Scheibenwischer und andere Zumutungen

hreth2.jpgEs gibt am deutschen Kabarett – zumindest dem öffentlich-rechtlich geförderten – einiges zu bemängeln. Als erstes das Wichtigste: Es ist nicht witzig, kein bisschen. Die Nummern klingen meist eher wie die Belehrungen durch cholerische Pädagogen. Kaum einmal erahnt man in diesem Brei aus dümmlichen, deftig derben Beschimpfungen so etwas wie Wortwitz oder gar scharfsinnige Gedanken. Als nächstes lässt sich bemängeln, dass die Feindbilder so verstaubt sind, dass eigentlich das Wiederholen alter Folgen reichen würde. Vielleicht in Farbe, mehr muss nicht getan werden, denn die Zutaten ändern sich nicht: Parteien im Allgemeinen sind dumm, die CSU im Besonderen, Amis sind Kapitalisten, der Kapitalismus ist noch dümmer als Parteien, außerdem ist Merkel total hässlich und der kleine Mann von der Straße wird von denen da oben immer nur ausgenutzt. Zwar gibt es diesen kleinen Mann gar nicht (mehr) und dient heute nur noch irgendwelchen Populisten und eben den Kabarettisten als imaginäre Masse, für die sie zu sprechen meinen, aber offenbar ist im Kabarettpublikum ein großes Bedürfnis vorhanden, sich aus der Verantwortung zu stehlen, indem man sich zu einem Rädchen im Getriebe verklärt. Objekt zu sein ist nicht so anstrengend wie Subjekt. Subjekte müssen denken und handeln, während Objekte einfach nur Opfer von denken und handeln sind.

Wer aber in einer liberalen Demokratie Objekt sein will, hat es schwer. Da bleibt oft nur noch die Flucht in Parallelwelten, die einem dieses Gefühl der Machtlosigkeit zurückgeben, und das Kabarett ist eine solche. Was nur zeigt, welch trauriges Dasein diese Kunstform heute fristet, in der sich einst so geniale Leute wie Kurt Tucholsky, Fritz Grünbaum, Karl Farkas oder Armin Berg mit Glanzstücken hervortaten. Heutiges Kabarett ist vor allem die Befriedigung der Ressentiments eines reaktionären Publikums. Eine dritte Peinlichkeit besteht darin, dass im Zweifelsfall diejenigen, über die sich all die Pispers und Riechlings lustig machen, diesen Kabarettisten in jeder Hinsicht überlegen sind: Intellektuell sowieso, aber auch oft – das ist die Tragik – in Bezug auf ihren Humor.

Und nun hat mal wieder einer aus dem Scheibenwischer-Umfeld einen wichtigen Kabarettpreis bekommen. Hagen Rether heißt er und obwohl schon all die anderen Kabarettisten ein unterirdisches Niveau erreichen, gelingt es ihm noch, dieses zu unterbieten. Da klimpert er fröhlich auf dem Klavier vor sich hin, sieht in den Moslems die Juden von heute (vielleicht sollte man von Zeit zu Zeit auch mal drauf hinweisen, dass es gar keine neuen Juden braucht, weil es die alten noch gibt. Aber das nur so am Rande erwähnt.), und blendet alles aus, was seiner Empörung über die Behandlung der Moslems durch die Medien eine Trübung verpassen könnte: Etwa die nette Eigenheit mancher Moslems, sich in Menschenmengen in die Luft zu sprengen, was ja irgendwie auch ein bisschen für die Kratzer im Image des Islam verantwortlich ist. Was er außerdem übersieht, ist, dass diese Kampagne gegen den Islam nur in seinem Kopf stattfindet, denn in der Realität bleibt davon nicht viel übrig. Klaviergeklimper hin oder her. In der Berichterstattung wird peinlich genau darauf geachtet, eben nicht die Moslems für den islamischen Terror verantwortlich zu machen. Selbst in New York, wo Tausende Menschen Opfer der Religion des Friedens wurden, leuchtete das Empire State Building zum Ende des Ramadan in grün auf. Ja, so schlimm werden Moslems ausgegrenzt.

An Rethers Meinung ist ja gar nicht einmal ärgerlich, dass er sie hat (Idioten wird es immer geben), sondern dass er für diesen Schwachsinn auch noch mit Preisen ausgezeichnet wird. Und wenn so jemand in der angeblich besten Kabarettsendung, dem Scheibenwischer, eine Bühne bekommt, stellt sich schon die Frage, für was es dieses Format eigentlich gibt. Stammtischgeschwätz gehört in die Eckkneipe, aber nicht ins Gebühren finanzierte Fernsehen.

(Einen interessanten Text über Rether gibt es hier zu lesen.)

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46 Kommentare - “Scheibenwischer und andere Zumutungen”

  1. gokuhi Says:

    hallo,

    über qualität und den damit zusammenhängenden geschmack lässt sich ja immer vortrefflich streiten.
    gegenfrage: welche „newcomer karberatisten“ bürgen für qualität ?
    da wird genaus, oder offt noch viel offensichtlicher mit dem „kleinen mann“, „der frau“, „dem sex“ etc. wortreich,der das was es sein soll, gespielt. meist nur um die quoten nach oben zu drücken.
    die öffentlich rechtlichen befinden sich da natürlich erheblich im zugzwang was dann wohl auch ein grund sein wird, für den entsprechenden nachschub zu sorgen.

    für mich sind commedieans sämtlicher machart immer eine sache mit zwei seiten. nicht jeder witz ist von jedem „großen“ gut. feststellbar für mich ist, gut sind sie meist nur am anfang ihrer kariere. wer sich über die zeit halten wird, und dabei spreche ich jetzt nicht nur von ein zwei jahren, das wird sich zeigen. was aber aucn nichts über qualität aussagt.

    scheibenwischer war ein vorreiter und mit sicherheit damals auch das beste was es so gab. über die heutigen sendungen kann ich nicht urteilen, dafür kenne ich sie zu wenig.

    noch was hinterher: schon immer war es so das der schelm die wahrheit sagen durft ohne dafür gestraft zu werden. ( ein prinziep das wohl noch heute gilt. ) auch wenn die witzigkeiten noch so schlecht, diskriminierend oder einfach auch nur ewig alt u. abgedroschen waren.

