Archiv für November 2007

FdoG Podcast

November 27, 2007

Eine interessante neue Serie, beginnend mit einem Artikel von LizasWelt. Gelesen wird das ganze übrigens von dem hier, der auch das hier macht.

Mit dem Pürierstab gegen den Kapitalismus

November 27, 2007

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Auf Neon gibt es einen Artikel, der sich kritisch mit dem Kapitalismus auseinandersetzt, er ist zu empfehlen, nicht weil er lehrreich ist – dafür ist diese Mischung aus Unbildung, Kitsch und DDR-Groupietum doch zu peinlich -, sondern weil er fast schon wieder satirischen Wert hat. Da wird die Systemfrage gestellt, und eine Küchenmaschine mutiert zur Metapher. Appetithäppchen:

Recht hat sie und ich denke an meinen Freund, den Antikapitalisten. Ich denke an den Umsonstladen, den es seit kurzem in Jena gibt, denke an Bürgergeld, an gemeinschaftliche Lebensformen, die nur im Kleinen funktionieren. An Aktienkurse und Renditen. Ich denke an gesellschaftskritische Diskussionen und daran, dass sich alles im Kreis dreht, wie die Rührschüssel der alten Küchenmaschine.

Und während ich Butter und Schmalz vom Rand der Schüssel, die sich nicht dreht, in die Reichweite des Rührwedels schiebe, denke ich an den „Drachen“ von Jewgeni Schwarz, den Tilmann Köhler am Deutschen Nationaltheater so wunderbar inszeniert hat. „Wisst ihr denn, wie es gehen kann?“, lautet am Ende die Frage an das Publikum, „Wisst ihr es denn?“
Nein, auch ich weiß nur, dass es so – definitiv – nicht geht.
Natürlich ist freie Marktwirtschaft staatlich gelenkter Planwirtschaft vorzuziehen, aber freie Marktwirtschaft lebt davon, dass sie nicht reguliert wird. Marktwirtschaftlich ist es selten sinnvoll, die günstigste oder ressourcenschonendste, praktischste oder gesündeste Lösung anzubieten. Ich frage mich, ob es nicht eine bessere Wirtschaftsform geben kann. Und mit ihr eine bessere Form der Gesellschaft.

Annapolis

November 25, 2007

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Irgendwie gleichen Nahostkonferenzen der Hilfe für die Dritte Welt. Es geht vor allem darum, das eigene Gewissen zu beruhigen (hier das von Bush und Rice). Man tut ja was. Egal wie konstruktiv oder destruktiv es ist. Das einzige Argument jedenfalls, dass ich bisher für diese neuerliche Konferenz zählen lasse, ist, dass es ohne Annapolis nicht dieses Foto einer sehr hübschen Frau geben würde. Aber rechtfertig das den ganzen Aufwand?

Theaterkunst vs. Lokomotivenindustrie

November 25, 2007

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Eben habe ich ein paar Minuten lang die Dankesrede irgendeines Theatermanns auf 3Sat gesehen, die mit der begeistert aufgenommenen Feststellung endete:

Wenn wir nichts riskieren dürfen, haben wir keine Kunst mehr, sondern Unterhaltungsindustrie.

Es ging um die kleinen Theaterbühnen, denen er Mut machte, etwas zu riskieren, andere Wege zu gehen und dabei auch das Scheitern in kauf zu nehmen, denn wer nichts riskiert, siehe oben… Es ist immer wieder erstaunlich, mit was für einer Arroganz solche Säulen der Kultur ausgestattet sind. Nicht nur kommt aus dem Theaterbereich gar nichts innovatives mehr, seitdem irgendjemand vor Jahren auf die Revolution verfiel, Hamlet doch einfach mal mit Anzug und Aktentasche auf die Bühne zu bringen. All die anderen Regie-Genies nahmen das dann zum Anlass ebenfalls innovativ sein zu wollen, und so sah man über Jahre hinweg nur noch Klassiker in Maßanzug. Diese Abgrenzung und Abwertung der „Unterhaltungsindustrie“ (was auch immer da alles drunter fällt) ist aber nur konsequent. Man kann wohl sagen, dass im Theater heute nicht mehr viel los ist, ein bisschen Kapitalismuskritik ist dabei, und solange Peymann noch hoch subventioniert langweilen darf auch Verständnis für die RAF-Mörder, aber sonst ist doch vor allem viel Leerlauf und Routine. Innovationen und neue Ideen kommen aus der Unterhaltungsindustrie. In den USA liefen in den letzten Jahren reihenweiße Projekte an, die das Fernsehen in neue Dimensionen beförderte, während am Theater Hamlet weiterhin mit Aktentasche über die Bühne jammert.

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Und wie ist das mit dem Risiko, wenn der Staat einem Geld für die Realisierung eines völlig uninspirierten Mist gibt, der nur deswegen als Kunst durchgeht, weil er am Theater von selbstgerechten, unkreativen Leuten als Kunst angepriesen wird, die sich immer lautstark von der „Unterhaltungsindustrie“ abgrenzen. Dabei müsste doch der Feind „Langweile“ heißen, denn gegen die müsste in der Theaterszene mal wirklich was unternommen werden. Aber es sei diesen seltsamen Gestalten gegönnt; als die Lokomotive kam, fanden das die Kutscher auch nicht so toll. Diese verdammte Lokomotivenindustrie.

Na, dann ist doch alles in Ordnung

November 19, 2007

Entwarnung, die beiden Teenager, die drüber nachdachten, mal ein paar Menschen zu töten, haben schon lange vor dem Eingreifen der Polizei den Plan aufgegeben gehabt. War also alles halb so schlimm, ist doch schließlich normal, dass man sich in einem bestimmten Alter Gedanken macht, ob ein Amoklauf nicht ne tolle Sache wäre.

Tanzen mit Hitler

November 19, 2007

Hier entlang

Nazometer

November 15, 2007

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Zum Glück wird da eingeschritten. Witze, die sich über Hitler lustig machen, sind nicht akzeptabel, so was hatten wir doch schon einmal, in den 1920ern und frühen 30ern und jeder weiß, wie es endete. Auch nicht erlaubt ist es, sich über die lustig zu machen, die seit immerhin 62 Jahren die Rückkehr Hitlers verhindern, bei jeder Autobahnfahrt ein schlechtes Gewissen bekommen und wissen, was geht bzw. gar nicht geht.

Wenn man bei ARDZDF weiterhin so energisch einschreitet, wenn ein Gag provokanter ist als alle Kalauer und Perücken des Scheibenwischer (an dem nur die Nazivergangenheit Hildebrandts irgendwie provokant war) zusammen, muss man im deutschen TV auch weiterhin nicht fürchten, plötzlich auch mal gute Komiker zu sehen.

Hätten die USA unsere Rundfunkräte, wäre ihnen viel erspart geblieben: Simpsons, South-Park, Seinfeld, The Producers und überhaupt so ziemlich alles, was man gute Unterhaltung nennen könnte, von Woody Allen bis Sarah Silvermann.