Archiv für Februar 2008

Moslems sind Objekte, keine Subjekte

Februar 29, 2008

Sie stellte in einer kommunalen Berliner Galerie ein Plakat aus, auf das strenge Muslime nichts anderes reagieren können, als sich aufzuregen. (SPON)

Warum ist das so oder ist das überhaupt so? Können strenge (???) Muslime wirklich nicht anders, als sich über so etwas aufzuregen? Sind sie eine andere Menschenart, oder warum kann ein Spiegel-Journalist diese definitive Feststellung verbreiten? Und woher weiß der gute Mann, wie streng die Leute sind, die da mit Gewalt gedroht haben? Fragen über Fragen…

Kinofilm: No Country for old Men

Februar 28, 2008

coen_8_dw_kultur_ne_512191g.jpgVon den ernsteren Coen-Filmen, ist das der Beste. Immer wieder überrascht die Handlung durch ungewohnte Wendungen. Figuren treten auf, werden vorgestellt und haben dennoch keine Garantie, länger als die nächsten fünf Minuten zu überleben. Am Ende des Films bleibt sehr vieles unbeantwortet. Eigentlich alles. Sicher weiß man nur, wer alles umgebracht wurde. Genau das macht den besonderen Reiz aus. Außerdem habe ich einen neuen Lieblingskiller: Javier Bardem.

Obama, Spiegel, Clinton, Juden

Februar 28, 2008

Deshalb scheint das Clinton-Team nun auch vor heiklen Attacken nicht mehr zurückzuschrecken: etwa zur Haltung ihres Rivalen zu Israel. Seit längerem schon füttern Clinton-Berater Journalisten diskret mit Hinweisen, Obama stehe Israel kritisch gegenüber und umgebe sich mit Israel-feindlichen Beratern – ein schwerer Vorwurf in einem Land, wo Amerikaner jüdischen Glaubens zwar nur rund zwei Prozent der Bevölkerung stellen, aber insbesondere in der Demokratischen Partei und wichtigen Bundesstaaten wie Florida, New York oder Kalifornien sehr viel Einfluss haben. (SpiegelOnline)

Falsch, es ist deswegen ein schwerer Vorwurf, weil nicht 2/3 der Amerikaner meinen, Israel sei die größte Bedrohung für den Weltfrieden, weil eine Mehrheit der Amerikaner eine positive Meinung über Israel hat und weil es in den USA schwerer als in Deutschland ist, Applaus zu ernten, wenn man keinen Unterschied zwischen einem demokratischen Staat auf der einen und Terrororganisationen auf der anderen Seite machen will. Ist es für den SPIEGEL unvorstellbar, dass hinter der Unterstützung Israels auch andere Gründe als die Macht der gut vernetzten, enorm einflussreichen und immer pro-israelischen (hat was mit den Genen zu tun) Juden stehen können?

Kinofilm: In die Wildnis

Februar 28, 2008

01020108016400.jpgAltkluger Junge verhungert in Alaska… Heute Abend habe ich Sean Penns Verfilmung des spannenden Buches „In die Wildnis“ gesehen. Hat mich nicht wirklich überzeugt. Anstatt 7 Euro fürs Kino auszugeben, sollte man noch 1,95 Euro drauflegen und sich direkt Jon Krakauers Werk kaufen.

Immer mehr Tierarten (Folge des menschgemachten Klimawandels?)

Februar 27, 2008

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Für wie seriös soll man eigentlich Wissenschaftler halten, die in Prozent angeben, wie viele Tierarten durch den Menschen schon vernichtet wurden? Diesen Berechnungen fehlt jede Grundlage, da wir noch nicht einmal ansatzweise wissen, wie viele Tierarten es auf der Welt eigentlich gibt; alleine letztes Jahr wurden bis zu 20.000 (!) neue entdeckt.   

Dieter Hildebrandt – originell wie ein Polenwitz

Februar 27, 2008

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In was für einem Zustand sich das deutsche Kabarett befindet, merkt man daran, dass Dieter Hildebrandt sein Aushängeschild ist. Wenn Rainer Calmund als größter deutscher Leichtathlet durchgehen würde, würde man sich ja auch große Sorgen um die Goldhoffnungen bei Olympia machen. Nun hat Hildebrandt einen TV-Auftritt bei Maischberger gehabt. Dieser Artikel beschäftigt sich damit und lässt auch keine Gelegenheit aus, diesen weniger unterhaltsamen, als vielmehr anstrengend moralisierenden und selbstgerechten Gesinnungsspaßmacher der Generation HJ als Ausnahme-Kabarettisten zu verklären.

