Blinder Protest

Über die Achse des Guten bin ich auf diesen Link gestoßen, in welchem sich der AStA der FU Berlin über die rassistischen Äußerungen eines Professor beschwert. Ich will jetzt nichts zu diesem Vorfall sagen, weil ich nicht weiß, was da passiert ist, aber die Sprache von linkspolitischen und jungalten Studenten finde ich immer wieder lächerlich.

„Rassistische Benennungen sind nie «wertneutral». Als sprachliche Konstruktionen von Sklaverei und Kolonialismus können sie nicht von ihren abwertenden Bedeutungen losgelöst verwendet werden.“ erklärte Falko Grothe, AStA-Referent für Öffentlichkeitsarbeit.

Sklaverei und Kolonialismus sind Konstruktionen oder wie oder was?  Warum kann man das nicht in einer anderen Sprache als dem Beamtendeutsch schreiben?

Die Vorfälle seien, so Grothe weiter, exemplarisch für die rassistische Strukturierung deutscher Universitäten, die Verdrängung kritischer Wissenschaften im Zuge der Bologna-Prozesse und koloniale Kontinuitäten.

Gut, vielleicht ist die Kritik an diesem Professor berechtigt, vielleicht auch nicht, aber was bedeutet dieser Absatz genau? Deutsche Universitäten sind rassistisch und kolonialistisch?

Kris Kühn, aus dem FrauenLesbenTransInterA-Referat weist darauf hin, dass „jeder Rückgriff auf rassistische Benennungspraktiken die damit einhergehenden ideologischen Vorstellungen und Hierachisierungen reproduziert. Ein bewusster Umgang mit Sprache ist deshalb wichtig für eine Auseinandersetzung mit Rassismus.

Ja, bewusster Umgang mit Sprache. Das klingt so wie sich das Referat nennt: FrauenLesbenTransInterA-Referat. Und so bewusst wie sie denken, schreiben sie dann auch…

Die Universität sollte ein Raum sein, in welchem sich selbst-kritisch mit Rassismus auseinandersetzt wird. Lehrende wie Studierende stehen in der Verantwortung, diese Auseinandersetzung kontinuierlich zu führen.

Genau, dafür werden auch gerne Gastredner an deutsche Unis eingeladen. Zum Beispiel der iranische Vorzeige-Antirassist Chatamie in Freiburg.

Schade auch, dass man sich in seiner Empörung auf den Professor voll und ganz auf die bewusste Empörung in bewusster Sprache verlassen muss, die der AStA so zu bieten hat. Hät mich schon interessiert, was der Mann genau gesagt hat. Aber ist klar, dass man da vorsichtig sein muss, denn:

Die rassistische Bezeichnung soll an dieser Stelle nicht wiederholt werden, da sie auch durch Zitieren ihre diskriminierende Wirkung entfaltet.

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8 Kommentare - “Blinder Protest”

  1. Gideon Böss Says:

    Da ist die Warnung natürlich richtig:

    „Die rassistische Bezeichnung soll an dieser Stelle nicht wiederholt werden, da sie auch durch Zitieren ihre diskriminierende Wirkung entfaltet.“

    Mein Gott, wie verbissen diese AStA-Krieger für eine gerechte Sprache sind. Ein wenig lockerer hätten sie diesen Typen schon auflaufen lassen können. Es ist ja eher seltsam als gefährlich, wenn heute jemand von Negern spricht. Und lächerlich macht er sich damit gratis dazu (was die AStAianer aber auch ganz ohne Verwendung dieses Wortes geschafft haben).

  2. mrbaracuda Says:

    Neger

    Und jetzt alle aufpassen, wie sich durch Zitieren die diskriminierende Wirkung entfaltet.

  3. Rika Says:

    Es kribbelt schon gewaltig in meinen morschen Knochen!
    Bin ich jetzt rassistisch infiziert oder gar schon komplett rassistisch nazifiziert?

    Ich fürchte mich!

    Kann ich eventuell durch die Verbreitung antirassistischen Gedankenguts die diskriminierende Entfaltung rückgängig machen?

  4. max Says:

    Nur schon alleine der Hinweis, dass die inkriminierte Aesserung nicht wiederholt werden dürfe, weil sich sonst ihr diskriminatorischer Effekt verwirkliche zeigt, welch Kind die Guten sind. Lass mal den Leser im Ungewissen, er muss ja wissen, dass die Partei immer recht hat. Gut zu wissen, dass dies nicht die akademische Zukunft Europas darstellt, sondern eher die zukünftige Taxifahregilde. Ohne anständige Taxifahrer beleidigen zu wollen.

  5. mrbaracuda Says:

    Entfaltet

    Mulatte

    eigentlich (auch allein schon durch Zitieren) eine diskriminierende Wirkung? Mal bei dem FrauenLesbenTransInterA-Referat anfragen.

  6. Stefan Says:

    Kann man dieses Referat nicht einfach „Referat für angewandte Gender-Comedy“ nennen? Wäre doch viel einfacher.
    Vielleicht hätte er ja „Neger_Innen“ sagen sollen, dann wäre es nicht ganz so schlimm gewesen.
    Was mich wundert, dass das Referat nicht „FrauenLesbenTransInterAMig-Referat“ heißt. Schließlich gibt es doch genug Migrantinnen, die sich mit dem stolz getragenen Kopftuch demonstrativ jeglicher sexuellen Provokation enthalten. Hat doch auch was weiblich-schützenswertes, oder? Durch die Nichtnennung der Migrantinnen zeigen die Frau_Innen dieses Referats ihre rassistisch-kolonialistische Einstellung. Pfui, äh, ich meine Pfui_Innen. Hilfe_Innen, mich hat’s erwischt…


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