Kluge Nächte und und der Antifaschismus der ARD

Es gibt viele Erklärungsversuch für die Existenzberechtigung des öffentlich-rechtlichen Fernsehens, aber keine kann es mit der aufnehmen, die ich gestern im ARD- Hauptstadtstudio hörte. Die Führung hatte gerade angefangen, da erklärte die junge Mitarbeiterin: „Dass es in Deutschland mit ARD und ZDF ein staatlich gefördertes, unabhängiges Informationsangebot gibt, hat etwas mit den Erfahrungen aus der deutschen Geschichte zu tun. Im Dritten Reich wurden alle Medien gleichgeschalten, und viele aus der Presselandschaft haben da gerne und freiwillig mitgemacht.“ Das wäre also alles anders gelaufen, wenn es 1933 schon die ARD gegeben hätte! Die hätte dann nämlich – entsprechend ihrem Auftrag – pflichtbewusst die Politik der Nazis kritisiert, Adolf Hitler sonntags bei Anne Will zum Thema ‘Parasit oder Patriot – Juden besser als ihr Ruf?‘ ins Kreuzverhör genommen und im Fernsehgarten auch mal Jazz spielen lassen.

(hier geht es weiter.)

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6 Kommentare - “Kluge Nächte und und der Antifaschismus der ARD”


  1. Natürlich hätten die einzelnen Rundfunkanstalten nicht die Nationalsozialisten aufgehalten. Wenn das die Intention der Mitarbeiterin war, liegt sie völlig falsch.
    Doch richtig ist, dass ein deutsches Fernsehen zunächst von den West-Alliierten verboten blieb. Eben auch aus dem Grund, dass die Erfahrung gezeigt hat, dass bei privatrechtlichem Rundfunk zur Weimarer Zeit der Hauptteilhabende der Staat war. Deswegen entschieden sich die Alliierten, wenn es schon Fernsehen/Rundfunk in Deutschland geben sollte, dann nur in Anlehnung an die BBC und in der Form, dass „alle gesellschaftlich-relevanten Gruppen“ (über dessen Zusammensetzung gestritten wird und wurde) zusammen im Rundfunkrat die Verantwortung zu teilen haben. Nicht einer relevanten Gruppe, die Nazis bspw., sollte es möglich sein, über Programm, Finanzen etc. zu wachen.

  2. Sascha Says:

    Das Problem ist bloß, dass bei Einführung einer Diktatur, alle „relevanten Gruppen“ auf eine Gruppe reduziert werden – die der Diktatur genehmen nämlich. Ein staatlich kontrolliertes Medienangebot als Bollwerk gegen eine Diktatur zu feiern, ist wirklich mehr als merkwürdig.

  3. Sky Says:

    Die Rundfunkanstalten sind angeblich unabhängig, die Parteibuchkarrieren dort ergeben sich eher zufällig, ja, es ist wirklich so gedacht, dass die staatlichen Medienanstalten ein Gegengewicht und einen Beobachter der Parklamente darstellen sollen. Damits nicht wieder so böse abgeht wie 1933.
    Als die Privatisierung der Visualmedien diskutiert worden ist, Ende der Siebziger und Anfang der Achtziger, da machten sich die Linken ganz arg Sorgen, dass da Medien AKzeptanz finden könnten, die gefährlich werden könnten. Dann würden die staatlichen Anstalten nämlich ihrem Auftrag nicht mehr nachkommen können. Wer sollte dann noch deutsche Politiker, Amerika und Israel beobachten? (Berlusconi nicht zu vergessen. 😉

  4. Schmitt Says:

    Mit einem öffentlich-rechtlichen Rundfunk, wie wir ihn heute haben, hätten es die Nazis wahrscheinlich noch leichter!
    Einseitige Berichterstattung, die nur allzuoft bestätigt und multipliziert, was sowieso schon in vielen Köpfen drin ist (z. B. bei Themen wie Israel, Klimawandel, Wirtschaft).
    Warum sollte sich der „Beamtenrundfunk“ auch noch mit Pluralismus und zweiten Meinungen rumschlagen? Die Gebühren kommen doch so oder so rein!
    Sicherer Job und Altersversorgung machen wohl doch nicht mutig und unabhängig!

  5. Schmitt Says:

    Ein Beispiel für Meinungseinheit:

    Sender PHOENIX
    Jugendforum:“Klimawandel-Verantwortung fpr Generationen“
    vom 14.06.08, 22.15 Uhr

    Einseitiger geht es kaum noch!

  6. Sky Says:

    Ein Graph mit dem Niedergang der Quoten für den ör-Funk wäre hier angebracht.
    Glotzt ja keiner mehr.


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