Es gibt gute Ärzte und es gibt den, zu dem ich gegangen bin

„Tief einatmen und dann lange ausatmen.“ Ich atme tief ein und will gerade lange ausatmen, da korrigiert eine andere Stimme. „Nein, kurz einatmen und ausatmen.“ Die beiden Arzthelferinnen sind sich nicht so ganz einig in diesem nicht ganz unwichtigen Punkt. Ich versuche also irgendwie beiden Vorschlägen nachzukommen und stelle damit keine von beiden zufrieden. Es steht noch eine dritte Arzthelferin im Zimmer herum, doch die sagt einfach gar nichts.

Ich atme also weiter nach einem selbst gewählten Rhythmus in dieses Gerät, das nach Alkoholtest aussieht. Auf meiner Nase sitzt eine Klammer, damit ich beim Atmen nicht schummel. So geht das eine ganze Weile. Immer wieder setzte ich neu an, während die drei Frauen sich und mir auf den Füßen stehen, in diesem Behandlungszimmer mit den Ausmaßen einer etwas korpulenteren Duschkabine. So geht das einige Zeit weiter. Ich sitze auf einer Matratze und atme vor mich hin, während die zwei Expertinnen über die korrekte Nutzung des Geräts streiten. Stumm steht die dritte immer da. Endlich werde ich wieder in den Warteraum geschickt. Wir vier trennen uns mit dem unguten Gefühl voneinander, dass das ganze hätte anders laufen müssen, wenn es richtig gelaufen wäre. Aber niemand sagt etwas. Die Verlegenheit ist unser unsichtbarer Begleiter. Bald darauf werde ich vom Arzt empfangen.

(hier geht es weiter)

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