Die Neocons sind tot – es lebe die Neocon-Sekte

 

Nun hat also auch die DIE ZEIT Michael Moores neusten “Dokumentarfilm” gesehen. Und wie alle, die diesen schwergewichtigen Lügner aufgrund seiner Verdienste um den Antiamerikanismus nicht einfach fallen lassen wollen, hat auch DIE ZEIT das Problem, wie mit dem, nun ja, leicht ramponierten Helden umgegangen werden soll. Soll man ihn etwas kritisieren, oder einfach über seinen lockeren Umgang mit den Fakten hinweg sehen? Thomas Assheuer hat sich für den Weg entschieden, mit Moore Mitleid zu haben, weil er nicht zu beneiden ist, da ihm Kritiker vorwerfen, er habe der angeprangerten Wirklichkeit schnitttechnisch gerne auf die Sprünge geholfen, kräftig nachgewürzt und nachpoliert.

Ja, das haben die Kritiker ihm tatsächlich vorgeworfen, und zwar, diese Info ist nicht ganz unwichtig, zu Recht. Doch wie ging es weiter, nachdem klar wurde, dass Moore weniger Dokumentarier als Propagandist ist? Ziemlich übel, die linken Freunde wandten sich enttäuscht ab, denn sie witterten das Gift der Demagogie. Und wenn es um Demagogen geht, das weiß jeder, hört bei Linken der Spaß auf. Mögen diese nun Chavez, Lafontaine oder Livingston heißen.

Aber Assheuer weiß noch mehr, und wir bewegen uns im Übrigen noch immer im ersten Absatz seines Artikel, denn diese Vorwürfe gegen Moore seien auch ein gefundenes Fressen für die Neocons gewesen, oder genauer die Neocon-Sekte und ihre deutschen Ableger. Die hassen ihn nämlich, weil er seine Majestät beleidigt hat, seitdem sitzt Moore auf der Achse des Bösen ganz weit vorne. Mit der Majestät ist Bush gemeint, und warum eine angesehene deutsche Zeitung einen Typen für sich schreiben lässt, der sein gesamtes Wissen über die USA aus “Stupid White Men” bezieht, ist nicht so ganz klar. Hätte Joffe ihn nicht mal zur Seite nehmen könne, und ihm ein paar Infos über die Meinungsfreiheit jenseits des Atlantiks zustecken können? Vielleicht wäre Assheuer dann schon nicht mehr so beeindruckt darüber, dass da jemand keine Hemmungen hat, seine Majestät zu beleidigen.

Dann nennt er Moore auch noch einen begnadeten Polemiker, wo es das Wort Stammtischschwätzer auch getan hätte. Und damit kommt der erste Absatz endlich zu einem Ende. Es ist schon erstaunlich, wie unbekümmert manche Leute darüber hinweg gehen, dass Moores Werke Propaganda der nicht einmal raffiniertesten Sorte sind. Natürlich enthalten sie einen wahren Kern, aber den enthält die Behauptung, dass die Zuwanderer aus der Türkei für die hohe Arbeitslosigkeit in Ostdeutschland verantwortlich sind, ja auch. In Ostdeutschland gibt es eine hohe Arbeitslosigkeit.

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