Die Neokonservativen, Abu-Ghuraib, Guantanamo und meine Meinung dazu (nach der ich im Kommentarbereich gefragt wurde)

Auch wenn ich nicht immer (aber oft) selber kommentiere, verfolge ich die Diskussionen unter meinen Beiträgen durchaus. In Bezug auf den Artikel über den Hass auf Amerika und Israel kam es zu Vorwürfen, dass ich doch die Werte Amerikas nicht feiern kann, denn diese Werte würden Guantanamo und Abu -Ghuraib heißen (sinngemäß). Außerdem seien die Neokonservativen ein Haufen sehr böser Menschen. Na schön, ich versuche dann mal darauf einzugehen.

Gerade der Skandal um Abu-Ghuraib zeigt, was sich im Irak verändert hat. Die widerlichen Vorfälle, die von dort ans Licht kamen, waren unter Saddam der Standard. Jedes Gefängnis im Irak war Abu-Ghuraib, im Prinzip war das ganze Land Abu-Ghuraib. Es hat nur niemanden interessiert. Das ist jetzt anders. Zum Glück. Menschen erniedrigen und demütigen zu können, sind „Talente“, für die man mittlerweile im Irak verabscheut und bestraft wird, in der Baath-Partei waren sie Grundvoraussetzung, um Karriere zu machen. Was in Abu-Ghuraib passiert ist, ist ekelhaft und eine Schande, und kein vernünftiger Mensch wird das anders sehen.

(hier geht es weiter)

Advertisements
Explore posts in the same categories: Nicht kategorisiert

15 Kommentare - “Die Neokonservativen, Abu-Ghuraib, Guantanamo und meine Meinung dazu (nach der ich im Kommentarbereich gefragt wurde)”

  1. S1IG Says:

    Schön dargestellt – Gratulation. Du wirst jetzt zwar von den Welt-Kommentaoren gegrillt, aber es zeigt – Du hast einen Nerv getroffen 😉

  2. drbuffo Says:

    Es ist halt so, dass diejenigen, die sich ganz arg Sorgen um Guantanamo machen, bei anderen weit schwerwiegenderen Problemen distanziert bleiben und keine eigene Meinung äussern. Was Gideon da schreibt ist ziemlich selbstverständlich, allerdings würde ich den Neokonservativismus nicht verteidigen wollen. Blöde Kampfworte sind zu ignorieren.

    Ich rate von WELT-Platformen, die die Möglichkeit zur Lesermeinungsäusserung bieten, Abstand zu halten. U.a. das Niveau und leider auch die Zensur ist unerträglich.

    Die WELT lese ich auch nicht oft.

  3. drbuffo Says:

    Ein Blick in die Leserkommentare genügt, LOL:
    „Zu Guantanamo: Das ist zwar alles richtig, allerdings stellt die Legalisidierung und Autorisierung von Folter einen in meinen Augen nicht entschuldbaren Angriff auf amerikanische Ideale dar.“ (ein eher Zustimmender)
    Da tun sich in der Tat Abgründe auf.

  4. MPH Says:

    @drbuffo
    Der Kommentar war auf die Schnelle geschrieben, und ist tatsächlich unglücklich und im Prinzip überflüssig.

    Trotzdem würde ich gern wissen, was ich als „eher Zustimmender“ für Abgründe aufgetan habe.

  5. drbuffo Says:

    Das Bild von den „amerikanischen Idealen“ ist – dezent formuliert – zu einfach.

  6. MPH Says:

    Sie halten die Herrschaft des Rechts nicht für ein Amerikanisches Ideal?

    Ich empfehle sowohl Gideon Böss als auch Ihnen die Lektüre des Buches „The Dark Side“ von Jane Mayer:

    http://www.amazon.de/Dark-Side-Inside-Terror-American/dp/0385526393/ref=wl_it_dp?ie=UTF8&coliid=I1PUW48IMXUQU0&colid=2F0HR921MEBKA


  7. Sorry, aber bei allem Respekt und aller Freundschaft – das ist Bullshit. Abu Ghraib im Februar 2004 war ein unendlich viel friedlicherer und gerechterer Ort als JEDES Gefaengnis unter Saddam. Ist irgendjemand im Abu Ghraib-„Skandal“ ermordet, vergewaltigt oder auch nur schwer verletzt worden? Nein.

