unternehmen Wolfskin wollte seine Markenrechte schützen und verschickte darum Abmahnungen an mehrere kleine Anbieter. Aufgrund von Protesten der Kunden ließ Wolfskin die Abmahnungen dann fallen.  Soweit so egal. Erstaunlich ist aber, wie sehr manche Leute ihr Wunschdenken auf andere ausbreiten, vor allem auf  Kinder. So hat ein taz-Leser folgenden  Leserbrief an die tageszeitung geschickt:

„Am Samstag wollte ich eigentlich mit meiner Nichte im örtlichen Wolfskin Laden ein Geburtstagsgeschenk kaufen, das sie sich gewünscht hat. Eine Mütze von JW. Ich habe ihr dann gestern erzählt, was die sich geleistet haben – und da hat sie gesagt, dann müsse sie sich ja schämen mit so einer Mütze. Und sie erzählt es seit heute in der Schule rum. Für so etwas haben Kinder schon eine sehr feine Nase, wenn es um Ungerechtigkeiten geht. Also gibt es zum Geburtstag etwas anderes.“

Der gute Onkel wird dem armen Kind die Mütze einfach aus Wut über Wolfskin nicht gekauft haben und wenn das Mädchen danach überhaupt was in der Schule rumerzählte, dann nur, was sie für blöde Verwandte hat. Und was gibt es stattdessen zum Geburtstag? Wahrscheinlich das erste eigene taz-Abo. Alles Gute.

Spiegel Online trotzt der Archäologie

Oktober 25, 2009

Der Tempelberg steht nach jüdischer Glaubenslehre auf den Überresten des im Jahre 70 von den Römern zerstörten zweiten jüdischen Tempels.

SPON, der stand da nicht „nach jüdischer Glaubenslehrer“, sondern er stand da. Punkt! Ein kleiner, aber bedeutender Unterschied.

Plakatsterben, jetzt!

Oktober 24, 2009

Kann man diese dämlichen Plakate nicht einfach abschaffen? Ich hoffe, Schwarz-Gelb wird diesen Kahlschlag vornehmen.

„Für diese Schweine keine Tränen“

Oktober 23, 2009

Morgen Abend zeigt 3sat einen Film, den ich nur empfehlen kann. Warum und um was es geht, habe ich hier geschrieben.

Wie westliche Experten lernen, die iranische Bombe zu lieben

Oktober 21, 2009

Heute: Alastair Crooke – ein altgedienter britischer Diplomat, der im Auftrag Bill Clintons die Ursachen für die zweite Intifada untersuchte – gibt ein Interview

Warum liegt es so vielen Nahost-Experten eigentlich am Herzen, den Iran in Schutz zu nehmen? Diese Frauen steinigende, Schwule hängende und die Freiheit unterdrückende Diktatur. Ob es etwas mit dem Gegner zu tun hat, den sich die Mullahs ausgesucht haben? Gegen Juden und Israel zu sein, ist eigentlich nie verkehrt. Aufmerksamkeit ist garantiert, Unterstützung im Zweifelsfall auch. Neustes Beispiel für das Wohlwollen, das dem Iran entgegengebracht wird, ist Alastair Crooke.

Für ihn ist die Situation ganz einfach: Israel ist gekränkt, weil es sein militärisches Machtmonopol durch die Aufrüstung des Iran verloren hat. Diese nationale Kränkung ist es, die den jüdischen Staat so gegen die Mullahs aufbringt (nicht umgekehrt). Das ist eine spannende Theorie! Sollte sie stimmen, wäre die israelische Armee in einem katastrophalen Zustand. Die iranischen Streitkräfte befinden sich nämlich in einer Verfassung, die mit desolat noch freundlich umschrieben ist. Sie sind so etwas wie die Lehmann Brothers unter den Armeen der Welt. Ihre Flugzeuge sind ein Sicherheitsrisiko in der Luft und ein Haufen Schrott auf dem Boden (keine Ersatzteile, keine moderne Ausstattung, kein Kerosin usw). Regelmäßig werden Militärübungen durch Photoshop-Technik geschönt und so gut wie alles an Waffen und Munition muss importiert werden…Nein, an dem Machtmonopol von wem auch immer rüttelt diese Armee nicht.

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Wohnungssuche in Berlin

Oktober 14, 2009

[Hier habe ich einen Beitrag zur ekelhaften Verteidigung eines Kinderschänders geschrieben und hier folgen nun meine Eindrücke aus vier Wochen Wohnungssuche]

Ich suche seit vier Wochen eine neue Wohnung und habe zunehmend den Eindruck, dass es unter den Maklern recht viele seltsame Gestalten gibt.

Schon die erste Besichtigung entfaltet ihren ganz eigenen Charme dadurch, dass die Maklerin zuerst ein Polizeisiegel von der Tür entfernt, ehe wir eintreten. Sie schweigt dazu, was die Fantasie der Anwesenden ins Spiel bringt. Mord? Selbstmord? Mehrfachmord? Was ist hier passiert in diesen Räumen, die potentiell meine gemütliche und schöne neue Wohnung werden sollen? Ich bewerb mich schließlich nicht.

Bei einer anderen Wohnung schloss der Makler die Tür auf und stellt sich in ein Eck. Dort bleibt er die ganze Zeit, stumm und in sich versunken. „Da steht alles drauf“, flüstert er und übergibt die Bewerbungsunterlagen.

Den besten Eindruck hinterlässt aber vor zwei Tagen ein junger Mann, der eine Wohnung in Mitte anzubieten hat. Bei strömenden Regen finde ich mich zehn Minuten vor dem abgemachten Termin am Haustor ein. Ein Auto fährt in eine Parklücke, drei Schritte von mir entfernt. Der Fahrer betrachtet sein Handy. Es regnet und es ist kalt. Nach einiger Zeit kurbelt er das Fenster herunter. „Für die Wohnungsbesichtigung?“

„Ja.“

Er schweigt. Er nickt. Er kurbelt das Fenster wieder hoch. Ich warte immer noch und sehe, wie er jetzt irgendwelche Unterlagen durchschaut. Weil es nicht zu meinen liebsten Beschäftigungen gehört im Regen zu stehen, klopfe ich an die Scheibe des Autos.

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