Archiv für August 2009

Fleisch von seinem Fleisch?

August 30, 2009

Warum wird im ICE-Bordbistro eigentlich so penetrant mit den Gesichtern irgendwelcher Köche des Monats geworben? Mag sein, dass da der Zeitgeist an mir vorbei gezogen ist, aber mich interessiert es überhaupt nicht, wie der Mensch aussieht, der mir da mein Essen macht. Es soll gut schmecken, mehr verlange ich nicht. Ich muss auf den Briefen, die mich erreichen, auch kein Foto meines Postzusteller haben, nur weil der gute Mann mir so zuverlässig den Briefkasten füllt.

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Witzig ist witzig

August 30, 2009

Hat die Bundesregierung ein milliardenschweres Humorpaket beschlossen oder warum laufen wieder so viele Leute in dämlichen Fun-Shirts herum?

Israelischer „Karikaturenstreit“?

August 29, 2009

Und es geht ganz munter weiter mit den europäischen Attacken auf Israel. Erst vor ein paar Tagen hat eine schwedische Zeitung ihren journalistischen Offenbarungseid geleistet und sich um die weitere Verbreitung des Antisemitismus verdient gemacht. Israelische Soldaten, heißt es in einem Artikel, würden getöteten Palästinensern die Organe entnehmen und diese an jüdisch-amerikanische Organhändler weitergeben (so die Kurzfassung). Im Iran wird man gezwungen, solchen Dreck in die Zeitung zu setzen, in Schweden macht man das aus freien Stücken.

Anstatt über diesen Skandal zu sprechen, wird sich an der überzogenen Reaktion des israelischen Außenministers abgearbeitet und das eigentliche Problem ignoriert. So wird den Israelis genüsslich vorgehalten, sie seien eigentlich auch nicht besser als die „islamische“ Welt vor drei Jahren, als in Folge der Mohammed-Karikaturen Botschaften brannten und Menschen ermordet wurden (mehr als 140). Dieser Vergleich ist absurd.

Es geht schon mit den Motiven für die Veröffentlichung los. Um da Parallelen ziehen zu können, müsste man sich die Vorgeschichte zu dieser Veröffentlichung in etwa so vorstellen: die Aftonbladet-Redaktion bemerkte verwundert, dass sich kein Journalist mehr traut, aus antisemitischen Lügen einen Artikel zu zimmern (so wie kein dänischer Künstler sich traute, mit seinem Namen zu Mohammed-Zeichnungen in einem Kinderbuch zu stehen). Um der Sache auf den Grund zu gehen, hat sie dann einen Wettbewerb ausgeschrieben und jeder durfte einen antisemitischen Lügenartikel einreichen – ein Aufruf, dem schließlich nur Donald Boström folgte. So tief wird nicht einmal Aftonbladet gesunken sein, dass diese Vorgeschichte stimmen kann. Damit hätten wir schon einmal einen entscheidenden Unterschied.

Es gibt da aber noch ein paar weitere:

( hier geht es weiter)

Noch mehr Beobachtungen aus dem ICE

August 26, 2009

Ich habe mir vor drei Wochen einen Deutschland-Pass zugelegt. Für den ganzen August. Möglich wurde das, weil man bei der Bahn auch 26-Jährige noch zu den Jugendlichen zählt. Vielen Dank dafür. Das Angebot kostete 240 Euro und lohnt sich unbedingt. Bahn fahren ist in den besten Momenten entspannend und schön, aber in den weniger guten Momenten – die gibt es öfter als vermutet – nervtötend, frustrierend und anstrengend. Wobei man interessante Beobachtungen machen kann (wie hier).

In Extremsituationen wie dem Kampf um die wenigen Sitzplätze, lässt so mancher das bisschen antrainierte Zivilisation hinter sich, die ihm eingetrichtert wurde. Da werden Schwächere an die Wand gedrängt, Kinder mit Regenschirmen malträtiert, damit sie den Platz räumen und Koffer als Sperren eingesetzt. Besonders unappetitlich ist der Fahrgast, der reserviert hat und nun verlangt, dass sich der ganze Zug vor seiner Reservierung verneigt. „Ich hab reserviert!“, geifert er und kämpft sich durch eine Menschenmasse hindurch zu seinem Platz. Dass er auch ganz entspannt hätte warten können, bis der erste Trubel nachgelassen hat, geht ihm nicht in den Kopf. Er hat reserviert und er will auch was von seiner Reservierung haben, von der ersten Sekunden an.

