Die „Aussteiger“

Ein interessanter Text über „Aussteiger.“ Es ist ja nur ein sehr subjektiver Eindruck, aber ich hatte schon immer das Gefühl, dass man eine echte Macke haben muss, wenn man sich von der Moderne abwendet, weil man Sehnsucht nach denen hat, die noch aus den Schädeln ihrer Gegner zu trinken pflegen.

Der Aussteiger ist nostalgisch. Er will aus der Moderne aussteigen, der technisierten Welt. Weg mit Handy, GPS – weg mit allem, was uns von uns selbst entfremdet hat. Zurück zur Natur, dem selbst gebackenen Brot, dem einfachen, unverfälschten Leben, wie es früher einmal war. Nur: Wann soll das gewesen sein? Auch Rauchzeichen waren einmal neumodisch; auch Kondome, Frauenwahlrecht und Mondlandung galten schon als Zeichen einer degenerierten Gesellschaft. Bisher hatte noch jede Zeit ihre Moderne. Und ihre Aussteiger. Jede Zeit ihre reaktionären Geister, die gegen den Wandel wetterten. Die nicht akzeptieren wollten, dass der Mensch, das mutierende Wesen, immer in vollständiger Übereinstimmung mit sich selbst lebt. Und falls doch nicht: Wann war er denn authentisch, echt? Wohin will der Aussteiger zurück? Was will er sein? Steinzeitmensch? Einzeller im Meer? (SPON)

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One Comment - “Die „Aussteiger“”

  1. karokugel Says:

    Eben – janz wie schon der olle Gottfried Benn zu dichten wusste:

    „Ach, wenn wirunsere Vorfahren wären,
    Ein Klümpchen Schleim in einem warmen Teich (…)“

    Oder so ähnlich jedenfalls.


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