Obama ist jetzt US-Präsident. Das hat folgende Konsequenzen:

– die „Amerika ist noch zu rassistisch“-Leitartikel bleiben in den Schubladen.

– es beginnt der „Antiamerikanismuskurs für Fortgeschrittene“. Wer jetzt die USA verachtet, weil es die USA sind, der muss mehr aufbieten als die Buchstabenkombination B U S H.

– Die „Amerika ist noch zu frauenfeindlich“-Leitartikel können vorbereitet werden (und wenn auch das nicht mehr gilt, gibt es ja noch die Hispanics, Asiaten, Moslems, Juden und Indianer.)

– Dass ich heute Zeuge einer bizarren Glückwunschzeremonie wurde. In der U-Bahn kurz vor dem Zoologischen Garten. Eine ältere Frau sitzt da und blickt aufgeregt auf den Info-Bildschirm, der über Obamas Sieg berichtet. Sie sortiert ihre Gedanken und Hände, die ruhelos umher springen. Dann entdeckt sie auf der gegenüberliegenden Bank einen Mitreisenden. Genauer gesagt entdeckt sie dessen schwarze Hautfarbe. Sie spricht mit feierlicher Stimme: „Gratulation zur gewonnen Wahl!“ Der Mann lächelt verlegen. Die Frau ist stolz.

(hier geht es weiter)

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16 Kommentare - “Obama ist jetzt US-Präsident. Das hat folgende Konsequenzen:”

  1. Rene Says:

    Schon doof, wenn einem nix mehr einfällt, als irgendwelche Vorurteile zu bedienen. Und was hat das eigentlich mit Berlin zu tun?


  2. Habe zu dem Thema auch einen Blogartikel geschrieben: „Was männliche Fuehrungskräfte von Obama lernen können.“ http://tinyurl.com/6x9sbd

  3. Gideon Böss Says:

    @ Rene

    Ja, ja, das alte Vorurteil, dass Menschen U-Bahn fahren. Sie haben Recht, dem hänge ich immer noch nach. Zum Glück gibt es in diesem Land aber progressive Kräfte wie Sie, die dieses Denken überwunden haben…


  4. Hallo Gideon,

    Du sprichst die “Amerika ist noch zu rassistisch”-Leitartikel an. Ich frage mich, warum plötzlich von einem schwarzen Präsidenten gesprochen werden darf. Müsste es nicht afroamerikanischer Präsident heißen? Mich würde deine Meinung zu dem Thema interessieren. Falls du Zeit und Lust hast, dann schau mal auf http://gehirnschluckauf.blogspot.com/2008/11/ist-barack-obama-ein-prsident-oder-ein.html vorbei.

    Viele Grüße

    DD

    P.S.: Ich hab den Fuchsbau in meine Umleitung aufgenommen

  5. drbuffo Says:

    Obama ist halb weiß und halb schwarz.

    Es ist unangenehm, dass bestimmte Leute meinen, ein Schwarzer würde jetzt Präsident der US werden. Lustig dagegen, wenn Schwarze bei CNN mit großer Selbstverständlichkeit in die Kameras sagen, dass sie Obama gewählt haben, weil er schwarz ist.

    Irgendwo las ich zum erwarteten Obama-Programm heute: „Aus Afghanistan raus, in den Klimaschutz rein“. LOL, genau auf diesem Niveau erwarte ich Obamas Politik.
    Es kann nur eine positive Überraschung geben.

  6. baerbel Says:

    Es ist nur rein spekulativ, aber ich kann mir auch vorstellen, dass der hiesige Antiamerikanismus in der nächsten Zeit weniger einer „für Fortgeschrittene“, werden wird, sondern eher „back to the Roots“ gehen wird und sich mit Israel bzw. der dazugehörigen „Lobby“ befassen wird. das habe ich gestern in meinem Blog ein bisschen ausgeführt und ich fürchte, dass das gar nicht so weit hergeholt ist.

    Obama in der Manier zu beschimpfen, wie das bei Bush so schön funktioniert hat, das traut sich keiner. Nicht, weil es einfach blöde ist, sondern weil zum antiamerikanischen Ticket ein (wenig aufrichtiger, oft antimoderner) „Antirassimus“ einfach dazugehört. Das wird man also bleiben lassen müssen.

    Weil Antiamerikanismus aber ein Ressentiment ist, also unabhängig von Zumutungen wie „Realität“ sich irgendwie äußern muss, wird er schon einen Weg finden. Antiamerikaner sind meistens auch genauso begeisterte „Israelkritiker“ und Antisemiten.

