Archiv für April 2007

Zitat des Tages

April 29, 2007


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„Im Koran gibt es keine expliziten Aussagen zu Homosexualität. Das Thema wird eher ausgeblendet.“*

Genau, im Koran wird es eher ausgeblendet, im Iran eher gesteinigt und in Saudi-Arabien eher ausgepeitscht.

*(Zitat übernommen aus einem Artikel von GayWest, der sich mit dem etwas demokratiefernen Weltbild der Ahmadiyya-Gemeinde beschäftigt, die in Berlin eine Moschee eröffnen will.)

Darfur-Demo Berlin

April 29, 2007


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Heute fand in Berlin die Darfur-Demo statt. Es nahmen cirka 100 Personen teil. Ich schreibe an dieser Stelle keinen Beitrag, sondern gebe schlicht die drei Fragen wieder, die Hannes Stein stellte.

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1.) Wo sind die Intellektuellen?
2.) Wo ist die Linke? (war es nicht früher eine linke Tradition, gegen Rassismus und Völkermord zu sein?)
3.) Wo sind die Moslems? (die Opfer des Völkermordes sind Moslems -die Täter übrigens auch-, und trotzdem gibt es kaum Protest. Mohammed-Karikaturen empören offenbar mehr, als hundertausendfacher Mord. Merkwürdige moralische Standards.)

Eine arische Zwiebel wird ausgezeichnet

April 28, 2007

Günter GraSS wird mit dem Ernst Toller-Preis ausgezeichnet. Über den Namensgeber heißt es:

In den 20er Jahren war er Mitglied der Münchner Räteregierung und schrieb gegen den heraufziehenden Faschismus an.

Man kann also sagen, dass Ernst Toller schon in den 1920er aktiv versuchte, Günter GraSS Waffen-SS Laufbahn zu torpedieren. Ob es ihn wirklich freuen würde, dass nun in seinem Namen jemand ausgezeichnet wird, der auf das Nazi-Endziel eingeschworen war, alle Tollers zu ermorden, darf bezweifelt werden.

Völkermord im Sudan

April 27, 2007


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An diesem Sonntag findet in Berlin eine Demo statt, die auf das hundertausendfache Morden im Sudan aufmerksam machen will. Weitere Informationen gibt es hier und hier. Los geht es um 10.00 Uhr auf dem Pariser Platz (direkt neben dem Brandeburger Tor) und enden wird es um cirka 12.00 Uhr auf dem Potsdamer Platz. Reden werden u.a. Hannes Stein und Micha Brumlik. Für weitere Informationen stehen diese E-Mailadresse: info@darfurgruppe-berlin.org und diese Telefonnummer: 030-44039670 zur Verfügung.

Last Radio Show

April 27, 2007

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Robert Altman hat mit „Last Radio Show“ einen gleichermaßen amüsanten wie melancholischen Film gedreht. Die Handlung spielt am Abend der letzten im Radio übertragenen Liveshow. Am nächsten Tag wird die Konzerthalle abgerissen. Zwischen den verschiedenen Gesangsauftritten erfährt der Zuschauer nach und nach etwas über die verschiedenen Intrigen, Romanzen und Eitelkeiten, die die Showteilnehmer miteinander verbinden. Außerdem sparziert auch ein echter Engel durch die Kulissen. Um es gleich zu verraten: Ein nutzloseres Himmelswesen gab es selten auf der Leinwand zu bewundern. Er kann den Untergang der traditionsreichen Radioshow nicht verhindern, ermordet aber trotzdem und offenbar völlig unmotiviert einen Geschäftsmann und scheint überdies nicht sonderlich intelligent zu sein. Vom Moderator der Show, Garrison Keillor (großartig!), lässt er sich noch einmal den Witz erzählen, wegen dem er zu Lebzeiten vor Lachen von der Straße abkam und zu dem wurde, was er nun ist. Der Pingiun-Joke geht so: Sagt der eine Pingiun zum anderen Pinguin „Du siehst aus, als ob du ein Frack anhast!“, sagt der andere „Vielleicht habe ich eines an!“ Weder Keillor noch der Engel finden im Nachhinein, dass es sich lohnt, für einen solchen Witz zu sterben. Lohnen tut sich aber auf jeden Fall der Besuch dieses Films! Es wird von Robert Altman keinen weiteren mehr geben.

