Archiv für März 2009

Nazis und Ferienlager

März 31, 2009

Der Verein “Heimattreue Deutsche Jugend“ wurde verboten. Als besonders gefährlich wurde angesehen, dass in seinen Ferienlagern die Kinder und Jugendlichen mit nationalsozialistischem Gedankengut indoktriniert wurden. Aber dürfte diese Annäherung an die Weltsicht der Nazis nicht zuvor schon längst im engsten Familienkreis stattgefunden haben? Wie ich darauf komme: Ich kenne niemanden, der seinen Nachwuchs in Ferienlager schicken würde, die von einer “Heimattreuen Deutschen Jugend“ geleitet werden

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Grandiose Idee!

März 31, 2009

Der Korea-Experte der American University in Washington, Peter Beck, erklärte, die Festnahme der Journalistinnen könnte für die Regierungen in Washington und Pjöngjang ein Anlass sein, sich an einen Tisch zu setzen und miteinander zu reden. Allerdings sehe es derzeit nicht so aus, als ob Nordkorea mit sich verhandeln lasse.

Ich bin zwar kein Korea-Experte der American University in Washington, aber irgendwie finde ich, dass da was falsch läuft, wenn die Entführung zweier amerikanischer Journalistinnen der richtige Zeitpunkt dafür sein sollte, endlich miteinander zu reden. So von wegen Verbrecher auch noch für ihre Verbrechen belohnen.

Wie würde es der Beck finden, wenn Nord-Korea zusätzlich noch ein amerikanisches Kriegsschiff angreift, wäre das dann eine zusätzliche Verbesserung der Gesprächsatmosphäre?

Tabelle der am schnellsten in ihren Gefühlen verletzten Minderheiten II (Nachtrag zur Leipziger Buchmesse)

März 30, 2009

Vor einigen Monaten habe ich auf diesem Blog die Tabelle der am schnellsten in ihren Gefühlen verletzten Minderheiten veröffentlicht. Nun muss sie erstmals aktualisiert werden. Mein Besuch auf der Leipziger Buchmesse ist schuld daran. Genauer: die Reaktionen der Buchmesse-Groupies. Genauer: die Art der Reaktionen.

In meinem Artikel über die Messe erwähnte ich, dass von dem tollen Ruf, der dieser Veranstaltung vorauseilt, vor Ort nicht viel übrig bleibt. Die Leute zogen von Messestand zu Messestand, da und dort las jemand aus einem Buch und alles wirkte, wie es eben auf einer 08/15 Buchmesse wirkt. Das konnten viele Leseratten nicht akzeptieren. Leipzig ist doch viel mehr als nur 08/15. Leipzig ist doch der Gegenentwurf zur Frankfurter Buchmesse, auf der es nur um Geschäfte und Kommerz geht. Leipzig ist doch authentisch und das lässt man sich auch nicht kaputt machen. Darum legten die Empörten für einen Moment ihre Bücher zur Seite und bewiesen, auf welch einem anspruchsvollen Niveau ein belesener Freund der Leipziger Buchmesse zu argumentieren vermag. Sollte sich das Publikum in Leipzig vor allem aus solchen Gestalten rekrutieren, wundert es mich, warum nicht Jahr für Jahr rund um die Messe ein lesender Schwarzer Block auf der Suche nach Kritikern die Innenstadt verwüstet.

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Die Deutsche Friedensgesellschaft erklärt der NATO den Krieg

März 27, 2009

Kein Frieden mit der NATO“

Es würde mich wirklich interessieren, wie die Leute aussehen, die solche Aufkleber in Universitätstoiletten auf den Spiegel, in der Aula an die schwarzen Bretter und an jeden Zeitschriftenständer kleben. Sind es studentische Kleinstgruppen der Weltrevolution, die unter Führung eines Alt68ers in der Nacht über den Campus schleichen und sich im Kampf mit dem faschistischen Staat sehen, nur weil sie irgendwelche Flyer auslegen? Sind es Einzeltäter? Killerspieler? Waffenbesitzer? Man weiß es nicht, aber sie sind auf jeden Fall fleißig und stehen auf Action. Deswegen demonstrieren sie so gerne gegen Wirtschaftsgipfel, die Amis und Naziaufmärsche bzw. die Polizei bzw. gegen sowohl als auch.

Jetzt geht es also gegen die NATO. Die hat nämlich runden Geburtstag (60). Und wer ist da an vorderster Front dabei? Die Deutsche Friedensgesellschaft. Ziemlich pazifistisch fordert sie auf ihrer Homepage: Kein Frieden mit der Nato. Und warum? Deswegen:

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Stundenplan

März 25, 2009

In Berlin wird ja bald abgestimmt, ob es Religionsunterricht in der Schule geben soll.

Nun, für was gibt es Kirchen, Moscheen und so Zeug? Da finde ich sogar diese Idee sinnvoller.

Amokläufer und Killerspiele

März 24, 2009

Am 11.März hat ein Psychopath fünfzehn Menschen erschossen. Während noch nicht einmal klar war, was genau passiert ist, erklärten diverse Experten schon, warum es so gekommen ist und wer sich alles schuldig gemacht hat. Die Eltern haben versagt und die Schule, der Junge war vereinsamt und frustriert und hatte keine Freunde. Dazu kommt noch, dass er aus der ‚Mittelschicht‘ stammte, in der ein besonderer Leistungsdruck auf die Kinder ausgeübt wird. Hin und wieder wurde sogar spekuliert, ob vielleicht sogar der Täter selbst eine Mitschuld trägt. Aber eigentlich ist das alles zweitrangig, denn der eigentlich Täter ist wieder einmal: das Killerspiel.

Wahrscheinlich gibt es keinen schwächeren Gegner als die pickeligen Computerfreaks, die weder über eine Lobby verfügen, noch selber fähig sind, sich zu verteidigen, weil sie als Gruppe ebenso ungreifbar sind, wie die genaue Definition eines Killerspiels. Es ist doch seltsam, dass sich die Debatten nach Amokläufen immer sehr rasch auf Counter Strike beschränkt und die Schützenvereine wieder in Ruhe gelassen werden (wobei auch die nicht das Problem sind). Dabei ist die Rechnung simpel, nach der solche Killerspiele abgeurteilt werden: das Spielziel ist es, andere Menschen abzuknallen, also neigen PC-Spieler dazu, im richtigen Leben andere Menschen abzuknallen. Nach dieser Logik müsste jeder Liebhaber der Grimms Märchen unter dem erhöhten Verdacht stehen, im richtigen Leben Kinder einzukerkern.

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Abbas: „Apartheid muss enden“

März 23, 2009

Heißt das, dass bald Juden in den Palästinensergebieten leben dürfen, dort Ärzte und Wissenschaftler werden können und die Gründung eigener Parteien möglich wird, ohne dass diese Rechte angetastet werden, wenn sich Teile der jüdischen Einwohnerschaft bei jeder israelischen Militäraktion mit Israel solidarisiert? Wollen die Palästineser also plötzlich eine liberale Demokratie errichten? Nein, wollen sie leider nicht.