    Das wirklich Bemerkenswerte an Abu Ghraib ist, dass ein Land mitten im Krieg eine solche Untersuchung gegen seine eigenen Streitkraefte einleitet – und zwar bevor auch nur ein einziger Journalist davon gehoert hatte. Das ist sonst nur noch in Israel denkbar, und vielleicht in Australien, Kanada oder Grossbritannien.

  8. drbuffo Says:

    Mal einige der wichtigeren amerikanischen Ideale:
    – Freiheit
    – Marktwirtschaft
    – geringe Steuern
    – Gleichheit vor dem Gesetz
    – „Opferkultur“, also Wehrhaftigkeit, wenn angegriffen, freier Waffenbesitz

    Angreifer werden schon mal hart rangenommen, da wird eben nicht so genau hingeschaut. Ich will diesen Sachverhalt nicht ausdrücklich gutheissen, aber es ist nun mal so. Übrigens wird schon darauf geachtet, dass das harte Rannehmen sich in Grenzen hält; dieses ist jedoch nicht „unamerikanisch“.
    Von einem „nicht entschuldbaren Angriff auf amerikanische Ideale“ kann nicht die Rede sein, da kennt jemand die Amis nicht. 🙂

  9. Rene Says:

    „Jedes Gefängnis im Irak war Abu-Ghuraib, im Prinzip war das ganze Land Abu-Ghuraib.“

    Es ist schon bemerkenswert, die solche Schein-Menschenrechtsaktivisten das eine Unrecht mit anderem Unrecht versuchen zu relativieren. Dabei vergessen diese Schein-Aktivisten jedoch klar, dass eine Demokratie (USA) an vollkommen anderen Massstäben zu messen ist: dort darf so etwas nämlich gar nicht vorkommen.
    Auch wenn Abu Ghraib nicht von oben angeordnet wurde und eher ein Exzess einiger Soldaten unterschiedlicher Hierarchiestufen war, hat es dem Ansehen der USA im Iraq einen unheimlichen Schaden zugefügt und die Glaubwürdigkeit bis in Mark erschüttert.

    „spricht schon die Quote derer, die nach ihrer Entlassung wieder in den Jihad ziehen dafür, dass etwas an dieser Vorstellung falsch ist.“

    Ich lehne mich mal jetzt entspannt zurück und warte auf die Beweise für diese dümmliche Behauptung.
    Fakt ist doch, dass die US-Regierung über Jahre hinweg Menschen weggesperrt haben, ohne den in einer Demokratie und einem Rechtsstaat selbstverständlichen Tatnachweis führen zu wollen. Sie haben auf GigMo elementare Grundrechte, die nun einmal auch für Gefangene gelten, verletzt. Was Bush jun., Wolfi und Co. damit vergessen haben, dass sie damit gegen grundlegende Werte der USA selbst verstossen haben. Es geht nämlich nicht um die Frage, ob ein Hilton Hotel auf GigMo aufgebaut wird, sondern darum, dass dort eine Käfighaltung stattfand, Menschen ohne den Versuch des Tatnachweises und der Richteranhörung weggesperrt wurden und werden und erniedrigt wurden.

    „In Guantanamo träumt man vor allem vom Endsieg über die Ungläubigen, von der Versklavung der Frauen und dem Ausrufen eines religiösen Terrorregimes.“

    Klar. Wenn einen die grösste Demokratie ohne Grund wegsperrt, warum sollte man dann auch noch an deren Werte glauben. Man kann Extremisten auch produzieren und GigMo war eine solche Produktionsstätte für gedankliche Extremisten und Leute, die wohl wenig von Demokratie halten werden.

    „Was soll man denn von denen halten, die Menschen, die von einem Leben in Freiheit und Sicherheit träumen im Stich lassen, aber den Kämpfern für eine judenreine Welt voller Mitgefühl begegnen?“

    Und alle Deutschen sind Judenhasser, oder wie? Schwachsinn ohne Ende

    „Im Übrigen haben die Terroristen in Guantanmo die Möglichkeit, sich juristisch zu wehren … und diverse Organisationen beobachten die Situation im Lager.“

    Das war nun keine freiwillige Leistung der Bush-Regierung. Sie wurde vielmehr durch zahlreiche Urteile von Gerichten bis zum Supreme Court dazu gezwungen und hat immer wieder irgendwie versucht, diese Rechte einzuschränken. Wenn wir also wieder mal Lobeshymnen schwingen wollen, sollten die Tatsachen nicht verdreht und verbogen werden.