Schließlich hat Hildebrandt bereits zu einer Zeit politisches Kabarett gemacht, als der Humor Heinz Erhardts in Deutschland noch als Nonplusultra galt, politische Satire in dieser Form also noch gar nicht existierte.

Wie bitte? Was heute in Deutschland nicht mehr existiert, sind die originellen (und nicht belehrenden), politischen Satiren der Weimarer Republik. Wer einmal das politische Kabarett der zwanziger und frühen dreißiger mit dem danach vergleicht, merkt schnell, wie weit es heute von der einstigen Größe entfernt ist. Und Heinz Erhardt mit Dieter Hildebrandt zu vergleichen ist völlig unsinnig, weil Erhadt schlicht etwas anderes getan hat, als H.

Einen Hitlersketch wie ihn Schmidt 2005 spielte, hätte Hildebrandt nie gemacht. Es ist schwer so jemanden zu parodieren, wenn man ihn kannte.

Hat Hildebrandt nicht im Verlaufe seiner Zeit beim Scheibenwischer auch die ein oder andere Person parodiert, die er a.) auch kannte, und die b.) im Zweifelsfall nicht so schlimm wie Hilter war?

Und zum Ende der Sendung zelebrierte Hildebrandt noch einmal aufs Genialste seinen langweiligen Zeigefinger-Humor, der immer vor allem Aufklärung und moralische Erziehung ist und nur selten, sehr, sehr selten, ins originelle abdriftet:

Doch er (Harald Schmidt) hatte nicht mit der späten Überraschung Hildebrandts gerechnet. Als dritter Gast kam der polnische Filmemacher Stanislav Krzeminski in die Runde. Er überreichte Schmidt die Übereignungsurkunde und einen Schlüssel für einen Golf aus Polen, zusammengebaut aus „Teilen, die vielleicht nicht immer legal nach Polen gelangt sind“. Eine gallige Anspielung auf die Polenwitze, die Schmidt vor zehn Jahren mit Vorliebe zum Besten gab. Weil er, wie er sagte, entdeckt hätte, dass er den Dialekt gut könne. Ein wenig müde wirkte dieser Erklärungsversuch. Hildebrandt jedenfalls freute sich diebisch über seinen Coup. So etwas kann eben passieren, wenn ein Satiriker auf einen anderen trifft, unabhängig von Generationenfragen.

HiHiHi, ich versteh es nicht. Aber ist wohl ne Generationenfrage…

Garten Eden vs. Behördenparkplatz

Februar 26, 2008

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Ein interessanter Artikel über die Unterschiede in der politischen Kultur der USA und Deutschland.

Über die amerikanische Demokratie schrieb Tocqueville: „Das Volk beherrscht die politische Welt Amerikas wie Gott das Universum. Das Volk ist Anfang und Ende aller Dinge.“

Wer die Vorwahlen zu den im November stattfindenden Präsidentschaftswahlen beobachtet, kann sich der Faszination kaum entziehen. Welche Vielfalt der Programme und Personen! Der schrullige Konservative, der die CIA abschaffen will, der tapfere Vietnam-Veteran, der Unternehmer, der Verbraucheranwalt, die ehemalige First Lady und, nicht zu vergessen, der schwarze Senator Barack Obama, der die Herzen der Jugend verzaubert.

Gestern, auf dem Flug nach Deutschland, nahm ich eine Tageszeitung zur Hand. Und ein Name stach mir ins Auge, den ich über Monate verdrängt hatte: Kurt Beck.

Der deutsche Barack Obama heißt in gewisser Weise Kurt Beck. Was wie eine absurde Polemik klingt, ist nichts als die Wahrheit. Denn wenn nichts Unvorhergesehenes mehr passiert, ist Beck der Kandidat, mit dem die deutsche Sozialdemokratie in die Feldschlacht zieht.

Ohne TV-Duell. Ohne Bürgergespräch. Ohne Gegenkandidat. Ohne wirkliche Wahl. Es ist, als habe sich Tocqevilles demokratischer Garten Eden in einen Behördenparkplatz verwandelt.

Kurt Beck nominiert Kurt Beck, das ist die deutsche Wirklichkeit. Selbstkrönung nannte man das bei Kaisern. Im Parteiendeutsch heißt es verschämt: Der Vorsitzende hat das Recht des ersten Zugriffs.

(ganzer Text)