Holocaustleugnung ist nicht gleich Holocaustleugnung

Solange der Papst die Rehabilitation des Holocaust-Leugners Williamson nicht rückgängig mache, gebe es kein Gespräch und keinen Dialog mehr zwischen Juden und Katholiken, sagte der in Frankfurt lebende Friedman weiter.

Hab ich da was verpasst, oder warum hat Friedman mittlerwele zu entscheiden, wer mit wem Dialoge führt? Es ist schon etwas erbärmlich, mit welcher heiligen Wut jetzt auf den Papst eingeschlagen wird, der vieles sein mag, aber ganz sicher kein Antisemit.

Mich interessiert das Geschwätz eines katholischen Außenseiters ziemlich wenig, dafür halte ich das Leugnen des Holocaust in der islamische Welt für extrem gefährlich. Dort dürfte der Protest im umgekehrten Fall noch größer sein, wenn mal ein YouTube-Video einen Imam überführt, der behauptet: „Der Mord an den Juden war ein schreckliches Verbrechen und es ist eine Schande, was wir darüber für Hass-Propaganda verbreiten. Punkt!“ So verschieden können Tabubrüche aussehen.

Diese schon seit Jahrzehnten praktizierte Holocaustleugnung ist offenbar keinen Skandal wert.  Dabei würde der irre Brite mit seiner Meinung zur Judenverfolgung in der muslimischen/arabischen Welt gar nicht weiter auffallen. Aktuelles Beispiel gefällig? Bitte.

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33 Kommentare - “Holocaustleugnung ist nicht gleich Holocaustleugnung”

  1. skydumont Says:

    Die Performance des Zentralrats der Juden ist leider seit Jahrzehnten unerfreulich.
    Schwer zu sagen, was die regelmässige wohlfeile Kritik an bürgerlichen Kräften soll, nichts gegen Kritik als solche, aber die Verhältnismässigkeiten stimmen nicht. Friedman, Galinski, die Sache mit dem Nachmann, Knobloch als Fehlbesetzung, ist schon bitter alles.

  2. Chewey Says:

    @ Gideon

    Nicht die Äusserungen eines extremistischen Wirrkopfs sind der Skandal, sondern seine Wieder(!)-Einsetzung als immerhin Bischof. Williamson ist also aufgrund seiner Ansichten schon einmal als untragbar für ein gesellschaftlich-religiöses Amt eingestuft worden. Die Rehabilitation seiner Person „ohne Not“ legt die Rehabilitation seiner Ansichten mehr als nahe, auch wenn der Papst sich jetzt windet. Deshalb ist Merkels deutliche Kritik trotz Ratzingers Solidaritätsrede „mit den Juden“ vor einer Woche berechtigt: Taten zählen mehr als Worte.

    Apropos, eine Gesellschaft, die Demonstrationen mit „Juden ins Gas“- und „Gaza=Holocaust“-Rufen zulässt, zeigt überdeutlich, was 60 Jahre „Nie wieder!“-Sonntagsreden Wert sind: Gar nichts.
    Der islamische Antisemitismus mag extrem gefährlich sein, aber den Ausbruch von offenem Antisemitismus aus die Mitte der europäischen Gesellschaft (eine Sendung wie Hart aber fair letztens hätte ich mir noch vor fünf Jahren nicht in Deutschland vorstellen können) halte ich für einen Dammbruch, der an Gefährlichkeit ebenfalls nichts zu wünschen übrig lässt.

  3. skydumont Says:

    @chewey:
    Auf die Wiedereinsetzung wirst Du warten können. Es ghing offenbar um die Reintegration einer wichtigen christlichen Gruppe, die den Folgen dieses Konzil in den Sechszigern widerstanden hat. Aus meiner Sicht ist das ein wichtiger Erfolg Ratzingers. Rücknahme der Exkommunikation „ohne Not“, LOL, wie unverständig muss man eigentlich sein um sowas rauszuhauen?
    Man lässt dem Papst ja auch keine Zeit, soll der – wie die Politker heutzutage – Interviews geben und in Talkshows sitzen?
    BTW, in der „Mitte der europäischen Gesellschaft“ gibt es keinen (ernstzunehmenden) Antisemitismus, Du musst die Mitte schon Deinen Bedürfnissen anpassen, damit was daraus wird.
    Selbst Blüm oder Kienzle oder wie sie alle heissen sind primär desinformiert oder unverständig. Bei Steinbach weiss ich nicht so recht, der ist aber aus m.S. nicht „Mitte“.

