Von Kampagnen, Verschwörungstheorien und Propaganda

Es kommt nicht so oft vor, aber dann und wann gerate ich doch in Diskussionen, in denen über die Medienallmacht geklagt wird. Durch diese werden den Menschen Meinung vorgegeben, die diese dann einfach übernehmen. Kampagne heißt das Zauberwort. „Das ist eine Kampagne gegen XY!“ Alle möglichen Leute finden, dass alle möglichen Zeitungen Stimmung für bzw. gegen die Waffenlobby, für bzw. gegen die Atomkraft, für bzw. gegen den Mindestlohn machen. Gerne wird dabei der Axel Springer Verlag genannt. Nun gibt es da glaube ich zwei Missverständnisse.

Zum einen ist es keinesfalls so, dass die Presse neutral und objektiv berichten muss (wer auch immer festlegen will, wann etwas neutral und objektiv ist). Die FAZ zum Beispiel ist kein Schiedsrichter, der immer schön fair bleiben muss in der Berichterstattung über Polizisten und Demonstranten. Und zum anderen haben diejenigen, die die Kampagnen-Theorie vertreten, eine erstaunlich weltfremde Meinung. Zeitungsleser sind nicht so dumm, wie diese Leute (die ja oft nur beleidigt sind, weil ihre jeweilige Kampagne kläglich gescheitert ist) vermuten und Zeitungen nicht so einflussreich, wie sie oftmals selber annehmen.

(hier geht es weiter)

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3 Kommentare - “Von Kampagnen, Verschwörungstheorien und Propaganda”

  1. Maladaktu Says:

    Hi Gideon,

    hast Du schon einmal über die Zeitgeist-Filme und die damit zusammen hängende „Bewegung“ geschrieben? Was Kampagnen, Verschwörungstheorein und Propaganda angeht, sind diese Typen sofort mit dabei…

    MfG

  2. max Says:

    Lieber Gideon, vielleicht sind Verschwörungstheorien etwas weit her geholt, Fakt ist aber, dass sich der Journalismus verändert hat, und dies nicht unbedingt zum Guten hin. Es wird z.B. nicht mehr zwischen Meinung und Meldung unterschieden (wie dies früher z.B. bei der NZZ explizit gehandhabt wurde). Es werden Stereotypen abgeschrieben (ist Dir vielleicht aufgefallen, dass Rechte immer „aufmarschieren“, Linke praktisch nie?) Jedesmal, wenn’s ein halbes Grad wärmer wird, geht im gesamten Pressewald die Welt unter, eine Nummer kleiner geht einfach nicht. Und so weiter. Dies sind vielleicht keine Kampagnen oder Verschwörungen sondern eher Auflagesteigerung, Faulheit und Dummheit. Einerseits ist dies ärgerlich, andererseits aber auch gefährlich. Zeit, dass sich Journalisten ihrer Verantwortung als „vierte Macht im Staat“, die sie ja so gerne sein wollen, wieder bewusst werden.

  3. Markus Says:

    Ich schließe mich meinem Vorschreiber an. Es sind nicht die Kampagnen, die Sorge bereiten – denn die sind des öfteren leicht zu durchschauen -, sondern die Einseitigkeit der Berichte, die Vermischung von Fakten und Ideologie.
    Man schaue sich nur mal die Berichterstattung über Israels Außenminister Lieberman an (Erich Follath im SPON): Vorurteile, uralte Geschichten und Etiketten (Türsteher, Rassist, ultranational, Araberhasser, …).

    Ich denke, dass durch diese Art der Berichterstattung eine Menge erreicht wird: Die Leute, die sich nicht explizit – z.B. aus Zeitmangel – mit der Materie beschäftigen, lesen solche Artikel, sehen sich in ihrem Weltbild einigermaßen bestätigt und übernehmen die vorgekaute Meinung immer stärker.

    Bei Lieberman im übrigen kann m.E. schon von einer Kampagne sprechen.


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