„Killerspiele“ sind auch nicht gewaltverherrlichender als das Christentum

Und Minz und Maunz, die Katzen,
Erheben ihre Tatzen.
Sie drohen mit den Pfoten:
„Der Vater hat’s verboten!“
Miau! Mio! Miau! Mio!
Laß stehn! Sonst brennst Du lichterloh!“

Aktuell gibt es keinen Amoklauf, für den man „gewaltverherrlichende Spiele“ verantwortlich machen kann. Also ist es eine gute Gelegenheit, über „gewaltverherrlichende Spiele“ zu sprechen.

Counter-Strike und Co. machen aus Teenagern potentielle Terroristen und rauben ihnen ihre sozialen Kompetenzen. Dass Computerspiele so etwas wie Anleitungen zum Mord sind, ist seit Robert Steinhäuser bewiesen. Immerhin war der ein begeisterter Nutzer von Ballerspielen. Das ist die Logik, nach der gegen solche PC-Spiele argumentiert wird. Warum dann nicht auch das Frühstück in den Verdacht gerät, die Gewaltbereitschaft zu steigern, ist inkonsequent, immerhin nehmen erschreckend viele Kriminelle regelmäßig ein Frühstück zu sich.

Kann es vielleicht sein, dass ein Großteil der Ballerspiel-Kritiker keine Ahnung von dem haben, worüber sie sich so aufregen – und das ein Grund dafür ist, dass sie sich so aufregen – und von Ego-Shootern nur die Fotos aus den Medien kennen, auf denen Figuren erschossen zusammenbrechen? Irgendwie kommen mir die Reaktionen von Computerspielern souveräner vor, als die hysterischen Auftritte ihrer Kritiker.

(hier geht es weiter)

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9 Kommentare - “„Killerspiele“ sind auch nicht gewaltverherrlichender als das Christentum”

  1. Markus Says:

    „Es dürfte überhaupt wenige Religionen geben, die nicht gewaltverherrlichend sind. “

    Allein die Überschrift fand ich schon irritierend. Das Christentum ist gewaltverherrlichend? Schon eine gewagte These, wenn man sich mit dem Eigentlichen des christlichen Glaubens beschäftigt und nicht damit, was Menschen daraus gemacht haben.

    Und dann kommt in dem ganzen Artikel – mit dem ich im Übrigen sachlich einigermaßen leben kann – nur diese eine Satz über Religion, aber kein Wort über Christen vor. Schon etwas seltsam, dass es dann so fett in der Überschrift steht.
    Haben Sie ein Problem mit Christen, Herr Böss? Wenn ja, dann reden Sie doch mal mit welchen, die zu Jesus Christus eine persönliche Beziehung haben. Sie werden evtl. überrascht sein.

    P.S. Das Christentum ist nicht gewaltverherrlichend. In der Bibel wird vieles über Gewalt erzählt, auch Schreckliches, aber sie wird nicht verherrlicht. Warum schmeißen Sie das Christentum mit „Killerspielen“ in einen Topf??? *Kopfschüttel*

  2. Gideon Böss Says:

    „Haben Sie ein Problem mit Christen, Herr Böss? “

    Einige meiner besten Freunde sind Christen.

    „P.S. Das Christentum ist nicht gewaltverherrlichend.“

    Ich finde die Glorifizierung einer Hinrichtung schon sehr gewaltverherrlichend. Immerhin wird sie als notwendig für die Menschheitsrettung angesehen.

  3. skydumont Says:

    Das Christentum steht u.a. für das Deeskalationsprinzip, Jesus u.a. für die Feindesliebe, jetzt kann man dieses Handlungsprinzip natürlich mit guten Gründen ablehnen, aber hier eine Gewaltverherrlichung hineinzuinterpretieren (entspricht zwar bspw. den sich seit Jahren wiederholenden Statements des WELT-Kommentarchefs Alan Posener, liegt also bedauerlicherweise zurzeit auf WELT-Linie (Axel Springer wird sich vor Wut im Grabe wälzen)) ist abwegig und wäre mir zumindest peinlich.

    In der Sache hat der werte Gideon ansonsten recht, die sog. Killerspiele (bspw. Counterstrike, Halflife, GTA und Hitman) sind zu tolerieren. Sogar Kritik an ihnen ist nicht angebracht.