  4. Chewey Says:

    @ skydumont

    „Rücknahme der Exkommunikation “ohne Not”, LOL, wie unverständig muss man eigentlich sein um sowas rauszuhauen?“

    Da hast du recht. Für die Rehabilitation eines Holocaust-Leugners aus machtpolitischen Erwägungen habe ich tatsächlich kein Verständnis.

    „Es ghing offenbar um die Reintegration einer wichtigen christlichen Gruppe, die den Folgen dieses Konzil in den Sechszigern widerstanden hat. Aus meiner Sicht ist das ein wichtiger Erfolg Ratzingers.“

    Aber hallo. Ganz zu schweigen von der gelungenen Integration pädophiler Priester aus den USA. Man kann ja gar nicht genug integrieren. Wäre eigentlich eine gelungene Integration der NPD in die CDU aus Gründen der Mehrheitsbeschaffung auch ein „wichtiger Erfolg“ ihres Generalsekretärs? Na, das ist dir jetzt sicher zu polemisch.

    „BTW, in der “Mitte der europäischen Gesellschaft” gibt es keinen (ernstzunehmenden) Antisemitismus, Du musst die Mitte schon Deinen Bedürfnissen anpassen, damit was daraus wird.“

    Meinen Bedürfnissen nach Antisemitismus? Wie verständig, ja geradezu luzide von dir erkannt.

    „Selbst Blüm oder Kienzle oder wie sie alle heissen sind primär desinformiert oder unverständig.“

    Da tust du dem armen Kienzle aber bitter unrecht. Der hält sich selbst informationstechnisch für „state of the art“. Aber wenn du es bei ihm und allen anderen „oder wie sie alle heissen“ besser weißt, dann wird es schon so sein.

    „Nachtrag, gute Analyse hier:“
    „Was der sonst so kluge und vorsichtige Papst jedoch verdrängte, ist die Tatsache, dass in dieser Bruderschaft auch Relikte überdauerten, zu deren Überwindung das Zweite Vatikanische Konzil einen wichtigen Beitrag leistete: Etwa der von Antijudaismus triefende Katholizismus, der die Juden bis zum heutigen Tag für den Tod Jesu verantwortlich macht.“
    In dem Artikel sehe ich jetzt nicht so sehr den großen Widerspruch zu meiner geäußerten Meinung, dass durch die Rehabilitation Haltungen salonfähig(er) gemacht werden, die besser gesellschaftlich geächtet werden sollten.

  5. Chewey Says:

    @ Daniel Drungels

    Noch drei Ergänzungen zu deinen richtigen Ausführungen:

    – „Deshalb müssen muslimische Antisemiten zwangsläufig als nicht repräsentativ für den Islam angesehen werden.“
    Im Koran gibt es schon einschlägige, judenfeindliche Suren. Wie weit sich jeder einzelne Moslem damit identifiziert, ist natürlich nicht abschließend klärbar, da hast du recht.
    – Clemens Wergin hat auf die verbreitete folkloristische Betrachtungsweise von Migranten-Antisemitismus hingewiesen, eine Haltung mit durchaus rassistischen Untertönen.
    – Ein wesentlicher Faktor ist der Gewöhnungseffekt. Der arabische Antisemitismus ist eine Realität. Ihn als Realität anzuerkennen, bedeutet noch nicht, ihn zu verharmlosen. In Europa jedoch ist Holocaust-Leugnung nach ’45 ein Novum. Würden Holocaust-Leugner sich so weit durchsetzen, dass ihre Haltung nicht einmal mehr als verachtenswert gekennzeichnet wird – und sei es nur aufgrund der Häufigkeit ihres Auftretens -, dann wird unsere Gesellschaft eine andere werden.

    „Offenbar kann Antsemitismus also geduldet werden, solange er nicht offiziell von oben legitimiert wird.“

    Das ist genau der Punkt.

  6. skydumont Says:

    @Chewey:
    > Für die Rehabilitation eines Holocaust-Leugners aus machtpolitischen Erwägungen habe ich tatsächlich kein Verständnis.