  2. Rouven Says:

    Tja, nach dem Tod von Matthias Beltz kam leider nicht mehr allzuviel in Sachen Kabarett.

    Hoffnung besteht allerdings, wenn man sich bspw. Extra3 vom NDR ansieht.

    Somit leistet sich das gebührenfinanzierte Fernsehen noch ein paar Nischen, die aber vermutlich nur zu gern von den Intendanten zugunsten des Mainstream geopfert werden – aber dazu hat Reinhard Mohr ja bereits Treffendes geschrieben.

    Unvergessen übrigens der „Abgang“ von Roger Willemsen vor ein paar Jahren…

  3. Gideon Böss Says:

    @ gokuhi

    noch was hinterher: schon immer war es so das der schelm die wahrheit sagen durft ohne dafür gestraft zu werden. ( ein prinziep das wohl noch heute gilt. ) auch wenn die witzigkeiten noch so schlecht, diskriminierend oder einfach auch nur ewig alt u. abgedroschen waren.

    Heute ist das nicht mehr so. Jeder (das bezieht „Schelme“ mit ein) kann seine Meinung sagen. Was ich auch ganz angenehm finde.

  4. gokuhi Says:

    @Gideon Böss

    ja da hast du recht. und wenn man so sieht was da alles gemacht wird, ist doch so manches haarscharf an der grenze zum guten – oder noch besser zum schlechten geschmack.


  5. […] WadiBlog fast ein bisschen bösartig, hat aber durchgehend recht. Auf seinen Antisemitismus gehen der Fuchsbau und Die Jüdische […]

  6. פץ Says:

    hat der hagen das eigentlich übrhaupt als witz gedacht?
    der hat doch eine politische rede gehalten. und gelacht hat niemand.
    hätte er es also als satire gemeint, dann wäre es ja schon wieder komisch.
    so wars aber vmtl nicht gedacht.

    „unterirdisch“ trifft ist wohl eine treffende beschreibung für die deutsche lachszene.

    einzig harald schmidt ist da noch witzig. aber der wird inzwischen auch an der kurzen leine gehalten.

  7. sophist Says:

    Wer den Scheibenwischer sieht, will vermutlich nicht lachen – oder nur verschämt in Fäustchen, wenn die vorhandenen Feindbilder bedient werden und das ganze auch noch als Kaberett durchgeht.

  8. Wegdamit Says:

    Eine gute Maßnahme wäre es, das gebührenfinanzierte Fernsehen abzuschaffen.

  9. angjelina Says:

    „Scheibenwischer und andere Zumutungen“ ist der schlechteste Kommentar, den ich zu Hagen Rether gelesen habe.
    Ja, leider ist das so.

  10. kant Says:

    dir hat wohl irgendjemand auf den fuß getreten….
    du solltest dir dringenst rethers cd besorgen und dann ganz schnell zum arzt gehn

  11. Gideon Böss Says:

    @kant

    und was soll mein arzt dann mit rethers cd machen?

  12. Anonymes Wiesel Says:

    Stimmt, Rethers Auftritte könnten ein paar mehr Pointen vertragen – aber er spricht ein wichtiges Thema an und er ist einer der wenigen, die die zunehmend im Mainstream ankommende Hetze gegen Muslime thematisieren. Was da von Pro Kölln und PI ausgehend über die bürgerlichen Vertreter wie Broder und Giordano bis in den Spiegel schwappt wird ja leider bisher kaum öffentlich als der Quatsch entlarvt, der es ist. Rether sollte schon noch etwas feilen – aber jedenfalls steht nicht zu befürchten, daß ihm in der Richtung in Zukunft die Themen ausgehen werden.

  13. Gideon Böss Says:

    @ Anonymes Wiesel

    Rether ist ein Idiot der für ein Publikum von Idioten Unterhaltung für Idioten macht.

    Warum ist z.B. Broder ein Hetzer gegen den Islam? Weil er kein Problem damit hat, wenn in Deutschland Moscheen gebaut werden, oder gibt es da noch anderes? Was macht einen denn zum Hetzer? Wenn man ganz gerne die Werte der Aufklärung behalten würde und zum Beispiel findet, dass Frauen keine Menschen zweiter Klasse sind und Homosexuelle nicht gesteinigt werden sollten?

    PS: Sollte es nicht normal sein, dass Menschen, denen die Menschenrechte etwas bedeuten, natürlich ein Problem mit dem Islam haben?

  14. Anonymes Wiesel Says:

    Was Broder zum Hetzer macht? Als Kronzeugen für die baldige Islamisierung Europas benutzt er Lügenmärchen und unüberprüfbare Gerüchte. Nicht zu vergessen seine Polemik über die Feinsinnigkeit des Unterschieds zwischen Islam und Islamismus – sowas kann in manchen Milieus auf üblen Boden fallen. Und zu ebenjenen Milieus fehlt ihm manchmal die nötige Distanz. Man darf nicht vergessen, daß er sich erst vor relativ kurzer Zeit von PI überhaupt mal – und auch etwas halbherzig – distanziert hat.

    Was ihn wiederum nicht dazu macht? Er entsetzt solche Fans dann doch ab und zu in dem er sich eine Moschee auf dem Kudamm vorstellen kann oder Mügeln als „kleines Progrom“ benennt.

    Und was die letzte Frage betrifft: das wird wohl nur wieder auf eben jenes schon angesprochene Dogma der Ununterscheidbarkeit zwischen Islam und Islamismus hinauslaufen – keine Lust momentan, sowas zu diskutieren.

    ps: Hab ich Köln mit Doppel-L geschrieben? Sorry, der Mythos Neukölln hat mich wohl in letzter Zeit beschäftigt..

