Mit dem Pürierstab gegen den Kapitalismus

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Auf Neon gibt es einen Artikel, der sich kritisch mit dem Kapitalismus auseinandersetzt, er ist zu empfehlen, nicht weil er lehrreich ist – dafür ist diese Mischung aus Unbildung, Kitsch und DDR-Groupietum doch zu peinlich -, sondern weil er fast schon wieder satirischen Wert hat. Da wird die Systemfrage gestellt, und eine Küchenmaschine mutiert zur Metapher. Appetithäppchen:

Recht hat sie und ich denke an meinen Freund, den Antikapitalisten. Ich denke an den Umsonstladen, den es seit kurzem in Jena gibt, denke an Bürgergeld, an gemeinschaftliche Lebensformen, die nur im Kleinen funktionieren. An Aktienkurse und Renditen. Ich denke an gesellschaftskritische Diskussionen und daran, dass sich alles im Kreis dreht, wie die Rührschüssel der alten Küchenmaschine.

Und während ich Butter und Schmalz vom Rand der Schüssel, die sich nicht dreht, in die Reichweite des Rührwedels schiebe, denke ich an den „Drachen“ von Jewgeni Schwarz, den Tilmann Köhler am Deutschen Nationaltheater so wunderbar inszeniert hat. „Wisst ihr denn, wie es gehen kann?“, lautet am Ende die Frage an das Publikum, „Wisst ihr es denn?“
Nein, auch ich weiß nur, dass es so – definitiv – nicht geht.
Natürlich ist freie Marktwirtschaft staatlich gelenkter Planwirtschaft vorzuziehen, aber freie Marktwirtschaft lebt davon, dass sie nicht reguliert wird. Marktwirtschaftlich ist es selten sinnvoll, die günstigste oder ressourcenschonendste, praktischste oder gesündeste Lösung anzubieten. Ich frage mich, ob es nicht eine bessere Wirtschaftsform geben kann. Und mit ihr eine bessere Form der Gesellschaft.

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2 Kommentare - “Mit dem Pürierstab gegen den Kapitalismus”

  1. Adrian Says:

    Geil. Die Autorin bei Neon weiß also, dass das mit dem System und dem Kapitalismus und dem Profit nicht funktionieren kann, weil ihre Mutter nicht in der Lage war eine vernünftige Küchenmaschine zu kaufen.
    Ist ja auch blöd, dass es so viele unterschiedliche Angebote von Küchenmaschinen gibt. Verdammte Wahlfreiheit. Die verwirrt bloß und entfremdet einen. In Venezuela würde das nicht passieren…

  2. Bimon Says:

    Hat die Frau noch nie was von sozialer Marktwirtschaft gehört?


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