Deutsche TV-Unterhaltung – Oder: Nicht nur China klaut und klaut und klaut

252x190_2007poster_.jpgBastian Pastewka ist ein guter Komiker. Verglichen mit dem, was im deutschen TV sonst noch so rumprollt, rumprollt und rumprollt, ist er sogar ein ziemlich guter Komiker. Und seit ein paar Jahren spielt er in der Serie „Pastewka“ sich selbst. Dafür gab es schon einige Preise und viel Anerkennung. Warum, ist nicht so ganz klar.

Zum einen ist diese Serie nicht sonderlich gut gemacht. Die Drehbücher zeichnen sich durch eben die Langweilige aus, wegen der all die, für die der Atze Schröder-Humor nicht der Himmel ist, überhaupt erst zu Fernsehimmigranten werden, und sich nach England und die USA absetzen. Außerdem wirken die Aufnahmen oft so hölzern, als ob sie von Veteranen des Offenen-Kanal ehrenamtlich gemacht wurden. Dementsprechend wird auf den sinnvollen Einsatz von Dynamik und Tempo verzichtet. Was für eine Sitcom ja nicht ganz unwichtig ist.

Zum anderen ist das Konzept geklaut, oder vielleicht auch nur „kopiert“, zumindest keine eigene Idee (soweit kommts noch!) Seit 2000 läuft nämlich im amerikanischen Sender HBO die Serie „Curb Your Enthusiasm“, in ihr dreht sich alles um Larry David und sein chaotisches Leben. Larry David gibt es wirklich, und er ist so etwas wie eine lebende Legende, ist er doch der Kopf hinter „Seinfeld“. Seine aktuelle Serie zeichnet sich durch eine Mischung aus Improvisation und festem Drehbuch aus. Es gibt einen Handlungsrahmen, der Rest wird relativ frei vor der Kamera gestaltet. Regelmäßig treten auch andere Stars in Gastrollen auf. Etwa Mel Brooks, Ben Stiller, Sacha Baron-Cohen oder Dustin Hoffman.

Nun muss es sich also irgendwann begeben haben (wie so oft), dass deutsche Produzenten und Drehbuchautoren keine Ideen, aber einen Fernseher hatten.
Als sie dann Larry David sahen, und bemerkten, wie lustig dieses Konzept ist, überlegten sie, wie das am besten übertragen werden kann. Da übernimmt also dann Pastewka die Hauptrolle und weil im amerikanischen Vorbild ständig Stars vorbeischauen, müssen es in Deutschland auch Stars sein. Nun ist der Unterschied zwischen Mel Brooks und Ingolf Lück aber der zwischen einem genialen Komiker und einem verblödeten Klassenclown, so wie überhaupt der deutsche Abklatsch in keiner Weise an das Original herankommt. Und auch Pastewka ist nun mal kein Larry David. So wie der lustige Onkel auch kein Harald Schmidt ist, nur weil er auf den Familienfeiern ständig Harald Schmid Sprüche wiederkäut.

So gesehen ist es fast schon wieder gut, dass die Macher nicht unbedingt dadurch auffallen, sich nicht als geistige Väter dieser Serien-Idee feiern zu lassen. Denn wer „Pastewka“ sieht, wird nicht auf die Idee kommen, dass „Curb Your Enthusiasm“ eine klasse Serie ist. Aber, wie gesagt, Bastian Pastewka ist okay.

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