    Dass sie sich in den nächsten vier oder acht Jahren verstärkt auf diesem Gebiet betätigen werden, ist also gar nicht so unrealistisch. Wenn kein Bush als Projektionsfläche mehr da ist, gewinnen die Antiamerikaner eine Menge Zeit für andere Dummheiten.

  7. baerbel Says:

    @drbuffo: wenn du dich schon mit Rassen und Negerschattierungen so gut auskennst: die Hautfarbe kennt zwischen „Schwarzen“ und „Weißen“ genau 16 Abstufungen. Von daher erfährt ein zu hundert Prozent Schwarzer genau 16 mal so viel Rassismus, wie einer, der nur zu 1/16 geschwärzt daherkommt, nicht wahr?

    Weil Rassisten nämlich den Grad ihres Rassismus immer am genauen Hautton festmachen.

    Die Psychologie, die dahintersteckt erklärt auch, warum bei den mini-Dickmanns zuletzt immer die mit dem Überzug aus halbbitter-Schokolade übrig bleiben. Ein heller Gegenstand erscheint immer größer als ein dunkler und verspricht also (im Fall der Schokoladenschumküsse) mehr schaumige Füllung. Außerdem gibt´s von denen mit Weißem-/Vollmilchscholadenüberzug immer nur jeweils 6, von denen mit Bitterschokolade 12.

    Das ist alles viel zu logisch, um wahr zu sein, oder? Das vom halbe-halbe-Obama allerdings
    auch. Und auch nicht gerade klug.

  8. drbuffo Says:

    @baerbel:
    Es ist Rassismus Obama als Schwarzen zu bezeichnen.

  9. drbuffo Says:

    Nachtrag:
    LOL, hab jetzt noch den Rest gelesen. Tja, ich wollte Dich nach einem kurzen Scan Deiner Webpräsenz eigentlich dort loben. Bedauern tue ich mein Vergessen nun allerdings nicht mehr.

    Auf jeden Fall ein interessantes Thema, die allgemeinen Reaktionen sind in etwa so zusammenzufassen (Lothar Emmerich (Journalist) ausgenommen): Der amerikanische Rassismus ist auf dem Rückzug, gut, dass ein Schwarzer gewonnen hat!
    Ist das Dialektik?

  10. baerbel Says:

    @drbuffo nein, das ist ziemlich doof, da muss ich dir recht geben.
    Ich hab dich wegen deines Kommentars für ganz schön doof gehalten und hab einen noch dooferen geschrieben, ich hoffe, du hast die Überspitzung als solche erkannt?

    Falls dein „halb Schwarz halb weiß“ Ironie ist, der ich auf den Leim gegangen sein sollte, dann nichts für ungut. Wenn das ernst gemeint ist, was ist es dann wenn nicht (ein zwar ziemlich goldiger, aber trotzdem) Rassismus?

  11. drbuffo Says:

    Warum ist Obama kein Weißer? 🙂
    Also, irgendwas stimmt da nicht, oder?
    Rassismus ist ein interessantes Thema, vielleicht schreibt Gideon mal was dazu?!

  12. baerbel Says:

    Meinst du nicht, dass es auch o.k. sein kann, wenn sich Menschen selbst als „Nicht Weiß“ oder „Schwarz“, teilweise sogar als „Nigger“ bezeichnen? Um darauf hinzuweisen, dass sich durch die Verwendung politisch korrekter Begriffe oder durch rechtliche Gleichstellung der Rassismus nicht einfach erledigt hat?

    Hautfarbe, auch wenn sie es nicht sollte, spielt eben doch noch eine Rolle, ob man will oder nicht, man ist eben „Black“, indem man nicht weiß ist. Weil die „Weißen“, oder zumindest viele von ihnen, das eben so sehen. „Black“ wäre damt einfach eine Beschreibung eines realen gesellschaftlichen Verhältnisses, eine auf den Punkt gebrachte Kritik am Rassismus der Weißen. Man will sich im immer noch rassistischen Klima nicht vorschreiben lassen, wie man sich selbst bezeichnet, vor allem nicht von Weißen, Doie sich entweder für etwas besseres halten oder die sich nichtl im Klaren darüber sind, dass ihre Hautfarbe ihnen Privilegien sichert.

    So, – und nicht anders – würde ich es eben für nicht unbedingt falsch halten, wenn Leute von Obama als „Schwarzem“ sprechen.

