Unter Studenten…der Geschlechterforschung (Erinnerungen an mein Studium I*)

„Wir werden in diesem Semester über gesellschaftliche Geschlechterrollen und hegemoniale Diskurskonjunkturen sprechen“, erklärt die Dozentin. Dann setzt sie sich nicht etwa auf einen Stuhl, sondern auf den Tisch. Eine ganz moderne Frau. So beginnt meine Vorlesung zum Thema Gender Studies bzw. Geschlechterforschung. Der Saal ist überfüllt, aber nicht etwa, weil die Dozentin (nennen wir sie Frau Müller) den Ruf hat, besonders unterhaltsam zu sein, sondern weil es Pflichtveranstaltungen gibt, die man besuchen muss, wenn man die Universität als Soziologe verlassen will.

Weil der Kurs von den Erziehungswissenschaftlern angeboten wird, habe ich Exotenstatus. Zirka 90% der Anwesenden sind Frauen. „Warum heißt es ‚das‘ Mädchen?“, wirft die Dozentin eine Frage in die überfüllte Runde. Keine Antwort. „Weil es sich dabei um die Reduzierung des Mädchens zu einem Gebrauchsgegenstand handelt, der männlichen Machtansprüchen zu genügen hat“, löst sie selber auf. Wieder keine Reaktion. Das muss erst einmal verarbeitet werden. Mehrere Frauen nicken nachdenklich. So haben sie das bislang noch nicht gesehen. Damit ist der Ton für die kommenden Sitzungen vorgegeben. Das ist also Geschlechterforschung.

(hier geht es weiter)

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2 Kommentare - “Unter Studenten…der Geschlechterforschung (Erinnerungen an mein Studium I*)”

  1. Zionist Juice Says:

    warum hat der frau niemand gesagt, dass ein diminutiv immer neutrum ist?! voellig egal was die grundform ist

    das maedchen (die maid)
    das buebchen (der bub)
    das maennchen (der mann)
    das weibchen (das weib)
    das streichholzschaechtelchen (die streichholzschachte)
    das messerchen (das messer)
    das tierchen (das tier)

  2. skydumont Says:

    Das es so etwas heutztage noch gibt. Dachte, das wäre seit den Siebzigern überwunden worden.
    „Das Mädchen“ vs. „der Junge“ wäre übrigens ein Angrifspunkt, aber auch hier wieder „leider“: „die Mad“.
    BTW, nicht wirklich wichtig, aber es heisst auch „Die Mär“, „das Märchen“ und „sich ausmären“ (auf Achgut wird bevorzugt „ausmähren“ verwendet).
    Beste Grüße!


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