Das Foto vom bequemen Hund

April 24, 2007

Antisemitismus in Europa

April 24, 2007

Ein höchst interessanter Artikel aus der Zeit. Zunehmend erkennt man in Europa, dass Moslems drauf und dran sind, den Nazis in Sachen Judenhass den Rang abzulaufen.

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Der klassische Antisemitismus von rechts, schmuddlig und rassistisch, spielt in Europa nur noch eine untergeordnete Rolle. Bis auf einen unverbesserlichen Bodensatz sind die europäischer Gesellschaften dagegen weitgehend immun geworden. Benny Peiser, Anthropologe an der Universität Liverpool, verweist auf ein „Paradox“: durch den Holocaust, Auswanderung und die Gründung des Staates Israel gebe es in Europa eigentlich keine „jüdische Welt“ mehr, sondern nur noch vereinzelte jüdische Gemeinden. Vor dem Zweiten Weltkrieg lebten in Europa an die zehn Millionen Juden. Heute beläuft sich ihre Zahl auf kaum mehr als eine Million. In Frankreich und Großbritannien sind mit rund 600.000 bzw. 250.000 die größten Gemeinden zu finden. Doch zugleich nimmt quer durch Europa ein Antisemitismus zu, der aus neuen Quellen gespeist wird. (ganzer Artikel)

Der Fall Kurnaz oder: Die erschütternde Rezeption eines Buches

April 23, 2007

Eine interessante Buchkritik von Alan Posener

Kuhns Roman ist für den Journalisten Hans Leyendecker, der auch schon mal auf eine RAF-Legende hereingefallen ist, „ein erschütternder Bericht und ein einzigartiges Dokument“. Erschütternd ist allerdings die Rezeption des Romans. Die Gruselhöhepunkte aus Kuhns Erzählung werden in der Presse unhinterfragt als Tatsachenbericht wiedergegeben; als könne diese fortwährende Quälerei unter den Augen des Roten Kreuzes stattfinden, das seit Anfang 2002 auf Wunsch der US-Regierung die Anlage regelmäßig kontrolliert und zu allen Gefangenen Zugang hat. Und Kurnaz, bis vor kurzem noch für die Journaille der „Bremer Taliban“, mutiert zu einem naiven Märtyrer des rechten Glaubens. (ganzer Artikel)

Manufacturing Dissent

April 21, 2007

Mir ist Georg W. Bush vor allen aus einem Grund wesentlich sympathischer, als die meisten seiner Gegner und Kritiker: Er ist abwählbar. Gut, ganz nebenbei hat er auch einen Massenmörder, vor dem selbst Stalin Respekt hätte, vertrieben und er besitzt Humor und Selbstironie; Eigenschaften von denen die meisten – darunter offenbar alle Deutschen – Politiker verschont bleiben. Aber dennoch, das Beste ist sein befristeter Auftritt in der Öffentlichkeit. Dumm nur, dass all jene, die ihre Popularität dem verbreiten und bedienen antiamerikanischer Klischees verdanken, uns über diesen Tag X hinaus erhalten bleiben werden. Michael Moore etwa. Die ganze Verlogenheit, mit der „Bushkritiker“ ihre Vorbehalte gegenüber den USA pflegen, fließt in diesem massigen Menschen zusammen. Dem gemeinen Bushkritiker, der auch gerne von der Bush-Administration oder, im eher religiös angehauchten Lager der globalisierten USA-Feindschaft, vom großen Satan spricht, ist Georg Bush völlig gleichgültig. Egal, ob der nächste Georg Bush nun Hillary Clinton, Chris Dodd oder McCain heißen mag, die USA bleiben für diese Leute das Hassobjekt Nummer eins. An einer ehrlichen Kritik „unter Freunden“ ist ihnen ebenso wenig gelegen, wie all den Freunden Israels, die sich in aller Freundschaft den Untergang dieses Staates herbei fantasieren.

