Free taz

In der taz schreiben Korrespondenten darüber, was die Spiele in Peking in ihren jeweiligen Ländern für Reaktionen hervorrufen. Aus den USA heißt es:

Anerkennung mischt sich mit Angst, Überheblichkeit mit Unsicherheit. Und über allem steht die Systemfrage. „Bei uns ist das Züchten von Athleten eben kein Staatsziel“, verteidigen sich Sportfunktionäre. In vielen Zeitungsberichten schwingt oberlehrerhaft mit, dass „bei uns“ der Sport privatwirtschaftlich gefördert wird, aber in einem „freien Land“ niemand Dreijährige auf den Stufenbarren zwingt und nur „kommunistische Diktatoren“ Erwachsene in abgeriegelten Camps auf Gold drillen.

Mit den Spielen haben die Amerikaner mehr über China erfahren als je zuvor. Sie wissen jetzt, dass es Tibet, Umweltprobleme, Zensur, Einreiseverbot gibt. „Aber ich glaube, in der Wahrnehmung überwiegen nicht neue Informationen, sondern alte Stereotype“, meint Politologin Laurie Dundon.

Ich frage mich jetzt nur, warum es oberlehrerhaft ist, auf diesen nicht ganz unbedeutenden Unterschied hinzuweisen. Und solche Sätze braucht die taz-Leserschaft wohl einfach: Sie wissen jetzt, dass es Tibet, Umweltprobleme, Zensur, Einreiseverbot gibt.

Dass es in den USA seit vielen Jahren eine sehr aktive Free-Tibet Bewegung gibt und zwar nicht erst, seitdem die ersten taz-WGs zögerlich ihre Palästinenserfahne gegen die von Tibet austauschten, soll dabei niemanden stören.

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One Comment - “Free taz”


  1. Sorry Gideon, aber ich finde den Satz ganz witzig.

    Und mir wäre viel lieber, ich wüßte nicht, daß es Tibet gibt.


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