Archiv für Oktober 2008

Nächste Ausfahrt: Entenhausen

Oktober 31, 2008

Entenhausen oder Fuxholzen? Das ist die Frage, der sich Kinder seit Generationen stellen müssen. Vor allem für die Leser von früher lagen Welten zwischen „Micky Maus“ und „Fix und Foxi“. Sie entschieden sich nicht nur für einen Comic-Helden – sondern für eine Lebenseinstellung. (Quelle)

Diese Frage hat sich mir nie gestellt, natürlich hatte ich mich für Entenhausen entschieden. Das hatte aber weniger mit einer Lebenseinstellungen zu tun, als mit der Tatsache, dass MM einfach besser, witziger und unterhaltsamer als das nervige Fix und Foxi war/ist.

Deutsche Universitäten – Oder: Mohammad Chatami ist willkommen, Josef Ackermann wäre es nicht

Oktober 30, 2008

An der Freiburger Universität ist mit Chatami gerade eine Galionsfigur des iranisch-islamistischen Terrors aufgetreten und soweit mir bekannt ist, nutzte der dortige Rektor die Gelegenheit nicht, dem Irren zumindest deutlich die Meinung zu sagen…Dafür müsste wohl schon einer vom Kaliber Josef Ackermanns kommen, da würde es bestimmt krachen. Oder auch nicht, weil sich die politische Studentenschaft dagegen wehren würde, dass so einem Verbrecher (weil Banker) an der Universität ein Podium geboten wird. Vielleicht würde sie eine Absage erreichen können.

Aber in diesem Fall war es ja nur ein älterer Herr, der ein Tuch um den Kopf gewickelt hat und eine Rede hält. Außerdem hat er mit eigenen Händen bestimmt noch nie eine Frau gesteinigt oder einen Schwulen gehängt. In einer Bekanntmachung der Uni Freiburg ist man darum stolz auf die Kontakte zum aktuell angesagtesten Land für Antizionisten und Judenhasser. Gleich im ersten Satz einer Pressemitteilung steht: „Ehemaliger iranischer Staatspräsident Dr. Mohammad Khatami sprach in der Universität Freiburg – einzige Universität Deutschlands mit aktiver Universitätspartnerschaft mit einer iranischen Universität.“

Warum besteht diese Partnerschaft eigentlich? Ich meine, dass man auf ein abgrundtief böses System positiv einwirken und es durch Argumente zur Selbstauflösung bringen kann, glauben doch ernsthaft nicht einmal mehr die fünf letzten Ostermarschierer.

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Die Neokonservativen, Abu-Ghuraib, Guantanamo und meine Meinung dazu (nach der ich im Kommentarbereich gefragt wurde)

Oktober 24, 2008

Auch wenn ich nicht immer (aber oft) selber kommentiere, verfolge ich die Diskussionen unter meinen Beiträgen durchaus. In Bezug auf den Artikel über den Hass auf Amerika und Israel kam es zu Vorwürfen, dass ich doch die Werte Amerikas nicht feiern kann, denn diese Werte würden Guantanamo und Abu -Ghuraib heißen (sinngemäß). Außerdem seien die Neokonservativen ein Haufen sehr böser Menschen. Na schön, ich versuche dann mal darauf einzugehen.

Gerade der Skandal um Abu-Ghuraib zeigt, was sich im Irak verändert hat. Die widerlichen Vorfälle, die von dort ans Licht kamen, waren unter Saddam der Standard. Jedes Gefängnis im Irak war Abu-Ghuraib, im Prinzip war das ganze Land Abu-Ghuraib. Es hat nur niemanden interessiert. Das ist jetzt anders. Zum Glück. Menschen erniedrigen und demütigen zu können, sind „Talente“, für die man mittlerweile im Irak verabscheut und bestraft wird, in der Baath-Partei waren sie Grundvoraussetzung, um Karriere zu machen. Was in Abu-Ghuraib passiert ist, ist ekelhaft und eine Schande, und kein vernünftiger Mensch wird das anders sehen.

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Reich-Ranicki hat Recht, Elke Heidenreich nicht (und das Fernsehen ist besser als das Theater)

Oktober 21, 2008

Die Rede von Reich-Ranicki war klasse. Aber natürlich hat er keine Ahnung vom Fernsehen. Von daher ist es albern, ihn jetzt zum Niveauretter der TV-Unterhaltung machen zu wollen. Kein Programm wäre wohl so übel, wie die Dauerwerbesendung für Shakespeare und Goethe, die der Literaturpapst anzubieten hätte. Der Mann war einfach wütend und kann eben nichts mit dem anfangen, was ein Atze Schröder treibt. Das ist nachvollziehbar, aber Millionen andere lachen nun Mal über die Witze dieses Perückenträgers. Kein Grund also, Atze vom Bildschirm zu verbannen. Überhaupt geht diese ganze Debatte ziemlich drunter und drüber. Es geht schon damit los, dass gar keine Debatte über das Niveau der Fernsehunterhaltung geführt werden muss. Wenn überhaupt, geht es nur um das Niveau der Öffentlich-Rechtlichen. Was die Privaten machen, ist ihre Sache.

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Lady Jörg

Oktober 21, 2008

Da war ich wohl zu voreilig. Vor ein paar Tagen dachte ich noch, dass man sich aus dem Tod von Jörg Haider keine überzeugende Verschwörungstheorie wird basteln können. Falsch gedacht. Der Verschwörungs-Trend geht eindeutig in Richtung Alkohol. Irgendwer muss dem Jörg da was in sein Mineralwasser gekippt haben, so zirka sieben Bier (je 0,5 Liter) und 22 Schnäpse – wie die österreichische Zeitung heute errechnet hat. Und vielleicht hat sein Ableben ja auch was mit den „Neigungen“ zu tun, denen der Jörg „relativ unverkrampft“ nachging. „Neigungen“ klingt ja schon sehr pervers, sicherlich wird ihn jemand erpresst haben. Und haben die Juden nicht auch was gegen ihn gehabt? Im Gegensatz zur Islamischen Föderation in Wien übrigens, die über erstaunliche Feindesliebe verfügt, sich bestürzt zeigt und selbstverständlich nicht an einen Unfall glaubt: „Am 11. Oktober 2008 wurde Jörg Haider bei einem Autounfall in Klagenfurt verunglückt.“ Kompliziert, kompliziert.Und die EU mochte ihn auch nicht. Meine aktuelle Theorie liest sich darum so:

Jörg Haider ging seinen Neigungen nach, trank dabei Mineralwasser und fuhr schließlich in seinem Auto nachhause. Auf dem Rücksitz hatte sich aber das einzige jüdische Mitglied der Islamischen Föderation in Wien versteckt gehalten und schob dem verdutzten Fahrer einen Strohhalm in den Mund, durch den die von der Zeitung ‚heute‘ errechneten Mengen an Alkohol flossen. Dann legte der Attentäter den Fuß des Betrunkenen auf das Gaspedal und verließ das Auto durch eine von der EU subventionierte geheime Tür (auf den Bildern des zerstörten Autos ist bestimmt irgendwo eine komische Ausbuchtung zu erkennen, das war die Tür!). Der Rest steht in der Zeitung.

Skandal um Fernsehpreis Teil II

Oktober 15, 2008

„Ich fand die Reaktion von Reich-Ranicki überzogen und arrogant, vor allem gegenüber den anderen Preisträgern und den viele anwesenden Kreativen. Das hat mich enttäuscht.“
ProSiebenSat1-Vorstand Andreas Bartl

Ich finde es viel arroganter, dass Bartl hier grundlos kreative Menschen beleidigt, von denen an diesem Abend definitiv wenige bis gar keine zugegen waren.

Wählen nur Rassisten John McCain?

Oktober 15, 2008

Vorab: Mir ist es ziemlich egal, wer die Wahlen in den USA gewinnt. Wenn ich Amerikaner wäre, würde ich wahrscheinlich Obama wählen, einfach weil mir die Republikaner in vielen Punkten doch zu bescheuert sind. Ich finde nicht, dass Menschen, für die die Welt erst ein paar tausend Jahre alt ist, ein so wunderbares Land wie die USA anführen sollten. Andererseits kann ich mich gut mit den Ideen der Neokonservativen anfreunden, die ja wiederum ins republikanische Lager gehören. Demokratien sind der beste Garant für Frieden und obendrein bringen sie den Menschen Freiheit. Von daher ist es eine gute Idee, das Entstehen von Demokratien zu fördern. (Warum genau haben die Neocons eigentlich einen so schlechten Ruf?)
Ich sehe also diesen Wahlen ziemlich entspannt entgegen. Was mich aber immer wieder nervt, sind die Interviews, die sich um die Frage drehen, wie rassistisch die Amerikaner sind. Gerade ist ein solches Gespräch bei SpiegelOnline zu lesen. Da wird ein Sozialpsychologe befragt, der den interessanten Forschungsschwerpunkt “Rassismus ohne Rassisten” hat, der ihm einen krisenfesten Arbeitsplatz sichert. Denn (keine) Rassisten wird es immer geben. Und dann hört man richtig viel Quatsch von ihm. Eine Auswahl:

Das Rassenthema spielt sich vor allem im Unterbewusstsein ganz normaler Bürger ab.

Eine grandiose Feststellung. Die ist so gut, dass man sie nicht widerlegen kann (weil sie nicht beweisbar ist).

Deswegen war Obama bislang so vorsichtig, seine eigene Hautfarbe zum Thema zu machen.

Vielleicht ist Obama aber auch einfach nur nicht so auf seine Hautfarbe fixiert, wie irgendwelche wunderlichen Sozialpsychologen. Vielleicht findet er sogar, dass er andere Talente hat, die interessanter sind.

Aber spätestens seit der Vorwahl in Iowa sehen die schwarzen Wähler, dass er gewinnen kann – darauf sind alle konzentriert und unterstützen ihn.

Meine Vermutung: Der gute Mann hält die Schwarzen für ziemlich primitiv, weswegen er davon ausgeht, dass sie einen Kandidaten schon alleine deswegen wählen, weil er ihre Hautfarbe hat.

Afroamerikaner reagieren sehr empfindlich auf solche Attacken, sie haben sie oft genug erlebt.

Das hängt bestimmt auch ein bisschen davon ab, welche Afroamerikaner man fragt.

Es kann sein, dass die USA immer noch nicht reif sind für einen afroamerikanischen Bewerber – oder dass er so deutlich gewinnt wie er gerade führt. Weil Leute in der Wahlkabine sagen: Obama hat vielleicht eine schwarze Haut, aber die Wirtschaft liegt eben in Scherben – also stört uns das nicht.

Es kann aber auch einfach sein, dass sich ein weißer Wähler aus Gründen gegen Obama entscheidet, die mit seiner Hautfarbe rein gar nichts zu tun haben. Vielleicht kann er mit Obamas Ideen schlicht nichts anfangen und findet die von McCain überzeugender. Kann es in den Augen von Sozialpsychologen eigentlich möglich sein, McCain zu wählen ohne ein Rassist zu sein?