Archiv für Dezember 2008

Wie der Weihnachtsmann einmal beinahe religiöse Gefühle verletzt hätte

Dezember 19, 2008

Der kleine Junge plappert fröhlich vor sich hin und erklärt den Umstehenden in der vollen U-Bahn, dass „der Jesus nächste Woche Geburtstag hat und im Kindergarten haben wir eine Krippe gebaut“. Mehrere Leute lächeln, aber die meisten reagieren gar nicht. „Jesus ist der Sohn Gottes!“, stellt das Kind klar. Die Mutter zieht ihn zu sich auf den Schoss und legt ihm den Finger auf den Mund. Kurz schweigt der Kleine, aber dann fällt ihm noch etwas ein.

„Der Jesus bringt der Welt Frieden und Geschenke“. Jetzt zischt die Mutter verlegen. „Nicht alle Menschen glauben an Jesus“. „Aber Jesus hat nächste Woche Geburtstag. Noch sechs Mal schlafen“. „Aber nur die Christen glauben an ihn, die anderen nicht“. Kurzes Schweigen, dann ist der Junge wieder dran. „Überall kennt man Jesus, weil er Geburtstag hat und Maria…“, die Mutter unterbricht ihn und bringt die Sache auf den Punkt: „Das stimmt nicht, Jesus ist bekannt, aber andere Menschen haben andere Götter. Es ist eine Beleidigung, Leute, die nicht an Jesus glauben, an Jesus Geburtstag zu erinnern. Das interessiert sie auch nicht, sie sagen dir ja auch nicht, wann ihre Götter Geburtstag haben.“ Danach schweigt der Kleine, aber wohl eher, weil seine Mutter wütend ist und nicht, weil er diese Lektion in, äh, Toleranz begriffen hat. Die Mutter wiederum wird für sich beanspruchen, weltweite Krawalle verhindert zu haben und nach den Weihnachtsferien im Kindergarten fragen, wer den Kleinsten eigentlich diesen Religionsimperialismus beibringt.

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Mut zum Chaos

Dezember 17, 2008

Faszinierend finde ich an Ryanair nicht die Möglichkeit, für ein paar Euro durch Europa zu fliegen, sondern dass ein solches Unternehmen sich seit Jahren einen der miesesten Internettauftritte leiste, die ich kenne.

Bildungsfernes Berlin

Dezember 15, 2008

Bildungsferne Schichten ist nicht nur eine schreckliche Wortschöpfung, sondern auch eine, die man in einer Stadt, die arm und sexy ist und sich dabei vor allem etwas auf die Armut einbildet, nicht ignorieren kann. Wie eigentlich alle diese sonderbaren Begriffe, zu denen z.B auch der Migrationshintergrund gehört, dient er dazu, die Schuld für Schulversagen oder eine Karriere als Serientäter auf die Gesellschaft abzuwälzen. Es darf nicht sein, dass jemand versagt und dafür selber verantwortlich ist (Banker sind die Ausnahme von der Regel).

Wenn also ein Junge in der Schule kein Land sieht, wird gerne auf die bildungsferne Schicht hingewiesen, aus der er kommt. Und in der Tat wird es für ein Kind nicht leichter, wenn die Familie keinen Wert auf Bildung legt. Nur sollte dann der Fokus auch auf dem Versagen der Familie liegen und nicht auf dem Versagen der Gesellschaft. Man kann schließlich niemanden zu seinem Leseglück, Opernabend oder Museumsbesuch zwingen. Zumal auch nicht klar ist, ab wann sich jemand eigentlich im Zustand der Bildungsferne befindet und ab wann nicht mehr. Reicht es, täglich die Tagesschau zu sehen, um sich aus der Bildungsferne zu befreien? Und überhaupt: Wer sind denn die bildungsnahen Schichten und wie werden die Leute genannt, die noch einmal ein bisschen näher dran sind?

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Geht ja gar nicht um die Freiheit, geht nur um Gott

Dezember 15, 2008

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Moshe Dayan und die Eroberer

Dezember 13, 2008

dsc00730Feldherren früherer Zeiten werden ja durchaus bewundert. Alexander der Große hatte ziemliches Kriegsglück
und Hannibal zeitweise auch. Ebenso Caesar und Napoleon und natürlich Dschingis Kahn (Hitler wird nur ganz selten in solche Bücher aufgenommen, obwohl er auch ziemlich viel erobert hat – genauso wie Stalin -). Aber in diese Veröffentlichung hat es nun sogar Moshe Dayan geschafft…Also bei aller Sympathie dafür, dass er die Vernichtung Israels verhinderte, muss man doch ganz nüchtern feststellen, dass er nicht mehr als ein paar bescheidene Quadratmeter gut machte. Für einen Eintrag ins Buch der Eroberer hätte es nach meinem Geschmack schon etwas mehr sein müssen. Groß-Israel, mindestens!

Die GEZ in der Berliner U-Bahn

Dezember 11, 2008

Momentan laufen in den Info-Fernsehern des Berliner Nahverkehrs GEZ-Spots. Nun finde ich es ja völlig in Ordnung, wenn der Staat auch Fernsehen machen will, aber dass ich gezwungen werde, an diesem Projekt teilzunehmen, ist dann schon nicht mehr so toll. Vor allem die Begründungen dafür, warum das Zwangsgebührensystem unverzichtbar ist, klingen interessant. Unabhängige Medien sind wichtig, heißt es da zum Beispiel. Das bezweifelt niemand, aber ARDZDF verbinde ich nicht gerade mit Unabhängigkeit. Ein Blick in die Rundfunkräte genügt, um zu wissen, dass selbst 9Live weniger von Interessengruppen abhängig ist als die Öffentlich-Rechtlichen.

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Fußball 3D

Dezember 10, 2008

Irgendwie finde ich die Präsentation von Fußballtoren im Super-Nintendo-Stil total bekloppt.