    Das ist, zugegebenermaßen, ziemlich idealisiserend. Diese „Blackness“ wird leider von vielen, die sich dann auch als „Nigger“ bezeinen, zu einer positiven Identität, zu einem Spiegelbild des Rassismus der Weißen, das äußert sich dann unter anderem in identitären Zusammenschlüssen wie den „Black Muslims“ o.Ä., die sich für eine Art bessere Mesnchen halten oder davon faseln, sie seien eine „tropische Rasse“, die nicht für das okzientale Klima in den USA gemacht sei.

    Oder man übernimmt die Zuschreibungen des weißen Rassismus von den besonders „männlichen“ Schwarzen mit dem Besseren Rhytmusgefühl und bastelt sich daraus eine Identität, wie z.B. im Gangsta Rap oder Ragga. (wenn ich auch nicht weiß, welche religiösen o.Ä. Hintergründe da nioch so eine Rolle spielen)

    Dieser ganze Blödsinn wird gerne von frustrierten Jungmännern aufgegriffen und hat eine beschissene Eigendynamik entwickelt. Sie führen alles, was in ihrem Leben nicht klappt darauf zurük, dass sie „Nigger“ sind und suhlen sich in ihrem Opferstatus, blind dafür, dass ihre Benachteiligung auch andere Gründe haben könnte, sie unter Umständen sogar selbst schuld sein könnten, wenn in ihrem Leben nichts klappt. Sozialneidisches, oft antimodernes Ressentiment, das ähnlich funktioniert wie Antisemitismus und daran auch durchaus anschlussfähig ist.
    In ihrer Selbstwahrnehmung übernehmen sie die Verteidigung der „Schwarzen Männlichkeit“ gegen die als „Weiß“ und damit unterdrückerisch begriffene Moderne, mit allem was dazu gehört: Emanzipierte Frauen, Schwule, Intellektuelle, u.U. Juden, und sonstige Zumutungen.

    Das ist komplett bescheuert und wir leider von vielen immer noch in einer Linie mit der tatsächlich gegen rassismus gerichteten selbstbezeichnung als „Black“ gesehen.

    Ich weiß leider zu wenig über den Rassismus von denen, die sich als „native afro-americans“ bezeichnen, ich weiß nur, dass er sich genauso gegen „Mischlinge“ richtet, die sie des Verrats an ihrer schwarzen Identität bezichtigen. Ich weiß auch nicht, inwiefern der eine Rolle spielt, oder ob das nur eine Randerscheinung ist, die so marginal ist, dass man sie vernachlässigen kann.

    Warum mich die Diskussion in Deutschland so nervt, habe ich schon gesagt. Hinzu käme vielleicht noch, dass hier mehrheitlich „weiße“ Deutsche so auf Obamas „Rasse“ (ich glaube, der Begriff trifft hier einfach die Sache) abfahren und sich wie üblich bei Rassisten, einen Scheiß für seine politischen Inhalte interessieren, sofern sie nicht mit seiner Hautfarbe zu tun haben.

    Dass sich der Rassismus in den USA per Obama erledigt haben soll, ist schon ziemlich albern. Als ob mit Merkel als Kanzlerin der Seximus in Deutschland vorbei wäre.

    Bei Lothar Emmerich würde ich mal vermuten, dass seine grauen Zellen altersbedingt nicht so genau wissen, wo sie hin sollen.

  13. drbuffo Says:

    Es war leider doch Klaus Emmerich, Lothar kickt nicht mehr. 🙂

    Die Gesellschaft ist durchsetzt von Rassismus, bspw. die Soziologen, die pol. Kommentatoren und die Polizei arbeiten damit.

    Zu diesem Thema habe ich noch nie etwas Vernünftiges gelesen, meist sinds nur Tabu-Bestätigungen oder pos. Diskriminierung. Alles recht niveaulos.

    Auch heute habe ich wieder tausendmal gelesen, dass ein Schwarzer in den US Präsident wird und wie gut das ist. LOL
    Ich befürchte bei diesem Mann Carterisierung.

  14. baerbel Says:

    Ich hab mich dem Trend angeschlossen, in meinem Blog steht jetzt auch was dazu.

    auf meine Seite geholt

    Eigentlich nur ein Diskussionsbeitrag zum Artikel, den Daniel Drungels in Gehirnschluckauf

  15. Dennis Says:

    Obama macht es ihnen nicht leicht…


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