Ein ästhetischer Tiefpunkt war erreicht, als ich heute im ICE einen Platz suchte und sich in einem Abteil mit sechs Plätzen nur ein Mann aufhielt. Leider lag dieser aber ausgestreckt auf dreien, mit entblößten Bierbrauch dank fehlendem T-Shirt. In der BILD stand in der aktuellen Ausgabe (hier) etwas von Aliens, die in Mexiko einen Bauern verbrannt haben, ich überlegte, ob diese Außerirdischen vielleicht auch einen Ballermann-Touristen von Mallorca in Spanien in den ICE nach Deutschland versetzen können.

(von hier)

Palästinenser und Aftonbladet

August 25, 2009

Ich arbeite gerade an einem Artikel, in dem es darum geht, dass Palästinenser die Gehirne aus den lebenden Körpern von Aftonbladet-Redakteuren entnehmen. Heißes Eisen, ich werde es mal der Aftonbladet anbieten.

Ich arbeite gerade an einem Artikel, in dem es darum geht, dass Aliens die Gehirne aus den lebenden Körpern der Aftonbladet-Redakteure entnehmen. Heißes Eisen, ich werde es mal der Aftonbladet anbieten.

Aftonbladet

Vergangenheitsbewältigung im ICE

August 21, 2009

(Auf der Strecke zwischen Frankfurt und Mannheim)

„Der Michel Friedman und der Ralph Giordano vom Zentralrat der Juden verlangen vom Bundespräsidenten, dass er Felicia Langer, dieser Jüdin und Israelin, den Friedensnobelpreis… äh, das Bundesverdienstkreuz wieder abnimmt. Von dieser Holocaustüberlebenden, die sich für die Palästinenser einsetzt.“ So fasste eine alte Damen den Streit um Felicia Langer zusammen. Ihr Mann nickte betroffen. Schlimm, was die machen, die Juden, beziehungsweise nicht alle Juden, denn Felicia Langer ist ja auch eine, aber wenn man die rausnimmt, dann ist es schlimm.

Weil die Zugfahrt aber noch nicht vorbei war, hatte die alte Dame noch mehr mitzuteilen. „Ihre Vergangenheit machen die Juden immer zum Thema, wenn sie in der Defensive sind.“ Das war nicht antisemitisch gemeint, sondern war eine schlichte Feststellung. Sie geht ja mit offenen Augen durch die Welt, sie hat es längst durchschaut. Der Mann nickt. Was soll man da machen, wenn die diese Vergangenheit so ausnutzen. Ich überlege einen Moment, ob es eigentlich den Tatbestand der Vergangenheitsleugnung gibt

(ganzer Artikel: hier)

Hoffnungen im Heiligen Land

August 18, 2009

Die Obama-Regierung kritisiert zudem Pläne Israels, nach denen in Ost-Jerusalem weitere Häuser gebaut werden sollen. Die Palästinenser hoffen darauf, diesen Teil der Stadt irgendwann zur Hauptstadt eines palästinensischen Staates machen zu können. Israel argumentiert hingegen, dass die jüdische Bevölkerung auf natürlichem Wege immer weiter wachse.

Sie hoffen auf so Vieles! Sie hoffen darauf, dass Israel verschwindet bzw. vernichtet wird, sie hoffen darauf, dass die Juden verschwinden bzw. vernichtet werden und gleichzeitig hoffen sie darauf, irgendwann Ostjerusalem zu ihrer Hauptstadt zu machen.

Man sollte ihnen mal erklären, dass Reserve-Hoffnungen nicht akzeptiert werden. Ostjerusalem als Hauptstadt ist ja nur der Trostpreis, den sie sich warm halten wollen für den Fall, dass die beiden ersten Hoffnungen nicht in Erfüllung gehen.