  15. Gideon Böss Says:

    „Nicht zu vergessen seine Polemik über die Feinsinnigkeit des Unterschieds zwischen Islam und Islamismus – sowas kann in manchen Milieus auf üblen Boden fallen.“

    Warum ist sein Hinweis, dass es zwischen Islam und dem Islamismus eine Verbindung gibt, Hetze? Es ist schlicht eine Feststellung, für die man noch nicht einmal ein besonders intelligenter Mensch sein muss. Selbstverständlich hat der islamische Terror etwas mit dem Islam zu tun. So wie Alkoholismus etwas mit Alkohol zu tun hat.

    Man kann es ihm auch nicht vorwerfen, wenn ihn dubiose Gestalten zitieren. So gesehen müsste man die gesamte Linke heute unter Naziverdacht stellen, weil die Nazis bei den meisten linken Forderungen gleicher Meinung sind: Gegen Globalisierung, Anti-Kapitalismus, Raus aus Afghanistan, Anti-G-8 usw…

  16. Anonymes Wiesel Says:

    Nicht irgendeine Verbindung wird da angesprochen, sondern der Unterschied wird eingeebnet. Was das anrichtet bei einigen kannst Du im Kommentarbereich von PI sehen: die rüsten sich schon gedanklich ein um die Musel zu erschlagen im kommenden Bürgerkrieg und glauben ernsthaft, daß der Gemüsehändler nur so nett zu ihnen ist, weil er sie erst in Sicherheit wiegen und dann ermorden will.

    Broder hat sich in dieser Ecke ziemlich wohl gefühlt, er hat lange Zeit PI empfohlen. Er hat mit und in dieser Nische gelebt. Keiner kann sagen, daß einem Broder ein bißchen Distanz schwer gefallen wäre – wenn er nur gewollt hätte.

    Aber wie ich schrieb halte ich Broder ja eigentlich auch einiges zu Gute. Sehr richtig seine Betrachtung über den Unterschied zwischen Kritik und Ressentiment. Ressentiment setzt da an, wo man jemanden nicht kritisieren sondern generell weg haben möchte, wo der Vernichtungswunsch sichtbar wird. Das kann man sehr gut bei der PI-Klientel sehen, bei der ist der Vernichtungswunsch deutlich sichtbar. Nur seine These an dieser Stelle anwenden, das tut Broder wiederum nicht. Broder wendet seine These einseitig an, ein Zeichen, daß es auch jetzt noch an Distanz fehlt. Da ist mehr als nur das Zitat von falscher Seite.

  17. Sky Says:

    @Wiesel:
    Was stammelst Du denn da über Broder?
    Broder unterscheidet sich ja von PI u.a. gerade dadurch, dass er political correctness in der bekannten Form nicht sieht. Seiner Meinung nach kann „man sagen, was man will ohne besondere Folgen fürchten zu müssen“. Er fährt demzufolge ein grundsätzlich anderes Konzept als PI (Herre) wenn er sich gegen den aggressiven politischen Islam wendet.
    (Natürlich irrt Broder i.p. political correctness, aber seine Position ist komfortabel. Du kannst Dir ja mal seinen für seine Verhältnisse recht lauen Auftritt in einer PHOENIX-Runde zum Thema PC reinziehen (youtube) – zusammen mit V.Beck, einem anderen linken Entertainer und einem hüstelnden Soziologen kam die Runde zu dem Schluss, dass es PC gar nicht gibt, LOL.)

  18. Anonymes Wiesel Says:

    @Sky:
    Ich weiss. Aber:

    1) Lies mal die Kommentare bei PI über diesen Broder-Auftritt. Die wollten ihn nicht wiedererkennen und es kam sogar die Vermutungen auf, daß er schwul geworden sei bzw. – sinngemäß – Taquiya betreibe:
    „Ich glaube ,er ist schwul und mag den Beck. Ich bin verwirrt. Ihr auch?“
    „Ein Konfrontationskurs wäre PC-like pariert worden und wir hätten nichts gewonnen.“
    „Tschüß, Broder. Traurige Runde. Traurige Zeiten.“
    „Ich weiß nicht. War das ein Broder Double? Bin ich verwirrt oder ist es der Broder?“
    usw usf – nur ein kleiner Ausschnitt.
    http://www.pi-news.net/2007/10/tv-tipp-was-ist-politisch-korrekt-phoenix/

    Das beweist doch, daß eine Distanz zwischen PI und Broder keine Selbstverständlichkeit ist – sondern etwas unerwartetes für die PI-Kommentatoren.

    2) Broder ist Mitautor des Buches „Schöner Denken. Wie man politisch unkorrekt ist“, wo es genau um political correctness geht. Broder verfährt hier also eher nach dem Motto: Was schert mich mein Geschwätz von gestern?

    3) Die Einstellung zum Konzept political correctness ist nur ein Teilaspekt der ganzen Sache. Und diesen Teilaspekt halte ich für relativ irrelevant in Bezug auf die von mir angesprochenen Punkte.

    4) Broder hat meines Wissens PI bis vor Mügeln verlinkt. Und das ist das entscheidende – nicht etwaig unterschiedliche Auffassungen zur „Herrschaft des political correctness“.