    Es ging hier um die Heimführung einer vom richtigen Weg abgekommenen Herde, eine logische Folge Ratzingers jahrzehntelanger Arbeit. [1]
    Natürlich ist die „Pius-Truppe “ nicht ganz unproblematisch, das soll ja auch kritisiert werden, darum auch der Webverweis, nur diese eine Nase, die möglicherweise absichtlich den Holocaust relativiert bzw. geleugnet hat um die Reintegration zu torpedieren, diese Nase sollte nicht mit dem Dummwerden der Allgemeinheit und platten billigen Analysen (bspw. eines Chewey) belohnt werden.
    Das was wir primär jetzt beobachten ist Antikatholizismus. Zu dem (auch argumentativ) schwachen Rest Deiner Nachricht schreibe ich mal zu Deinem Schutz besser nichts, aber die verlinkte Analyse darf gerne Basis einer Erörterung bleiben.

    [1] Eine Herde, die auf dem Stand des Katholikentums vor dem Vatikanischen Konzil steckengeblieben ist, grundsätzlich nichts Verwerfliches, mit ein wenig Pech wären noch alle Katholiken heute so.


  7. @ Chewey

    zu deinem zweiten Punkt: Ich habe den Beitrag um einen Link zu einem Artikel von Malte Lehming ergänzt, der in dieselbe Richtung geht.

  8. lebowski Says:

    „Hab ich da was verpasst, oder warum hat Friedman mittlerwele zu entscheiden, wer mit wem Dialoge führt?“
    Da Friedman keine offizielle Position mehr bekleidet, hat er nur seine private Ansicht geäußert. Wo ist das Problem?

  9. maladaktu Says:

    Gideon,

    Antisemitismus in der islamischen Welt zu kritisieren tut Not und ist weiterhin ein ehrenvolles Unterfangen. Das wird wohl niemand ernsthaft bestreiten.
    Die Aussagen Williamsons jedoch auf die „leichte Schulter“ bzw. für nicht ganz voll zu nehmen, halte ich für gefährlich. Immerhin bewegt sich Williamson mit der katholischen Kirche in Kreisen, die in manchen Dingen zwar etwas rückwärts gewandt sein mögen, bezüglich Holocaust und Antisemitismus den Wertekonsens der westlichen Gesellschaft teilen.
    Wenn dieser Wertekonsens dermaßen leicht aufzubrechen ist, ja nicht nur das, sondern auch noch quasi belohnt wird (Wiedereingliederung in die Kirchengemeinschaft), dann ist das Ausdruck einer Entwicklung, die Antisemitismus und Holocaust in die Sphäre der Folklore rücken will, ähnlich, wie es heute bereits bezüglich der Muslime getan wird, wie Malte Lehming schrieb.

    Unsere Gesellschaft hat mit der Verurteilung jeglichen Antisemitismus einen Pakt geschlossen, der auch durch irgendwelche durchgeknallten Piusbrüder bnicht aufgebrochen werden darf.

  10. Gideon Böss Says:

    Grundsätzlich gebe ich dir Recht, aber ich bestreite, dass es diesen Konsens gibt, von dem Du hier schreibst:

    “Unsere Gesellschaft hat mit der Verurteilung jeglichen Antisemitismus einen Pakt geschlossen[…].”

    Wir haben vor ein paar Wochen antisemitische Hassausbrüche auf Deutschlands Straßen erlebt, auf denen “Tod den Juden” gebrüllt wurde und darüber haben sich nur die Wenigstens aufgeregt. Im Gegenteil habe ich immer wieder von “friedlichen Demonstrationen” gelesen. Mehr ist den Kämpfern gegen Antisemitismus dazu nicht eingefallen. Leider…

  11. Gideon Böss Says:

    @ lebowski

    Er sagt: „dann gibt es keine Gespräche mehr!“ und nicht „dann sollte es keine Gespräche mehr geben“, was irgendwie anders, eben privat, klingen würde.

  12. Harry Weisswurst Says:

    Es würde sich lohnen die Positionen einiger Würdenträger der „Pius-Truppe“ mal en detail ins Auge zu fassen, nach meiner Kenntnis sind die rückständig, aber nicht antisemitisch.
    Die Diskussion muss hier gesplittet werden, alleine darauf vom Papst etwas zu fordern, was nicht dem Kirchenrecht entspricht, ist einfach zu dünn.
    Williamson wird doch bereits „spezialbehandelt“, mehr kann man doch eigentlich nicht erwarten.

  13. Blub Says:

    @chewy: als Atheist sage ich einfach mal, Du unterliegste einem Irrtum. Der Papst ist kein Antisemit und er hat auch nicht das getan, was Du ihm unterstellst. Er hat die Exkommunizierung aufgehoben, nicht die Bischöfe als solches eingesetzt. Die dürfen jetzt beichten und die Kommunion abholen. Mehr nicht. Die Einsetzung als Bischof ist nicht der Fall und wird auch im Falle Williamsen ohne Rücknahme der Ansicht nicht passieren.

    Klar, der Antisemitismus übernimmt unsere Gesellschaft, aber genau deshalb, weil der Islam unsere Gesellschaft übernimmt. Einen Pakt gibt es in der Gesellschaft nicht, nur warme Worte in Sonntagsreden. Letztlich werden hier von Dir und auch vom ZdJ Freunde des Judentums attackiert und geschwächt. Ich sehe nicht, was daran sinnvoll ist.

    Letztlich sehe ich hier auch eine gefährliche Tendenz der weiteren Legitimierung der Gesinnungsjustiz. Die Exkommunizierung war ein Urteil wegen Gottesfrevels, was sich in Widerspruch zum Konzil ausdrückte. Nachdem dieser Konflikt entschärft worden ist, entfällt dieser Punkt und Begnadigung ist fast zwingend.

  14. Chewey Says:

    @ Blub

    „Der Papst ist kein Antisemit“

    Das habe ich auch nicht behauptet.

    „Er hat die Exkommunizierung aufgehoben, nicht die Bischöfe als solches eingesetzt.“

    Du hast recht, da war bei mir ein Informationsdefizit.

    „Letztlich werden hier von Dir und auch vom ZdJ Freunde des Judentums attackiert und geschwächt. Ich sehe nicht, was daran sinnvoll ist.“

    „Freunde des Judentums“ ist ein so unspezifischer Begriff und die katholische Kirche ist eine so umfassende Institution, dass ich mit pauschalen Aussagen an dieser Stelle sehr zurückhaltend wäre. Kritik sollte dann geäußert werden, wenn sie angebracht ist. Ist sie überzogen, kann sie natürlich ebenfalls Gegenstand von Kritik werden.

    „Letztlich sehe ich hier auch eine gefährliche Tendenz der weiteren Legitimierung der Gesinnungsjustiz. Die Exkommunizierung war ein Urteil wegen Gottesfrevels, was sich in Widerspruch zum Konzil ausdrückte. Nachdem dieser Konflikt entschärft worden ist, entfällt dieser Punkt und Begnadigung ist fast zwingend.“

    Schauen wir uns diesen Punkt mit dem heutigen Wissen noch einmal an: Williamson verbreitet seine Ansichten seit 20 Jahren. Papst und Kurie hätten sehr gut wissen können (müssen), wen sie da heim in den Schoß der Kirche holen. Nehmen wir an, es war ihnen nicht präsent und sie haben aus ganz anderen Gründen begnadigt. Dann hätte spätestens nach Williamsons Interview im schwedischen Fernsehen der Papst ÖFFENTLICH sagen müssen (öffentlich, weil auch das Interview öffentlich war), „Moment mal, so haben wir nicht gewettet, wenn du die Versöhnung von Kirche und Pius-Bruderschaft willst, ist das der ganz falsche Weg“. Dann hätte es den ganzen Skandal aus meiner Sicht nicht gegeben.
    Oder er sieht das ganz anders, dann hätte er Merkel und den anderen entgegenhalten müssen, „Wir verbitten uns jede Einmischung in unsere inneren Angelegenheiten, selbstverständlich kann auch ein Holocaust-Leugner Kirchenmitglied sein.“
    Aber was tut er? Nach immensem Druck verlangt er von Williamson, seinen Ansichten „abzuschwören“. Was der natürlich nicht tut, er will erst „untersuchen“. Warum das? Entweder war sein Verhalten in Ordnung, warum dann die Aufforderung? Oder es war nicht in Ordnung, warum wird es dann nicht sofort moniert?
    So oder so, der Eindruck bleibt verheerend, dabei bleibe ich. Wird hier keine Lösung gefunden, werden wir in einem halben Jahr von sonstwem Sätze wie „Den Holocaust hat es nie gegeben, das sagen ja sogar Leute in der katholischen Kirche“ hören.