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Michael Moore ist nun deswegen eine solch passende Galionsfigur für die USA-Kritik, weil er all das, was er an Bush anprangert, in Reinform selber repräsentiert. So nennt er Bush einen Lügner und greift ihn dabei auf dem einzigen Feld an, auf dem er tatsächlich kompetent ist. Vielleicht ist also was dran. Aber nur vielleicht, denn Moores Propagandafilme, die unter dem Label Dokumentationen zu finden sind, halten sich mit der Realität und den ihr innewohnenden Fakten gar nicht erst auf. Das Klischee bedienen ist das Ziel und dem Klischee nachhelfen der Weg dahin. Klar, ein seelenloser Megakonzern wie General Motors ist natürlich skrupellos und die Chefs so arrogant, dass sie Gespräche mit kleinen idealistischen Dokumentarfilmern verweigern. Dem Zuschauer darf aus Gründen der Fairness also nicht gezeigt werden, dass Roger Smith in Roger and Me sehr wohl zum Gespräch bereit war und es auch zu einem solchen kam. Wenn es darum geht, den Wahnwitz des Waffenbesitzes in den USA – für ein Kinopublikum in Kleinbrockdorf/Germany – darzustellen, ist es geeignet, der Wahrheit mit einigen klitzekleinen Lüge nachzuhelfen (Bowling for Columbine) und in Bezug auf das Lieblingsfeindbild Georg Bush, dem der dumme Mann mit der Kamera seinen internationalen Durchbruch verdankt, darf es auch Mal eine geschmacklose Verharmlosung Saddam Husseins geben, indem dieser als freundlicher Onkel tanzend im Kreise fröhlicher Kinder dargestellt wird, während der amerikanische Präsident bösartig, kalt und berechnend einen Krieg nach dem anderen anfängt (Fahrenheit 9/11).

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Es spricht sehr gegen den moralischen Zustand all jener, die sich gegen Bush engagieren und dabei Michael Moore als Belastungszeuge aufrufen. Es sind denkfaule Antiamerikaner, die ihre Vorurteile in leicht genießbaren aber hochprozentigen Portionen zu sich nehmen wollen; in Sätzen, die nach Öl riechen und die regelmäßig die Niedertracht der Amerikaner (übrigens auch der Israelis, nebenbei bemerkt) bestätigen. Dabei wäre es nicht schwer, sich wirklich ernsthaft mit den USA auseinanderzusetzen, wenn es einen denn wirklich interessieren würde. Es gibt eine große Zahl höchst interessanter Bücher rund um den Zustand der amerikanischen Gesellschaft und der amerikanischen Politik. Nachteil: Sie erreichen nicht den intellektuellen Tiefgang eines Michael Moore Werkes – da kommt höchstens die BILD noch mit –, verwenden den einen oder anderen Fachbegriff und leiden an der Schwäche zu differenzieren.

Michael Moore ist nichts anders als ein notorischer Lügner, der skrupellos ist und so arrogant, dass er Gespräche mit kleinen idealistischen Dokumentarfilmerinnen verweigert. Nun kommt nämlich eine Dokumentation auf den Markt, die nachweist (und zwar nicht auf die moorische Weise), dass der große schwere Mann des Antiamerikanismus ein höchst kritisches Verhältnis zur Wahrheit hat*. Manufacturing Dissent wird sicherlich keine ganzen Schulklassen ins Kino locken und die überzeugten Fans von Michael Moore wird dieser Film auch nicht beeindrucken, aber es ist trotzdem gut, dass es ihn gibt. Der ein oder andere wird vielleicht doch ins Zweifeln kommen, wem er da zujubelte.

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* Wobei glücklicherweise schon seit Jahren auf verschiedensten Internetseiten die Filme von Moore gründlich auseinandergenommen und als billige Propaganda entlarvt wurden.

Jetzt wird alles gut!

April 19, 2007


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Was habe ich gerade in einem muslimisch geprägten Viertel gesehen? Kopftücher? Ja. Dönerbuden? Ja. Internetcafes? Ja. Einen Missionar der Mormonen? Ja!!! Der Gegenschlag des christlichen Abendlandes scheint begonnen zu haben. Wer hier von wem islamisiert oder doch eher christianisiert wird, ist also noch längst nicht ausgemacht.