  19. Sky Says:

    Man muss unterscheiden zwischen den PI-Betreibern, die teilweise [1] aus „perfekter konservativer Sicht“ Misstände anprangern und sich über Linksspiesser und die wahnwitzige PC lustig machen und den Kommentatoren, die von braunem Mistvieh oft nicht zu unterscheiden sind.
    Es ist eben so, dass in Deutschland der Konservativismus nicht verwurzelt ist, man hat sehr schnell Leute im Boot, die doof wie Brot sind und unter Leidensdruck stehen.
    Ich kenne keine einzige deutsche Webpräsenz, die niveauvoll aus konservativer Sicht Sacharbeit leistet. (Besonders ekelhaft übrigens in Teilen die „Junge Freiheit“.)
    Bei den Liberalen ist man da deutlich besser bedient, allerdings gibts da immer wieder linksliberale Ausfälle und „Bäume und Hirsche“.
    Broder hat sich übrigens von dem Untertitel seines „Schöner Denken“-Buches distanziert.
    Ausserdem hetzt Broder nun gegen die Mügelner Beölkerung und seinen Bürgermeister, da gibts mittlerweile einige Substanzlosigkeiten. Zurzeit ist Broder mehr Teddybär als konservativer Vorsprecher. Wie ich den Mann kenne, kann sich das aber jederzeit wieder ins Positive ändern.
    PI und Broder in einen Topf zu werfen ist aber wirklich lächerlich.

    [1] Die Betonung liegt auf „teilweise“.

  20. Anonymes Wiesel Says:

    @sky:

    „Man muss unterscheiden zwischen den PI-Betreibern [….]“
    Das führt ja auch PI immer wieder zur Verteidigung an. Ist ja nicht ganz falsch. ABER: man hat als Betreiber ja auch die Möglichkeit, den unangenehmsten Besuchern mal inhaltlich eine Absage zu erteilen. Aber das tut PI nie. Es heißt immer nur, die Kommentatoren sollen sich bitte nicht so deutlich ausdrücken, um rechtliche Probleme zu vermeiden. PI distanziert sich aber nie konkret inhaltlich davon. (Ausnahme: als es letztens mal um Holocaust-Leugnung ging. Aber: große, große Ausnahme.)
    Ich schätze Herre auch nicht so ein. Aber ich kann es mir nicht anders erklären, als das er es bewußt in Kauf nimmt, um seine Zugriffszahlen nicht in Mitleidenschaft zu ziehen. Und sorry, unter diesen Umständen finde ich es gerechtfertigt, ihn dafür auch mitverantwortlich zu machen.

    „Ich kenne keine einzige deutsche Webpräsenz, die niveauvoll aus konservativer Sicht Sacharbeit leistet.“
    Liegt vielleicht auch daran, daß es Webseiten sind. Ich meine sieht es auf der linken oder wirtschaftsliberalen Seite wesentlich besser aus?
    Und das ist durchaus ein Problem: ich würde gern z.B. mal mit Leuten diskutieren, die wirtschaftsliberale Thesen vertreten. Eine Diskussion darüber wäre eine gute Motivation, sich mit dem Thema zu beschäftigen. Unaufgeregt, in ruhigem Tonfall, fundiert mit Quellen, etc. Nur – wo soll das heutzutage noch gehen? Und eine Webdiskussion ist für mich unabdingbar, weil ich Zeit brauche, um Fakten zu checken und drüber nachzudenken.

    „Broder hat sich übrigens von dem Untertitel seines “Schöner Denken”-Buches distanziert.“
    Lustig. 🙂 Wenn Du dazu noch eine Quelle hast..

    „PI und Broder in einen Topf zu werfen ist aber wirklich lächerlich.“
    Da hast Du recht. Das erkenen ich ja auch an, z.B. mit meiner obigen Aussage bezüglich Kudamm-Moschee.
    Aber dennoch ist es so, daß Broder durchaus mit gewissen Aspekten und Versatzstücken dieses Gedankengutes jongliert und in den Mainstream transportiert. So wie er die Sachen sagt, nimmt er meiner Meinung nach bewußt in Kauf, in welcher Weise sie bei Leuten wie den PI-Kommentatoren wirken – so ähnlich wie man auch Tote in Kauf nimmt, wenn man mit Autobahn-Geschwindigkeit durch die Stadt rast.
    (Oh sorry, Autobahn-Vergleich, das geht natürlich gar nicht!)

  21. Sky Says:

    @Wiesel:
    „“Broder hat sich übrigens von dem Untertitel seines “Schöner Denken”-Buches distanziert.”
    Lustig. 🙂 Wenn Du dazu noch eine Quelle hast..“

    Ich schoole Dich nicht einfach nur so, Du musst Dir schon die vids anschauen, die ich Dir anrate zu schauen.

  22. Anonymes Wiesel Says:

    @sky:
    Achso, ja, die Sendung habe ich gesehen. Das steht ja auch in den Kommentaren, die ich verlinkt habe. Ich dachte nur, er hätte sich an anderer Stelle mal explizit auf den Untertitel des Buches bezogen – das wäre der Knaller gewesen. 🙂

  23. Sky Says:

    @Wiesel:
    Wegen Dir musste ich mir jetzt diesen Tiefpunkt noch einmal anschauen. *BRR*
    Drei mehr oder weniger Schwule, die vor politischer Korrektheit nur so triefen, kommen zusammen mit dem Teddybär zu dem Schluss, dass es keine politische Korrektheit gibt.
    Am Schlimmsten aber der hüstelnde Soziologe mit der Stimme von Waalkes. *BRR*

  24. Sky Says:

    Ach so, ich vergass:

    (Gleich am Anfang, da haben die was rausgeschnitten, der Hüstelnde (auf etwas Herausgeschnittenes): „Herr Broder ist auch ein Opfer.“ – hier muss man aber etwas mitdenken.)

  25. Gideon Böss Says:

    @ sky

    Drei mehr oder weniger Schwule

    Was spielt das für ne Rolle? Wenn keine, lass das zukünftig.

    Im Übrigen hat Broder Recht, wenn er sagt, dass oftmals diejenigen, die sich an lautesten über die Macht der politisch-korrekten beschweren, damit vor allem etwas für ihr Ego tun.

  26. Sky Says:

    Das war eine Provokation um Dich zu einer politisch korrekten Setllungnahme zu verleiten. 🙂
    Sorry, war nicht böse gemeint, aber ich brauchte einen Beleg.

    Broder liegt völlig daneben, PC dient u.a. dazu:
    – große, eher weniger gebildete Teile der Bev. aus öffentlichen Diskussionen auszuschliessen
    – sprachlich talentierte Bürger, die aber nichts oder nur wenig zu sagen haben, zu ermöglichen „Inhaltsanbietern“ auf gleicher Augenhöhe entgegen zu treten
    – bestimmte Meinungen („Huch, wie kann er nur.“) aus Diskussionen auszugrenzen, dabei Politiker mit Kampagnen und Karriereende zu bedrohen
    – das Äussern unbequemer Kritik wirtschaftlich unattraktiv zu machen

  27. Gideon Böss Says:

    @ sky

    Musst dich nicht entschuldigen, war eigentlich auch keine politisch korrekte Stellungnahme, sondern einfach nur eine Klarstellung. Den Sinn dieser „Provokation“ versteh ich zwar nicht, aber du scheinst mit dem Ergebnis zufrieden zu sein, das ist die Hauptsache…

  28. Sky Says:

    Wichtig ist das Ergebnis.

    Broder hat natürlich schon eine interessante Linie in der Diskussion gefahren, einerseits leugnete er die Existenz einfach ab, anderseits beschrieb er „Sprachregelungen, die nicht von oben diktiert sind, sich aber durchgesetzt haben“, also die PC.

    Ich will nicht ausschliessen, dass Broder den drei Kollegen mit den dünnen Stimmen einerseits die eventuelle Angriffsfläche hat nehmen bzw. diese reduzieren wollen, um dann quietschfidel PC mit anderen Worten kritisch aufzubereiten.

    Sicher ist das aber nicht, eher unwahrscheinlich, zudem wäre es zu kompliziert, es bringt ja nichts gut vorzutragen, wenn man nicht auch verstanden wird.

    Die Auswahl von drei erklärten „PC-Leugnern“ [1] und einem halblustigen Satiriker [2] als Diskussionsteilnemer war schon einstarkes Stück.

    PS: Lieber Gideon, auf weitere Psychoanalyse bitte ich Dich aber zu verzichten.

    [1] Sowas scheint es zu geben, LOL.
    [2] Der von Pardon-Boss Zeller auch sehr „gemocht“ wird.

  29. Anonymes Wiesel Says:

    @sky:
    OMG, ja, Du hast Recht. Erdl bezieht sich ausdrücklich auf das Buch und Broder grinst zustimmend (wenn man das so interpretieren kann). Das war mir ganz entfallen – und dabei hatte ich das Gefühl, die Sendung noch ganz gut im Kopf zu haben. Sorry, für die zusätzliche Arbeit!

    Ansonsten ist das natürlich witzig. Aber richtig, manchmal entspringt es nicht unbedingt dem Antrieb der Autoren, unter welchem Label ihre Texte vermarktet werden. Die Überschriften zu manchen Broder-Artikeln auf Spiegel Online z.B. sind derart grotesk, daß ich da auch eher einen sensationsheischenden Überschriftenmacher vermute als wirklich Broder.

  30. Gideon Böss Says:

    @ sky

    PS: Lieber Gideon, auf weitere Psychoanalyse bitte ich Dich aber zu verzichten.

    Das war eine Provokation um Dich zu einer politisch korrekten Setllungnahme zu verleiten. 🙂
    Sorry, war nicht böse gemeint, aber ich brauchte einen Beleg

  31. Sky Says:

    Die Leute, die sich als „The Best of The Best of The Best“ [1] verstehen dürfen – Gideon zähle ich auch dazu 😉 -, also jetzt i.p. pol. Analyse, sind ein ziemlich heterogener [2] Haufen, da kannst Du nicht den Broder zu dem Herre packen oder den Gideon Böss zu dem Liza oder gar zu Telegehirn.
    Die Distanzierung von Broder vom Untertitel seines Biches war übrigens wirklich sehr gut versteckt, das kann man schon mal übersehen, da wurde rausgeschnippelt und man sieht eigentlich nur Henryk M. Broders feistes Grinsen. 😉

    [1] vgl. Men in Black I
    [2] vllt. gelegentlich auch mal homogen, hüstel

  32. Radiohead28 Says:

    Genau in dem unten beschriebenen Sachverhalt liegt das Problem: Wenn ich nur lange genug auf die sicherlich (in manchen Ländern mehr oder weniger vorkommenden) Menschenrechtsverletzungen durch den Islam schaue, verliere ich den globalen Blick: Verfolgung und Hetze (Töten des Staates nicht, aber Billigung solcher Straftaten) von Ehebrechern und Homosexuellen in christlichen Regionen und Ländern (Süd- und Mittelamerika insbesondere Mexiko, Argentinien und bspw. Texas in den USA). Ehrenmorde sind in Spanien und Portugal ebenso fast an der Tagesordnung. Wer mit fanatischen Christen einmal versucht hat zu diskutieren oder nur über, für diese Menschen heikle Themen, zu sprechen wagt, der brauch sich im Umgang mit fanatischen Muslimen gar nicht umzustellen. Wie praktisch. UNd genau das ist doch Rehters Aussage (neu ist sie nicht, aber muss immer alles neu sein?): Religionen vergiften das Klima. Egal welche der großen Weltreligionen. Wenn man natürlich wie der Autor der Zeilen unten aus überzeuger christlicher Sicht argumentiert, ist das schwer einzusehen. Wie gut, das alle Christen die Menschenrechte so sehr achten. Da bin ich wirklich froh.
    Wenn Rether vorgeworfen wird, er würde von der Kanzel herab, arrogant und ohne Widerspruch seine Meinung kund tun, wie ist es dann das Verhalten bspw. der Katholischen Kirche und des Papstes zu verstehen, andere Religionen auf eine niedrigere Stufe zu stellen? Wer sagt eigentlich, das wir das Recht haben, jedem anderen Land Vorhaltungen zu machen, wie sie bitte schön zu leben haben? Kultur- und Ethikimperialismus würde ich das nennen. Gabs schon mal: Am Deutschen wesen soll die Welt genesen. Schon merkwürdig, dass Länder wie Polen oder die USA dem Irak oder Afghanistan was von Menschenwürde vermitteln wollen (Amerika schickt seine Sträflinge heute noch ins Gas, Polen macht unvermindert Hetze auf Homosexuelle).

    Gideon schrieb:

    Rether ist ein Idiot der für ein Publikum von Idioten Unterhaltung für Idioten macht.

    Warum ist z.B. Broder ein Hetzer gegen den Islam? Weil er kein Problem damit hat, wenn in Deutschland Moscheen gebaut werden, oder gibt es da noch anderes? Was macht einen denn zum Hetzer? Wenn man ganz gerne die Werte der Aufklärung behalten würde und zum Beispiel findet, dass Frauen keine Menschen zweiter Klasse sind und Homosexuelle nicht gesteinigt werden sollten?

    PS: Sollte es nicht normal sein, dass Menschen, denen die Menschenrechte etwas bedeuten, natürlich ein Problem mit dem Islam haben?

  33. Gideon Böss Says:

    @ Radiohead28

    „Ehrenmorde sind in Spanien und Portugal ebenso fast an der Tagesordnung“

    Was heißt in diesem Zusammenhang „fast“? Hätte gerne Quellen, die diese Behauptung belegen.

    „Wer mit fanatischen Christen einmal versucht hat zu diskutieren oder nur über, für diese Menschen heikle Themen, zu sprechen wagt, der brauch sich im Umgang mit fanatischen Muslimen gar nicht umzustellen.“

    Das mag sein, aber zum Sprengstoffgürtel werden tendenziell dann doch eher die fanatischen Moslems greifen, oder?

    „Wenn man natürlich wie der Autor der Zeilen unten aus überzeuger christlicher Sicht argumentiert, ist das schwer einzusehen. Wie gut, das alle Christen die Menschenrechte so sehr achten. Da bin ich wirklich froh.“

    Bin ich mit dem Autoren „der Zeilen unten“ gemeint, der aus „christlichen Sicht“ argumentiert? Interessant…

    „Wenn Rether vorgeworfen wird, er würde von der Kanzel herab, arrogant und ohne Widerspruch seine Meinung kund tun, wie ist es dann das Verhalten bspw. der Katholischen Kirche und des Papstes zu verstehen, andere Religionen auf eine niedrigere Stufe zu stellen?“

    Fragen Sie doch den Papst, wie das zu verstehen ist.

    „Wer sagt eigentlich, das wir das Recht haben, jedem anderen Land Vorhaltungen zu machen, wie sie bitte schön zu leben haben?“

    Hat was damit zu tun, ob man die Menschenrechte als universelles Recht sieht (was ich tue) oder, wie offenbar Sie, ein rassistisches Menschenbild pflegt.

    „Kultur- und Ethikimperialismus würde ich das nennen.“

    Na und, was folgt daraus? Kulturimperialismus, der dem Verbrechen der Klitorisverstümmelung ein Ende setzt, kann es nicht genug geben.

    „Gabs schon mal: Am Deutschen wesen soll die Welt genesen.“

    Irgendwie so ein bisschen etwas völlig anderes, aber egal.

    „Schon merkwürdig, dass Länder wie Polen oder die USA dem Irak oder Afghanistan was von Menschenwürde vermitteln wollen“

    Selbst Sie würden sich für ein Leben in Polen und gegen eines im Irak (zumal unter Saddam) und für ein Leben in den USA und gegen eines in Afghanistan entscheiden. Warum nur?

  34. Radiohead28 Says:

    @Gideon

    sie haben gar nichts verstanden. Beim durchlesen des gesamten Blogs scheint mir eine weitere Diskussion zudem sinnlos. Wie soll man mit jemandem wie Ihnen diskutieren, der ernsthaft glaubt er sei der einzige, der die Wahrheiten kennt und alle anderen für minderbemittelt hält, die seine Meinung nicht teilen? Diese Arroganz können sie sich auch, nachdem was Sie mir geantwortet haben auch gar nicht leisten, dafür reicht ihr Bildungsstand scheinbar nicht aus. Folgende sachliche und logische Fehler sind mir aufgefallen:

    „Na und, was folgt daraus? Kulturimperialismus, der dem Verbrechen der Klitorisverstümmelung ein Ende setzt, kann es nicht genug geben.“

    Dies ist ein christliches Ritual, vorwiegend in christlich geprägten afrikanischen Ländern, um den Frauen und Mädchen jegliche Lust am Sex zu nehmen. Das macht es keinen Deut besser, aber wenn Sie mich belehren wollen, sollten die Inhalte schon stimmen.

    Kolonialismus im Kaiserreich (Am Deutschen Wesen soll die Welt genesen) = Kulturimperialismus.

    „Fragen Sie doch den Papst, wie das zu verstehen ist.“

    Gehts noch kindischer?

    „Ehrenmorde sind in Spanien und Portugal ebenso fast an der Tagesordnung”

    Was heißt in diesem Zusammenhang “fast”? Hätte gerne Quellen, die diese Behauptung belegen.

    Veröffentlichungen der EU Kommission 2005. Jeden 3. Tag stirbt in Spanien eine Frau als Folge eines Eifersuchtsdramas o-ä. Sog. Femizide. Die guten Christen!

    „Hat was damit zu tun, ob man die Menschenrechte als universelles Recht sieht (was ich tue) oder, wie offenbar Sie, ein rassistisches Menschenbild pflegt.“

    Ich verbitte mir diese diffamierende Zuschreibung! Gerade das Gegenteil ist der Fall, wenn ich jeder Kultur das gleiche Recht zugestehe und nicht die ach so hehren christlichen Werte über andere Stelle. Damit werden Anhänger des Islam, des Buddhismus, Hindus etc. automatisch auf eine niedrigere Stufe gestellt. Wenn das kein Rassismus ist, dann weiß ich es nicht.
    Außerdem: wenn Sie doch so ein universeller Menschenrechtler sind, wieso prangern Sie denn die Menschenrechtsverletzungen außerhalb des Islams (ganz Afrika ist voll davon) nicht genauso an und setzen Sie in Beziehung zueinander? Das wäre doch eine lohnenswerte Aufgabe.

  35. Gideon Böss Says:

    @ Radiohead28

    „Beim durchlesen des gesamten Blogs scheint mir eine weitere Diskussion zudem sinnlos.“

    Sie haben doch mit der Diskussion begonnen. Aber wenn Sie aufhören, ist das auch okay. Es ist mir eigentlich völlig egal.

    „Wie soll man mit jemandem wie Ihnen diskutieren, der ernsthaft glaubt er sei der einzige, der die Wahrheiten kennt und alle anderen für minderbemittelt hält, die seine Meinung nicht teilen?“

    Im Moment halte ich vor allem Sie für etwas minderbemittelt.

    „Dies ist ein christliches Ritual, vorwiegend in christlich geprägten afrikanischen Ländern, um den Frauen und Mädchen jegliche Lust am Sex zu nehmen. Das macht es keinen Deut besser, aber wenn Sie mich belehren wollen, sollten die Inhalte schon stimmen.“

    Ich habe gesagt, dass es gut ist, wenn die Klitorisbeschneidung endlich aus der Welt geschafft ist. Was genau hat ihre „Gegenrede“ jetzt an meiner Aussage geändert?

    „Ich verbitte mir diese diffamierende Zuschreibung!“

    Abgelehnt und ich erkläre auch gleich warum.

    „Gerade das Gegenteil ist der Fall, wenn ich jeder Kultur das gleiche Recht zugestehe und nicht die ach so hehren christlichen Werte über andere Stelle.“

    Ich weiß ja nicht, warum Sie immer mit dem Christentum kommen, wenn ich von Menschenrechten rede, aber das ist ja ihre Sache.
    Sie gestehen also den einen Menschen zu, anderen Menschen die Klitoris zu verstümmeln (Kultur) und anderen, Schwule zu steinigen und finden dann immer noch nicht, dass sie ein Rassist sind? Für Sie hat offenbar nicht jeder Mensch das Recht auf sexuelle Selbstbestimmung, auf eine eigene Meinung und eigenes Leben. Dieser Meinung können Sie gerne sein, aber bezeichnen Sie es dann bitte nicht als diffamierende Zuschreibung, wenn man Sie dann zu Recht als Rassisten bezeichnet.

  36. HahaHihiHohoGrmpf Says:

    Ja, da ist leider in der Tat Minderbemittlung festzustellen. Sehr argumentationsschwach, ärgerlich, dass er sich den Namen einer durchaus hörenswerten Musikgruppe zugelegt hat. Lustig auch den Ad Personam-Rahmen, den er seinen Argumentationen gibt. Mein Tipp: Lehrer.

  37. Radiohead28 Says:

    @ Gideon:

    Ich beschreibe Ihnen mein Hauptanliegen einmal in ganz einfachen Worten, vielleicht nehmen Sie das dann ja einmal zur Kenntnis. Wenn nicht, auch egal.

    Gideon says:

    „Sollte es nicht normal sein, dass Menschen, denen die Menschenrechte etwas bedeuten, natürlich ein Problem mit dem Islam haben?“

    Jedem, dem Menschenrechte und sexuelle Selbstbestimmung am Herzen liegen, sollte etwas gegen alle Religionen haben, da diese in ihrer radikalen Ausprägung gerade diese mißachten. Egal welche Religion und egal wo. Sich immer nur auf den Islam zu konzentrieren, verengt die Perspektive.

    Ich habe an keiner Stelle einer Steinigung von Schwulen oder Klitorisverstümmelung das Wort geredet. Wo bitte habe ich mich dafür ausgesprochen? Seit wann sind schwule und Frauen eine eigene Rasse, so dass die Zuschreibung Rassist überhaupt passen würde?

    @HahaHihiHohoGrmpf:

    nö. Was ganz anderes.

  38. gokui Says:

    ich darf mal zitieren Hr. Gideon Böss ? „Sie gestehen also den einen Menschen zu, anderen Menschen die Klitoris zu verstümmeln (Kultur) und anderen, Schwule zu steinigen und finden dann immer noch nicht, dass sie ein Rassist sind? Für Sie hat offenbar nicht jeder Mensch das Recht auf sexuelle Selbstbestimmung, auf eine eigene Meinung und eigenes Leben. Dieser Meinung können Sie gerne sein, aber bezeichnen Sie es dann bitte nicht als diffamierende Zuschreibung, wenn man Sie dann zu Recht als Rassisten bezeichnet.“

    um mich dieser meinung anzuschließen. wenngleich ich auch einen überlegeung anstrebe ob die begrifflichkeit „rassist“ nicht unpassend gewählt ist. *grübel*
    letztendlich ist das verletzten von allgemeingültigen menschenrechten nicht immer von rassistischem hintergrund geprägt.
    ebenso wenn der schreiber Radiohead28 nicht selbst diese menschrechtverletztunge begeht, so scheint er diese aber anderen zuzugestehen.

  39. Gideon Böss Says:

    @ Radiohead28

    Sie sagen:

    „Ich habe an keiner Stelle einer Steinigung von Schwulen oder Klitorisverstümmelung das Wort geredet. Wo bitte habe ich mich dafür ausgesprochen?“

    Und Sie sagen:

    “Gerade das Gegenteil ist der Fall, wenn ich jeder Kultur das gleiche Recht zugestehe und nicht die ach so hehren christlichen Werte über andere Stelle.”

    Wenn Sie jeder Kultur das gleiche Recht zusprechen, bedeutet das, dass Sie z.B. das verstümmeln der Klitoris von kleinen Mädchen okay finden. Ist ja Kultur. Wer will da werten?

  40. HahaHihiHohoGrmpf Says:

    Multikulturalismus ist nun einmal eine ethisch ganz schwache Position.
    Wenn irgendwo ein kultureller Mangel festzustellen ist, dann verweist der eine Multikulturalist auf das Christentum (Mittelalter etc.), der andere auf Guantanamo und der dritte auf Nazi-Deutschland, demzufolge kommt es zu Gestammel wenn aktuelle Kulturverbrechen (wie z.B. das Hängen und Steinigen von Schwulen, Selbstmordanschläge, das Töten von Apostaten, Ehrenmorde, rel. motivierte Pädophilie) zur Bearbeitung gelangen. Gideon ist nicht zu beneiden bei seiner Arbeit als WELT-Blogger.

    In diesem Fall fordert einer ganz ernsthaft als Voraussetzung für „zulässige“ Islamkritik immer auch für Vergleichszwekce andere Religionen wie das Christen- oder das Hindutum heraunzuziehen und findet harsche Wirte der Kritik. Tja, Sacharbeit ist natürlich schon wichtig, aber warum immer wieder Vergleiche anstellen, wenn – wie beim Islam – die Mängelmengen offensichtlich sind? Und warum nicht mal die eine oder andere kulturelle Eigenart verdammen? (Richtig, das kann so ein Multikulturalist, der alle Kulturen „irgendwie“ als gleichwertig ansieht, natürlich nicht. Und weil das eben widersprüchlich ist zu einer ethisch brauchbaren Grundhaltung benötigt er den Ad Personam-Rahmen zur Verschleierung. Oh, wie wurmig!)

  41. Radiohead28 Says:

    @HahaHihiHohoGrmpf Says

    wenn es Ihnen wirklich um universelle Menschenrechte gehen würde, dann frage ich mich, warum keine differenzierte Betrachtung erfolgt, sondern „der“ Islam als Ganzes in Sippenhaft genommen wird. Es ist ganz klar und es steht außer Zweifel, dass in vielen islamischen Ländern grobe Menschenrechtsverletzungen begangen werden. Habe ich nie bestritten. Und ich will auch nicht vergleichen, das ist zynisch. Frei nach dem Motto: in den USA werden Straftäter nur vergast, das ist ja menschlicher als im Iran gesteinigt zu werden. Aber wenn es doch um die von Ihnen und Gideon vehement verteidigten universellen Menschenrechte geht, dann müssen andere Staaten und Kulturen bzw. Religionen mit einbezogen werden. Ob China, Rußland, große Teile Afrikas und Asiens. Wieso dieser globale Blick die Verbrechen in islamischen Ländern abschwächen sollte, kann ich nicht verstehen.

    Multikulturalismus scheint für Sie ein rotes Tuch zu sein. Das rückt Sie in die Nähe dieser gräßlichen Junge Union Apologeten, die ich in meiner Studienzeit ständig vor der Nase hatte. Für diejenigen, und das scheint auch für Sie zu gelten, war und ist Multikulti = 68er= Staatsfeind=Weltuntergang. Das macht es natürlich leicht, man weiß wo der Feind ist, wenn man ihn denn braucht. Das harte Los als Multikulturalist ist immer, dass einem Menschen wie Claudia Roth (dass sie noch nicht verhüllt durch den Bundestag läuft verwundert) das Leben sehr schwer machen.

  42. Gideon Böss Says:

    @ Radiohead28

    „von Ihnen und Gideon vehement verteidigten universellen Menschenrechte geht, dann müssen andere Staaten und Kulturen bzw. Religionen mit einbezogen werden. Ob China, Rußland, große Teile Afrikas und Asiens.“

    Ja, und hier wird Russland auch so oft abgefeiert oder China. Ehrlich gesagt habe ich keine Ahnung, was Sie genau für ein Problem haben…

  43. HahaHihiHohoGrmpf Says:

    Tja, der hat ja schon bestimmte Sachen kapiert. Ich vermute dem gefällt Deine Nase nicht, die Assoziation von den „Junge Union-Apologeten“ deutet darauf hin.
    Man darf nicht vergessen, dass bspw. auch Posener geradezu zwanghaft das Christentum heran zieht, wenn gerade die Mängelmengen des Islams bearbeitet werden.

  44. stabil Says:

    Seit wann hat politisches Kabarett witzig zu sein? Wo ist DAS denn definiert? Politisches Kabarett ist beißende Satire, ätzender Zynismus und macht i.A. mit scharfer Zunge und spitzer Feder auf Misstände in der Politik aufmerksam. Politische Misstände haben für gewöhnlich die Eigenschaft, wenig zur allgemeinen Erheiterung beizutragen. Da kann das Kabarett auch nicht mehr die Kohlen aus dem Feuer holen. Schau mal lieber Sat1 Comedy. Das ist vll. was für dich.

  45. Gideon Böss Says:

    „Politische Misstände haben für gewöhnlich die Eigenschaft, wenig zur allgemeinen Erheiterung beizutragen. Da kann das Kabarett auch nicht mehr die Kohlen aus dem Feuer holen.“

    Warum schreiben diese humorlosen Leute dann nicht einfach langweilige Essays?

  46. Bernd das Brot Says:

    Wäre schon ehrlicher, wenn Hildebrandt und Co. erklärtermassen nicht lustiges politisches Kabarett machen würden.
    Es sieht vordergründig leider immer noch so aus als ob beim pol. Kabarett irgendetwas lustig sein soll, dabei ist das – wie stabil ganz richtig anmerkt – wohl ganz eindeutig nur eine Projektion oder Wunschvorstellung des Beobachters.

    Ja, „beissende Satire“ und „ätzender Zynismus“ erklärtermassen ohne Humor, das wärs!


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