  15. Sebastian Says:

    Das Holocaust – Leugnungen, die von irgendwelchen Wirrköpfen stammen, immer wieder aufgebauscht werden, ist für mich nicht nachvollziehbar. Für mich persönlich gäbe es jedenfalls weitaus interessante Nachrichten.
    Das man solche Äußerungen im Sinne der kollektiven Islamophobie aber relativiert bzw. umkanalisiert, ist natürlich im Sinne der judäischen Volksfront.
    Die Meldungen von Holocaust – Leugnungen, oder anderen antisemitischen Entgleisungen dienen aber vortrefflich zur Instrumentalisierung der Opferrolle, welche Israel als moralische Keule im Zuge seiner Agressionspolitik dringend benötigt!

  16. Gideon Böss Says:

    „Das Holocaust – Leugnungen, die von irgendwelchen Wirrköpfen stammen, immer wieder aufgebauscht werden, ist für mich nicht nachvollziehbar.“

    Für dich sind also Ahmadinedschad und ein Großteil der religiösen Autoritäten der islamischen Welt Wirrköpfe? Aber dann die Islamophobie beklagen…

    „Die Meldungen von Holocaust – Leugnungen, oder anderen antisemitischen Entgleisungen dienen aber vortrefflich zur Instrumentalisierung der Opferrolle, welche Israel als moralische Keule im Zuge seiner Agressionspolitik dringend benötigt!“

    Deine Kommentare kranken wirklich ein wenig daran, dass sie ohne Argumente auskommen. Behauptungen reichen aber nicht aus.

  17. Chewey Says:

    @ Sebastian

    judäische Volksfront, Instrumentalisierung, Opferrolle, moralische Keule, Aggressionspolitik – du hast wirklich kaum was ausgelassen. Glückwunsch.

  18. Harry Weisswurst Says:

    „Judäische Volksfront“ ist aus „Leben des Brian“, er meinte aber ganz unwitzig die Judenlobby, ansonsten eine klassisch antisemitisch gehaltene Argumentation.

  19. eyn shem Says:

    jawohl sebastian le boheme!
    die israelische agressionspolitik. warum nennst du es nicht einfach einen kreuzzug? ups sind ja keine kreuzler. und israel irgendwie nicht das fraenkische koenigreich von jerusalem.
    mmmh. obwohl, hier gibts ja einige frenks. aber das fuehrt jetzt zu weit.

    auch fuer dich gilt: גיי קאַקן

  20. multi_io Says:

    Diese schon seit Jahrzehnten praktizierte Holocaustleugnung ist offenbar keinen Skandal wert. Dabei würde der irre Brite mit seiner Meinung zur Judenverfolgung in der muslimischen/arabischen Welt gar nicht weiter auffallen.

    Die seit Jahrzehnten von Williamson praktizierte Holocaustleugnung ist auch nicht aufgefallen. Was aufgefallen ist, ist die Aufhebung der Exkommunizierung des Holocaustleugners Williamsons durch den Papst. Alles klar?

  21. Gideon Böss Says:

    @ multi_io

    Interessante Alternativwelt, in der Du lebst, macht deine Sichtweise aber nicht richtiger.

  22. Sky Says:

    Sachlich scheint es richtig gewesen zu sein.
    Das Geile war tatsächlich ganz primär die Möglichkeit an den Papst ran zu kommen.

  23. multi_io Says:

    „@ multi_io
    Interessante Alternativwelt, in der Du lebst, macht deine Sichtweise aber nicht richtiger.“

    Ich lebe in der Realität, und in der bestreitet Williamson schon seit den 80ern den Holocaust (was übrigens jede jetzt nachgeschobene „Entschuldigung“ lächerlich wirken ließe). Trotzdem war er bis vor ein paar Monaten der breiten Öffentlichkeit — mich und vermutlich dich eingeschlossen — unbekannt. Erst nach der Aufhebung der Exkommunizierung schlugen die Wellen hoch. Somit ist meine Aussage richtig und die Annahme, Holocaustleugnungen würden generell nur dann nicht wahrgenommen, wenn Islamisten sie verbreiten, falsch.

