Amokläufer und Killerspiele

Am 11.März hat ein Psychopath fünfzehn Menschen erschossen. Während noch nicht einmal klar war, was genau passiert ist, erklärten diverse Experten schon, warum es so gekommen ist und wer sich alles schuldig gemacht hat. Die Eltern haben versagt und die Schule, der Junge war vereinsamt und frustriert und hatte keine Freunde. Dazu kommt noch, dass er aus der ‚Mittelschicht‘ stammte, in der ein besonderer Leistungsdruck auf die Kinder ausgeübt wird. Hin und wieder wurde sogar spekuliert, ob vielleicht sogar der Täter selbst eine Mitschuld trägt. Aber eigentlich ist das alles zweitrangig, denn der eigentlich Täter ist wieder einmal: das Killerspiel.

Wahrscheinlich gibt es keinen schwächeren Gegner als die pickeligen Computerfreaks, die weder über eine Lobby verfügen, noch selber fähig sind, sich zu verteidigen, weil sie als Gruppe ebenso ungreifbar sind, wie die genaue Definition eines Killerspiels. Es ist doch seltsam, dass sich die Debatten nach Amokläufen immer sehr rasch auf Counter Strike beschränkt und die Schützenvereine wieder in Ruhe gelassen werden (wobei auch die nicht das Problem sind). Dabei ist die Rechnung simpel, nach der solche Killerspiele abgeurteilt werden: das Spielziel ist es, andere Menschen abzuknallen, also neigen PC-Spieler dazu, im richtigen Leben andere Menschen abzuknallen. Nach dieser Logik müsste jeder Liebhaber der Grimms Märchen unter dem erhöhten Verdacht stehen, im richtigen Leben Kinder einzukerkern.

(hier geht es weiter)

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