Was man in Berlin-Wedding von Salman Rushdie hält

Am letzten Freitag fuhr ich nach Wedding. Ich stieg am Nauener Platz aus und die Läden, Internet-Cafes und Wettbüros informierten vor allem auf türkisch. Sogar die gute alte Coca-Cola wurde durch eine türkische Variante ersetzt. Wer kein Türkisch kann, versucht es hier noch mit Arabisch und wer das nicht beherrscht, hat vielleicht noch eine Chance mit Polnisch. Vor einer Eckkneipe weht die weiß-rote Fahne. Danach wird es eng, wer nur Deutsch oder Englisch versteht, hat es hier schwer. Doch mitten in der türkisch-arabischen Symbiose gibt es auch drei Balkone, die schwarz-rot-golden eingehüllt sind. Die letzten Deutschen. Mutig halten sie die Stellung und können direkt unten im Hauseingang billig mit dem Ausland telefonieren. Weniger als 3 Cent nach Algerien, zum Beispiel.

Was hier auffällt ist, dass bedrängte Minderheiten oft zu Trotzreaktionen neigen. In Wedding gibt es viele ‚jetzt-erst-recht‘-Christen in Trainingsanzügen, die sich breite und glänzende Kreuze umhängen und damit durch die muslimische Mehrheitsgesellschaft wandeln. In der wiederum sind Krummschwerter sehr beliebt, die ebenfalls um den Hals baumeln und einen interessanten Kontrast zur Eigenwerbung ‚Islam ist Frieden‘ bilden. Alles in allem funktioniert das Miteinander zwischen Allah-, und Jesus-Deutschen aber ganz gut. Beide respektieren sich selbst sehr und interessieren sich nicht für den anderen.

(hier geht es weiter)

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