  4. Markus Says:

    Es geht nicht um die Glorifizierung einer Hinrichtung.

    Wenn einer ihrer besten Freunde sie bei einem schweren Verkehrsunfall rettet und dabei selber getötet wird; wären sie ihm nicht dankbar und würden diese Erinnerung in ihrem Herzen als eine zwar schmerzliche, aber doch für Sie äußerst wichtige behalten?

    Jesus hat sich geopfert, damit wir gerettet werden. Wir brauchen das gleiche nicht noch einmal zu tun. Das ist ein dankbares Gedenken und ein absolut zentraler Punkt unseres Glaubens.

  5. Gideon Böss Says:

    @Markus

    Ja, ich würde Miniaturausgaben meines Freundes herstellen lassen, die ihn mit zersplitterten Knochen – weil Verkehrsunfall – zeigen und das überall aufhängen (um in ihrem Beispiel zu bleiben).

    Und es hat schon etwas von Nötigung, wenn Christen immer wieder sagen, dass man dankbar sein soll, dass Jesus sich für uns geopfert hat. Ich habe ihn nicht darum gebeten und von mir aus hätte er ein langes Leben haben können und irgendwann friedlich im Bett sterben können, anstatt als junger Mann am Kreuz zu enden.

  6. Markus Says:

    Ich musste schon ein wenig schmunzeln, als ich ihren letzten Kommentar las.
    Ja, die Christen machen es einem manchmal leicht, über sie herzuziehen und sie zu belächeln. Seien sie vergewissert: ich habe keine Miniaturausgabe irgendwo rumhängen. 🙂 Das brauch ich auch nicht.

    Nötigung? Wieso? Entweder können Sie etwas mit Jesus anfangen und glauben an ihn und nähern sich ihm, dann kommt auch die Dankbarkeit oder Sie können mit ihm nichts anfangen, dann ist auch sein Opfer für Sie nicht relevant und damit auch kein Dank nötig. Für was sollen sie Jesus dankbar sein, wenn Sie nicht an ihn glauben?

    Und was andere ihnen sagen: Sie sind doch ein intelligenter Mensch. 🙂
    Sie können unterscheiden, ob Glaube Knochensplitter bedeutet oder eine Beziehung und ob sie sich zu Dank nötigen lassen wollen oder nicht.

  7. skydumont Says:

    Die „Glorifizierung“ der Hinrichtung ist nicht gewaltverherrlichend, u.a. weil man ja auf der Opferseite steht.
    Das Problem mit dem falschen Nutzen von Wörtern ist u.a., dass man für das behauptete Ereignis keine Wörter mehr hat, um es zu beschreiben, wenn es eintritt.
    Einfach zugeben: Überschrift beim Versuch der Pointe-Setzung misslungen.

  8. Gideon Böss Says:

    @ skydumont

    Die Überschrift gefällt mir tatsächlich nicht besonders. Aber nicht, weil ich sie für falsch halte, sondern weil sie eher vom eigentlichen Thema ablenkt (in dem Punkt gebe ich Markus recht). Bei meiner Meinung bleibe ich aber, denn man kann auch sehr gut die Gewalt verherrlichen, wenn man auf der Opferseite steht. Ich seh gar keinen Grund, warum das ein Problme ist. (auch die Palästinenser sehen sich als Opfer und habe trotzdem eine gewisse Begeisterung für Gewalt)

  9. skydumont Says:

    Gewaltverherrlichung auf Opferseite geht nicht, es wäre dann eher sowas wie Opferkult oder ein ständiges Anprangern der Tat. Letzteres liegt nicht vor, „Opferkult“ wäre vermutlich OK (Unserer Gesellschaft täte ein wenig mehr Opferkultur und weniger Täterkultur natürlich gut, das aber nur am Rande. ;–).
    Der Zusammenhang mit den sog. Killerspielen wirkt also „etwas“ konstruiert, dennoch darf und muss angemerkt werden, dass die Kritik an Killerspielen oft aus diesen spiessig-miefigen Kirchenkreisen kommt, von Leuten, die einem die Freude am Leben nehmen wollen, von den Gustavheinemännern, die oft genau so besorgt wie doof und spiessig sind.


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