    „Außerdem haben wir es doch mit dem Problem zu tun, dass niemand diese Terroristen haben will.“

    In Anbetracht der Tatsache, dass „Terrorist“ ein strafbewehrte Begriff ist und die Personen, die dort eingesessen haben, regelmässig vor keinem Richter oder Richterin gestanden haben (siehe oben) gilt grundsätzlich: Sie genauso viel Terroristen wie George W. Bush und Angela Merkel (wie Gideon Böss und Genossen nun nicht, weil dies zumindest geistige Brandstifter sind).

    „Wenn jemand sagt, dass jeder Mensch das Recht haben sollte, frei zu leben, ist mir das sympathisch.“

    Richtig. Wenn jemand jedoch anderen sein System aufzuwingen will und keine Entwicklung anderer Systeme zulassen will (Stichwort: „Die Stadt auf dem Berg“), ist dies nicht mehr sympathisch.

    „(auch für Frauen in Saudi-Arabie, …)“

    Bloss sollte man dann auch akzeptieren, dass die Familie Bush bis heute sehr gute Kontakte zum saudischen Königshaus unterhält.

    „Sorry, aber so kaputt bin ich nicht, als dass ich die, die so etwas für wünschenswert halten, verachten könnte.“

    Naja, auf eine andere Art kaputt würde ich sagen. Denn wer gleichzeitig unterstützt, dass Recht gebogen und gebrochen wird und zur Durchsetzung der eigenen Ziele schlichte Lügen verbreitet, ist nun nicht derjenige, den ich als ehrenwert betrachten könnte.

  10. Rene Says:

    „Ist irgendjemand im Abu Ghraib-”Skandal” ermordet, vergewaltigt oder auch nur schwer verletzt worden? Nein.“

    Fragt der Täter, der zuvor die Leute gefoltert hat nach dem Motto: Was beschwerst Du Dich eigentlich wegen der blauen Flecke, du lebst doch noch.

    „Das wirklich Bemerkenswerte an Abu Ghraib ist, dass ein Land mitten im Krieg eine solche Untersuchung gegen seine eigenen Streitkraefte einleitet – und zwar bevor auch nur ein einziger Journalist davon gehoert hatte.“

    Was natürliche eine schlichte Verdrehung der Realität ist. Die Armeejustiz wurde darauf aufmerksam und angesetzt, als die ersten Hinweise aus der Presse kamen.
    Fehler passieren und Abu Ghraib wurde nicht von oben angeordnet. Punkt. Aber dass die Streitkräfte das selbst aufgedeckt haben, ist eine Mär der geistigen Brandstifter.

  11. MPH Says:

    „Von einem “nicht entschuldbaren Angriff auf amerikanische Ideale” kann nicht die Rede sein, da kennt jemand die Amis nicht.“

    Ich bin selbst Bürger der Vereinigten Staaten, aber vielen Dank für die Aufklärung über die wichtigeren Ideale meines Landes….

  12. drbuffo Says:

    Schwappen hier jetzt WELT-Kommenatatorenbullen rein?

  13. Rene Says:

    SIIG

    Schon witzig, aber ich habe Deine angebliches Zitat von Wikipedia mal durch den Seitensuchfehler laufen lassen, und dass mit mehreren Wörtern. Und immer kam: kein Ergebnis.
    Also wenn wir mal wieder irgendwelche Zitate verlinken wollen, dann sollte die Verlinkung stimmen. Im Zweifel kannst ja selber ne Website aufmachen, dann wäre es wenigstens ein Stück weniger peinlich für Dich.

    Abgesehen davon: Wikipedia ist immer schon eine eher fragwürdige Quelle gewesen.

  14. S1IG Says:

    @Rene
    Deswegen hatte ich ja auch den Salon-Artikel mit Zitat verlinkt . Sind mehr Artikel notwendig? Das geht ganz schnell! Und Wikipedia war kein Zitat, sondern nur eine (weitere) Quelle 🙂


Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s


%d Bloggern gefällt das: