Archiv für Januar 2008

In die Wildnis

Januar 31, 2008
213xksfsfgl_aa151_.jpgSean Penn verfilmt In die Wildnis. Da kann man gespannt sein, denn das Buch ist wirklich sehr beeindruckend gewesen. Ich habe es vor einigen Jahren gelesen. Es geht um einen jungen Mann, der sich aus der Gesellschaft zurückzieht und Richtung Alaska aufbricht. Natürlich kann es da nicht ausbleiben, dass in den Artikeln rund um den Film immer wieder von Konsumgesellschafts-Kritik und so Zeugs die Rede ist, aber da muss man halt durch. Ist wohl ein Reflex, der da ausgelöst wird. Macht die Geschichte aber nicht weniger faszinierend. Unabhängig davon hat der Autor von In die Wildnis, Jon Krakauer, noch weitere Bücher geschrieben. Das bekannteste dürfte wohl In eisigen Höhen sein, darin berichtete er von einer Katastrophe am Mount Everest. Zwei kommerzielle Bergsteigergruppen gerieten in einen Sturm, und das ganze endete in einer Katastrophe. Er war selber im Auftrag einer amerikanischen Zeitung bei der Besteigung dabei. Auch ein packendes und dramatisches Buch.
Auf den Gipfeln der Welt. Die Eiger-Nordwand und andere Träume ist dann schon eher etwas für eingefleischtere Kletter- und Bergsteigfans. Wobei auch dieses Buch empfehlenswert ist. Darin werden in verschiedenen Kapiteln Ereignisse rund um berühmte Berge und Kletterrouten beschrieben. Schlecht ist hingegen Mord im Auftrag Gottes. Eine Reportage über religiösen Fundamentalismus. Darin geht er einem Mord nach, der von tiefreligiösen Mormonen verübt wurde, die vorgaben, von Gott dazu beauftragt worden zu sein. Die Beschreibungen der paranoiden Welt, in der diese Verrückten lebten, ist zwar interessant und verstörend, aber seine Rückschlüsse (und alles, was über die Beschreibung dieses Falls hinausgeht) sind enttäuschend. Aber wer einfach nur eine Ahnung bekommen will, zu was Religionen Menschen treiben können, und mit welcher inneren Ruhe dann die bestialischsten Morde begangen werden, kann sich auch das Buch kaufen.
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Rauchverbot und Schmidt

Januar 30, 2008

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Ich bin übrigens dafür, dass Helmut Schmidt rauchen darf, wann, wo und wie es ihm gefällt. Mir ist nämlich ein Land lieber, in dem ein Bundeskanzler a.D. genüsslich seinem Hobby nachgehen kann, als eines, in dem verbissene Kleingeister nach dem Betrachten eines Fotos in der BILD-Zeitung Anzeige erstatten.

(Wenn wir schon dabei sind: Von mir aus müsste sich Sarah Wagenknecht zum Hummer essen auch nicht in ihrem Keller einschließen… Es ist ja nicht der Hummer, der diese Frau so widerlich macht)

Alles schlecht, die Moderne und so

Januar 30, 2008

Reinhard Mey hat ja viele Fans und sollte es auch unter den Lesern dieses Blogs welche geben, können die mir vielleicht helfen zu begreifen, wie man drauf sein muss, um bei z.B. dieser Strophe zustimmend „so isses“ zu nicken. Danke.

Zur Blütezeit der Fast-Food-Zivilisation,
Der Einheitsmeinung, der Geschmacksautomation,
Der Plastikgefühle und der High-Tech-Lust,
Der Wegwerfbeziehung mit dem Einweg-Frust,
Zur Zeit der Fertigträume aus der Traumfabrik,
Der Micky-Maus-Kultur und der Steckdosenmusik.
Da lob‘ ich mir ein Stück Musik von Hand gemacht,
Noch von einem richt‘gen Menschen mit dem Kopf erdacht,
‘ne Gitarre, die nur so wie ‘ne Gitarre klingt,
Und ‘ne Stimme, die sich anhört, als ob da jemand singt.

(ganzer Text)

Deutscher Patriotismus – selten ein schöner Anblick

Januar 28, 2008

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(Fans während der Handball-EM)

Ausbildung zum Foltermeister

Januar 28, 2008

01020107399000.jpgHumor kann eine tolle Sache sein, wenn er von humorvollen Menschen verwendet wird, in jedem anderen Fall wird er zum Alptraum. Ein Ort, wo Alpträume in Serie produziert werden, ist die Kölner Comedy Academy. Auf Spon steht dieser dümmliche Bericht aus der Hölle. Auszüge:

Lustig zu sein – das kann man lernen, meint die Kölner Comedy Academy. In Wochenend-Kursen macht sie junge Comedians fit für die Bühne. Die Teilnehmer merken schnell: Talent allein reicht nicht aus. Denn Humor ist harte Arbeit.

„Lustig“ sein kann jeder, weil dazu nicht mehr gehört, als sich eine rote Nase aufzusetzen und vor Kindern einen Purzelbaum zu machen. Mit Humor hat das aber rein gar nichts zu tun.

Sean Byron muss sein Publikum nur begrüßen – und schon lachen die Leute ohne zu wissen, warum. Ein kurzes, schüchternes „Hallo“ des aufgedrehten Schweizers genügt, dazu eine hektische Bewegung, ein amüsierter Blick. In den kommenden Minuten verfeuert Byron eine rasante Abfolge von Wortspielen: Der freundliche Bruder von Loch Ness? Loch Nett. Die sportliche Schwester? Fit Ness. Wie nennt man eine Mücke in der Schweiz? „Mucke“. Verwirrung deshalb auch, wenn ein Deutscher findet: „Super Mucke“. Da denkt der Schweizer: „Tinnitus?“

Jeder kennt einen Sean Bryon. Das ist der Depp, der einen schönen Abend dadurch zerstört, dass er irgendwann vom Alkohol enthemmt seine auswendig gelernten Wortspiele in Serie verpulvert. Oft wird aus Mitleid gelacht, ein tragischer Fehler der ermutigt, wo doch hartes durchgreifen nötig wäre…

Das Talent ist da: Schon in der Schule hat er seine Mitschüler zum Lachen gebracht, wenn er seine Klassenlehrerin Frau Suhr – in der Schweiz klingt das wie „sauer“ – den Spitznamen „Frau Süß“ hinterher rief. Doch Sean Byron muss noch viel lernen. Einen guten Auftritt zu entwickeln, ist harte Arbeit.

Oh Gott, ist das wirklich ernst gemeint. Klassenclowns sind so ziemlich das letzte, was ich auf der Bühne sehen will, im Übrigen gilt für sie, was für Clowns an sich gilt: sie sind nicht witzig. Und wer es nicht schafft, im Verlaufe der Jahre seinen Humor weiterzuentwickeln, und immer noch Gegensatzpaare bildet (süß-sauer, schwarz-weiß, groß-klein), der bezahlt zu recht viel Geld dafür, Comedian zu werden.

Der ganze Rest steht hier und da gibt es auch zwei Videomitschnitte; man sollte sie angucken und sich vorstellen, dass man bis in alle Ewigkeit gezwungen ist, diesen Leuten zuzuhören, dann kommt der Respekt vor der Hölle von ganz alleine zurück.

Gelb, gelb, GELB – originelle Firmenschreiben

Januar 28, 2008

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Lieber Herr Böss,

schön, dass sie die Welt mit uns ein wenig gelber gemacht haben. Ab März fließt bei Ihnen kein gelber Strom mehr – schade.

Sollte ihnen in Zukunft doch wieder einmal gelb zumute sein – rufen sie einfach an. Unter 0800-1900019 sind wir weiterhin kostenlos und rund um die Uhr gern für Sie da. Sie sind jederzeit herzlich eingeladen.

Viele Grüße nach Berlin,

Sonja Westler vom yellowTeam

(Warum endet das Schreiben nicht mit „viele gelbe Grüße„, das bietet sich doch an… )

Pennsylvania Ave

Januar 25, 2008

Ein interessantes Blog, das sich mit dem amerikanischen (Vor-)Wahlkampf beschäftigt.