Schlechte Bücher, Zugfahrten und eine Frau, die im Zug schlechte Bücher liest

Hochkonzentriert sitzt die ältere Frau im Zug und liest. Hin und wieder kann der Anflug eines Schmunzelns erahnt werden, aber eigentlich sieht ihr Gesicht so aus, wie das Gesicht von Menschen, die nicht aus Vergnügen lesen, sondern nur, um das eigenen Weltbild zu festigen. Kein Genuss, sondern notwendiges Übel. Ein Karl-Marx-Leser-Gesicht.

Sie trägt rote Brille zu roter Perlenkette zu grünem Hemd zu grüner Hose und wenn sich über dieses Outfit überhaupt etwas positives sagen lässt, dann, dass es auffällt. Der Zug hat Wannsee gerade hinter sich gelassen und ich nehme mir vor, herauszufinden, was die disziplinierte Leserin da durchblättert. Eigentlich rechne ich mit Schwergewichten der Weltliteratur, spekuliere, dass die rot-grüne Frau sich mit eiserner Disziplin Tolstoi und Co. antut, um dem Ideal eines nicht existenten Bildungsbürgertums zu entsprechen. Aber als sie endlich einmal den Buchrücken anhebt, kann ich sehen, was sie mit so viel Eifer verschlingt:

(hier geht es weiter)

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