Kulturimperialismus und Werterelativismus

Erstaunlich oft wird vor Kulturimperialismus gewarnt, wenn jemand die Genitalverstümmelung bei Mädchen schlicht ein widerliches Verbrechen nennt. Dürfen wir anderen unsere Werte aufdrängen? Können wir uns das wirklich leisten? Trotz Auschwitz und den Kolonien?

Der Respekt vor anderen Kulturen ist bei uns sehr groß und wächst in dem Maße, in dem die andere Kultur primitiv und gewalttätig ist. Menschenrechte und solches Zeug spielen für die Beurteilung des Fremden keine Rolle, was für die Menschenrechtsidee natürlich blöd ist. Der bescheidene Hinweis darauf, dass natürlich nicht jede Kultur auf dem selben Entwicklungsstand ist, wird vom selbskritischen (eine Tugend, die in anderen Kulturen selten vorkommt) bis selbsthassenden (noch seltener) Teil der Westweltmenschen empört zurückgewiesen. Leben wollen sie dann aber doch lieber in New York und Berlin und nicht im Khartum oder Abuja. Auch die Klitorisverstümmelung ist toll, aber nicht bei der eigenen Tochter.

(hier geht es weiter)

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13 Kommentare - “Kulturimperialismus und Werterelativismus”

  1. skydumont Says:

    > Warum tun sich viele so schwer, „zuzugeben“, dass es wirkliche Freiheit (bisher und leider) eben nur im Westen gibt?

    Das ist ganz einfach, die meisten sind zu doof zu verstehen, dass es in anderen Ländern anders abgeht, und einige sind so vom Hass auf die westliche Systemform durchsetzt, dass ihnen alles recht ist, nur nicht das Gegebene.
    Die Freude der Langhaarigen bspw. als Vietnam aufegegeben wurde (und die Kommies anfingen zu morden) oder als der Iran islamisch revolutioniert wurde (und alle möglichen gehängt, gesteinigt oder geköpft wurden) oder die Vorfreude auf die Aufgabe Israels, all das hängt zusammen. In diesem Kontext ist die aktuelle Antipapstkampagne ebenfalls bemerkenswert.

    Man kann eigentlich nur jedem in D empfehlen die Standardmedien („GEZ-Müll“ + SPOn, STERN, FR, TAZ, WELT etc.) wegzulegen und sich anders zu informieren.

  2. Adrian Says:

    Anders informieren… Zum Beispiel über die Piusbruderschaft?


  3. In diesem Zusammenhang muss ich wieder an das Youtube-Video von Mark Steyn denken. Besser und witziger kann man diesen Kulturrelativismus nicht demontieren.

  4. skydumont Says:

    @Adrian:
    Bspw., die sind gar nicht soo übel.
    War ein Plädoyer für die Blogger, sollte Dich also auch betreffen. Wobei natürlich Inhaltsserien, die aus einer bestimmten Ecke kommen, in sich nicht unproblematisch sind.

  5. Adrian Says:

    Auf jeden Fall unproblematischer als eine Verteidigung des Papstes zu diesem Zeitpunkt.

  6. skydumont Says:

    Korrekt, die billige Variante ist das was anscheinend jetzt (bzw. seit 40 Jahren) alle tun. Sollten sich mal eher am Islam festbeissen.

  7. Adrian Says:

    Ja, ja sollten sich alle mal am Islam festbeißen. Denn Antisemitismus ist nur dann relevant, wenn Moslems ihn verüben. Sorry, ich finde eine solche Aussage ist Heuchelei, schlecht versteckt unter dem Mantel eines lupenreien Gewissens.

  8. eyn shem Says:

    ich habe schonmal vor monaten hier darauf hingewiesen, dass sky ein dummdreister marktschreier ist.

    was ist eigentlich dein problem? nur weil der pabst ein christ ist kann er kein arschloch sein oder wie?

    baruch hashemesh

  9. Gideon Böss Says:

    …aber bitte ein wenig auf die Wortwahl achten. Danke.

  10. skydumont Says:

    Soll ich denn hier im Beta-Bereich das Handeln des Papstes erklären?
    Dass es hier um den Zusammenhalt der Kirche geht, das Seelenheil der reintegrierten Schäfchen, dass da einer diese Reintegration möglicherweise torpedieren wollte und dass es für die Reintegration der Bruderschaft irrelevant ist, ob da einer den Holocaust relativiert oder leugnet?
    Die Maßstäbe, die bspw. an die kath. Kirche oder an deutsche Institutionen (oder an Israel) angelegt werden, müssten schon allgemein ausgelegt werden, sonst liegen doppelte Standards oder gar Selbsthass vor. Werterelativismus wäre ja fast noch etwas Feines, es liegt oft Wertezersetzung vor.
    Man muss den Papst ja nicht mögen, ich selbst habe hier ein locker distanziertes Verhältnis, aber was da jetzt wieder abgeht, vgl. auch die Aggression der Kanzlerin, ist schwer fassbar (ich denke, dass hier auch der eine oder andere kleine jüdische Spiesser für den Papst Verständnis aufbringen könnte, wenn er wollte).

  11. Sebastian Says:

    Ich weiß wirklich nicht, wo das Problem liegt. Die Existenz eines Kulturimperialismus ist doch im Westen nicht von der Hand zu weisen. Er tritt in den öffentlichen Debatten unserer politischen Kultur doch immer subtil oder weniger subtil zu Tage!?
    Da müssten die Alpha – Kulturimperialisten Henrik M. Broder und Gideon Böss doch relativ zufrieden sein.

  12. Gideon Böss Says:

    @ Sebastian

    Netter Kommentar, noch bessere wäre er nur noch, wenn er mit Argumenten unterfüttert wird.

  13. Harry Weisswurst Says:

    Der meint mit „Kulturimperialsmus“ vielleicht Aussagen wie „Kultur A ist besser als Kultur B“ oder „unsere Kultur ist besser als eure“, ja, sowas gibts, richtig.
    Das hängt damit zusammen, dass unsere Kultur besser ist als die vieler anderer.
    Würde ich aber nicht „Imperialismus“ nennen wollen.


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