  24. Gideon Böss Says:

    „Trotzdem war er bis vor ein paar Monaten der breiten Öffentlichkeit — mich und vermutlich dich eingeschlossen — unbekannt.“

    Ja, wie soll man auch etwas kritisieren, was man nicht kennt?
    Nicht jeder ist ein Vatikan-Experte oder will das sein.

  25. Sky Says:

    Ich kannte diese Pius-Truppe, ich meine auch diesen Bischof namentlich, von Holocaust-Relativierung war mir nichts bekannt. Das wurde dann erst sehr sehr breit kommuniziert/thematisiert als der Papst rekommunizierte.
    Vermutlich hat multi_io recht, wenn er behauptet, dass der Williamson immer so geredet hat.

    Mit der Logik, die hier u.a. auch von Dir gefahren wird, lieber Gideon, könnte man jetzt auch der SPD ans Zeug wg. Tauss.

  26. Gideon Böss Says:

    Kann ja gut sein, dass er immer so geredet hat, da er aber nicht gerade zur A-Prominenz gehört, bekommt man von seinem Gerede im Normalfall nichts mit. Und wenn man nichts mitbekommt, kann man es auch nicht kritisieren, weil man es dann nicht weiß.

    Das Beispiel mit Tauss verstehe ich nicht.

  27. Sky Says:

    Tauss Verhalten könnte systemimmanent sein.
    Seine Aussage, er habe sich beruflich mit dem heiklen Stoff näher anfreunden müssen, ist ein deutliches Alarmsignal!
    Wir sollten SPD und diese sich mit diesem Stoff befassenden Problempolitiker mehr kontrollieren!

    Gut aber, dass der multi_ioschen Beobachtung jetzt anscheinend zugestimmt worden ist.

  28. Gideon Böss Says:

    Wenn es Beweise dafür gibt, dass es Teil der von der SPD betriebenen Politik ist, Kinderpronografie zu verbreiten, muss sie beobachtet/verboten werden. Gibt es diese Beweise?

    Zurück zum Pius-Mann: Meint denn irgendwer, dass dieser Typ sich seine Holocautleugnung extra für sein Interview aufgehoben hatte? Natürlich war das auch schon zuvor seine Meinung, nur, die Gedanken sind frei und erst in gesprochener oder geschriebener Rede werden sie für andere kenntlich. Von daher ist die Beobachtung, dass er wohl schon seit längerem so tickte, schlicht trivial im Sinne von: Versteht sich von selbst.

  29. Sky Says:

    Die SPD ist unschuldig wie die katholische Kirche. Solange es keine Beweise gibt. :–)

    Geh bei diesem Williamson mal davon aus, dass der heilige Vater im Groben informiert war und sein Problemschäfchen einer Spezialbehandlung zuführen wollte. Denke mal, dass der Papst hier päpstlich gehandelt hat, er musste den Mann ja mit übernehmen.

    Ob der Papst jetzt die Pius-Brüder aufnehmen durfte ist eine theologisch-politische Frage, die (und nicht Katholischen ;–) fair diskutiert werden muss.

    Mit dem multi_io gabs wohl ne Vorgeschichte, gell. ;–)

  30. Gideon Böss Says:

    „Die SPD ist unschuldig wie die katholische Kirche. Solange es keine Beweise gibt. :–)“

    Wer wirft denn der katholischen Kirche Holocaustleugnung vor?

  31. Sky Says:

    Na, implizit gehts doch genau darum, wenn bspw. Fr.Merkel Distanzierungen einfordert oder Uta Ranke-Heinemann sowas hier absetzt: http://www.zeit.de/online/2009/06/papst-holocausleugner <– „netter“ Dokumententitel
    Einige Nachrichten aus dem ZdJ waren auch nicht nett, finde schon, dass u.a. Antkatholizismus und Antipapstismus am Werke sind, vor dem Hintergrund „Wehret den Anfängen!“.
    Das hat mich empört, diese übelste Heuchelei.


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