Ausbildung zum Foltermeister

01020107399000.jpgHumor kann eine tolle Sache sein, wenn er von humorvollen Menschen verwendet wird, in jedem anderen Fall wird er zum Alptraum. Ein Ort, wo Alpträume in Serie produziert werden, ist die Kölner Comedy Academy. Auf Spon steht dieser dümmliche Bericht aus der Hölle. Auszüge:

Lustig zu sein – das kann man lernen, meint die Kölner Comedy Academy. In Wochenend-Kursen macht sie junge Comedians fit für die Bühne. Die Teilnehmer merken schnell: Talent allein reicht nicht aus. Denn Humor ist harte Arbeit.

„Lustig“ sein kann jeder, weil dazu nicht mehr gehört, als sich eine rote Nase aufzusetzen und vor Kindern einen Purzelbaum zu machen. Mit Humor hat das aber rein gar nichts zu tun.

Sean Byron muss sein Publikum nur begrüßen – und schon lachen die Leute ohne zu wissen, warum. Ein kurzes, schüchternes „Hallo“ des aufgedrehten Schweizers genügt, dazu eine hektische Bewegung, ein amüsierter Blick. In den kommenden Minuten verfeuert Byron eine rasante Abfolge von Wortspielen: Der freundliche Bruder von Loch Ness? Loch Nett. Die sportliche Schwester? Fit Ness. Wie nennt man eine Mücke in der Schweiz? „Mucke“. Verwirrung deshalb auch, wenn ein Deutscher findet: „Super Mucke“. Da denkt der Schweizer: „Tinnitus?“

Jeder kennt einen Sean Bryon. Das ist der Depp, der einen schönen Abend dadurch zerstört, dass er irgendwann vom Alkohol enthemmt seine auswendig gelernten Wortspiele in Serie verpulvert. Oft wird aus Mitleid gelacht, ein tragischer Fehler der ermutigt, wo doch hartes durchgreifen nötig wäre…

Das Talent ist da: Schon in der Schule hat er seine Mitschüler zum Lachen gebracht, wenn er seine Klassenlehrerin Frau Suhr – in der Schweiz klingt das wie „sauer“ – den Spitznamen „Frau Süß“ hinterher rief. Doch Sean Byron muss noch viel lernen. Einen guten Auftritt zu entwickeln, ist harte Arbeit.

Oh Gott, ist das wirklich ernst gemeint. Klassenclowns sind so ziemlich das letzte, was ich auf der Bühne sehen will, im Übrigen gilt für sie, was für Clowns an sich gilt: sie sind nicht witzig. Und wer es nicht schafft, im Verlaufe der Jahre seinen Humor weiterzuentwickeln, und immer noch Gegensatzpaare bildet (süß-sauer, schwarz-weiß, groß-klein), der bezahlt zu recht viel Geld dafür, Comedian zu werden.

Der ganze Rest steht hier und da gibt es auch zwei Videomitschnitte; man sollte sie angucken und sich vorstellen, dass man bis in alle Ewigkeit gezwungen ist, diesen Leuten zuzuhören, dann kommt der Respekt vor der Hölle von ganz alleine zurück.

Advertisements
Explore posts in the same categories: Anti-Flix, Humor-Steinzeit, Nepper Schlepper Bauernfänger, Verbrecher und/oder Terroristen

One Comment - “Ausbildung zum Foltermeister”

  1. Claudio Casula Says:

    Sehr schön! Schon dieser Blogeintrag ist witziger als das meiste, was man uns im Fernsehen als Comedy verkauft.


Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s


%d Bloggern gefällt das: