Archiv für März 2007

Waschmaschinenexperten und Waschmaschinenexpertenmeister (1)

März 31, 2007

Waschmaschinen aus Gebrauchtwarenläden können einem viel Geld sparen, wenn sie denn funktionieren. Leider tat mir meine nicht diesen gefallen. Weil aber ein Jahr Garantie besteht, wurde mir ein Techniker zugewiesen, der sich den Fall angucken sollte. Ich hatte schon bedenken, wie qualifiziert ein solcher „Techniker“ denn sein kann, der in einem Geschäft arbeitet, indem Kaffeemaschinen, Kühlschränke und andere Elektrogeräte verkauft werden, die zuvor unter Umständen die ich nicht genau kennen möchte in den Besitz dieses Ladens kamen. Aber was da eben vor mir stand, hat meine Erwartungen bei weitem übertroffen. Sonnebrille, blaues T-Shirt – wohl ein Tribut an die Blaumänner früherer Tage – und eine braune Hose.

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Dieser Spezialist beugte sich also über die Maschine und klotzte die verschiedenen Knöpfe und Scheiben mit einem Blick an, als ob ich ihm gerade den Area51 Alien vorgestellt hätte. Ich erklärte, dass sowohl der Trockner als auch die Waschmaschine defekt seien. Es kam zu ersten Missverständnissen. „Was sind die?“, „Defekt.“, „Defekt?“, „Ja, das Programm läuft nicht durch.“…“Ist kaputt!“, „Äh…ja, genau, kaputt.“ Wieder starrte er die nie gesehen Knöpfe an und stellte den Trockner auf zwölf Minuten ein. Nicht geschah. Die Drehuhr blieb seelenruhig auf der Zehn sitzen, anders kenne ich es von ihr nicht. Doch aus irgendeinem Grund konnte der Experte eine Bewegung ausmachen. Schon hatte der Zeiger sich auf die Neun vorgearbeitet, danach müsste die acht folgen und daraus, dass der Trockner funktioniert. Das einzige Problem war nun aber, dass sich der Zeiger beim besten Willen nicht bewegte! Irgendwann schob der Techniker seine Sonnebrille zurecht und ließ von dieser kühnen Behauptung ab. Na ja, und jetzt ist er gegangen und wir haben vereinbart, dass am Montag ein Meister kommt und die Maschine repariert. Ich bin gespannt, was da auf mich zukommt. Von irgendwem muss dieser seriöse Herr ja gelernt haben…

Es gibt gute Gründe für einen Abzug der Briten aus dem Irak

März 30, 2007

„Zieht die Truppen aus dem Irak ab – ein Krieg, der zu nichts führt – und bringt sie in den Iran, um einen Krieg zu führen, der einen Sinn hat.“ (Leserbrief Plymouth Herald)

UN-Watch Rede

März 30, 2007


LizasWelt hat die Rede von Hillel Neuer ins Deutsche übersetzt.
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Herr Präsident,

vor sechs Jahrzehnten, während der Nachwirkungen des Nazi-Horrors, versammelten sich Eleanor Roosevelt, Réné Cassin und andere bedeutende Personen hier, am Ufer des Genfer Sees, um die Grundsätze menschlicher Würde noch einmal zu beteuern. Sie gründeten die Menschenrechtskommission. Heute fragen wir: Was wurde aus ihrem noblen Traum? In dieser Sitzung erfahren wir die Antwort. Angesichts eindringlicher Berichte aus aller Welt über Folter, Verfolgung und Gewalt gegen Frauen: Was hat der Rat verkündet, und was hat er entschieden?

Nichts. Seine Antwort war Schweigen. Seine Antwort war Gleichgültigkeit. Seine Antwort war kriminell. Man könnte in Harry Trumans Worten sagen, dass dies ein untätiger und nichtswürdiger Rat geworden ist. Aber das wäre ungenau. Denn der Rat hat etwas getan. Er hat eine Resolution nach der anderen verabschiedet, in denen ein einzelner Staat verurteilt wurde: Israel. In acht Stellungnahmen – und drei weitere werden in dieser Sitzung folgen – wurde der Hamas und der Hizbollah Straffreiheit zugesichert. Der gesamt Rest der Welt – mit Abermillionen Opfern in 191 Ländern – wird weiterhin ignoriert.

Also: Ja, der Rat tut etwas. Und die Diktatoren des Nahen Ostens, die diese Kampagne orchestrieren, werden Ihnen sagen, dass das gut so ist. Und dass sie versuchen, die Menschenrechte zu schützen, die Rechte der Palästinenser. Die rassistischen Mörder und Vergewaltiger der Frauen von Darfur berichten uns, dass sie sich um die Rechte der palästinensischen Frauen kümmern, die Besetzer Tibets kümmern sich um die Besetzten, und die Schlächter der Muslime in Tschetschenien kümmern sich um die Muslime. Aber kümmern sich diese selbst ernannten Verteidiger wirklich um die Rechte der Palästinenser?

Denken wir an die vergangenen Monate. Mehr als 130 Palästinenser wurden durch palästinensische Streitkräfte getötet. Das ist das Dreifache der Zahl der Toten, die den Vorwand für die beiden Sondersitzungen im vergangenen Juli und November bildete. Doch die Meister der Rechte der Palästinenser – Ahmadinedjad, Assad, Ghaddafi, John Dugard –, sie sagen nichts. Der kleine dreijährige Junge Salam Balousha und seine zwei Brüder wurden in ihrem Auto von Truppen des Premierministers Haniya ermordet. Warum hat dieser Rat beschlossen zu schweigen? Weil Israel nicht dafür beschuldigt werden konnte. Weil in Wahrheit die Despoten, die diesen Rat führen, sich um nichts weniger scheren als um die Palästinenser und generell um die Menschenrechte.

Sie versuchen, die israelische Demokratie zu dämonisieren, den jüdischen Staat zu delegitimieren, das jüdische Volk zum Sündenbock zu machen. Sie versuchen außerdem noch etwas anderes, nämlich die eigentliche Sprache und Idee der Menschenrechte zu entstellen und zu pervertieren. Sie fragen: Was ist aus dem Traum der Gründer geworden? Durch furchtbare Lügen und moralische Verdrehungen wurde er in einen Albtraum verwandelt.

Vielen Dank, Herr Präsident
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Die Antwort des Präsidenten des Menschenrechtsrats, Luis Alfonso de Alba:
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Zum ersten Mal in dieser Sitzung werde ich keinen Dank für eine Stellungnahme aussprechen. Ich sollte das gegenüber dem angesehenen Repräsentanten der Organisation, die gerade zu Wort kam, betonen, gegenüber dem angesehenen Repräsentanten von United Nations Watch, wenn Sie so freundlich wären, mir zuzuhören. Es tut mir Leid, dass ich mich außerstande sehe, Ihnen für Ihre Äußerungen zu danken. Ich sollte erwähnen, dass ich keine ähnlichen Stellungnahmen hier im Rat dulden werde. Die Art und Weise, in der hier auf Mitglieder des Rats Bezug genommen wurde und in der auf den Rat selbst Bezug genommen wurde, ist unzulässig. In Erinnerung an die Personen, auf die Sie sich bezogen haben, die Gründer der Menschenrechtskommission, und zum Wohle der Menschenrechte ermahne ich Sie, bei zukünftigen Stellungnahmen ein Minimum an gutem Benehmen und korrekter Sprache an den Tag zu legen. Andernfalls wird jedes Statement, das Sie in einem ähnlichen Tonfall wie heute von sich geben, aus dem Protokoll gestrichen werden.

Artikel 7 gilt nicht mehr

März 29, 2007

Entweder Sendlinger oder bin Laden

März 27, 2007

Die immer komplexer werdende Welt trägt ja eine große Mitschuld daran, dass sich Menschen überfordert fühlen und sich deswegen Ideologien anschließen, die simple Erklärungen parat haben. (Zumindest hört man diese These ständig von irgendwelchen Experten.) Man wird also Islamist, Kommunist, Attac- oder Petamitglied, um endlich zu wissen, was gut und was böse ist. Für diese überforderten Geister gibt es aber schon seit Jahrzehnten eine Alternative! Ihr lieben Fortschrittsfeinde, wenn ihr eine Nische sucht, um eure verunsicherten Köpfe vor der Schnelllebigkeit der Welt zu schützen, kauft diesem Verlag die Regale leer! Denn Kelter bietet euch all das, was ihr bei bin Laden und anderen zu finden hofft. Arabella Romane, Fürstenkinder, Toni der Hüttenwirt und das freundliche Ärztehaus erfüllen die Sehnsucht nach Einfachheit, nach Geborgenheit und nach Harmonie. Zu Recht steht auf der Kelter-Homepage als Firmenphilosophie:

Eine Liebesgeschichte, die die Erwartungen der LeserInnen und den Wunsch nach Sinn, Orientierung und positiven Nachrichten in einer schwierigen, oftmals brüchig erscheinenden Welt erfüllt, sollte mit viel Herzblut und professioneller Begeisterung geschrieben sein.

Also nicht verzagen, es gibt ein harmonisches, einfaches Leben außerhalb des extremen Spektrums, man muss nur wissen wo man es bestellen kann! Na ihr Islamisten, wie sieht’s aus, vielleicht die Kalaschnikow doch gegen die Dr.Norden Romane eintauschen? Ihr würdet es nicht bereuen, zumal Doktor Norden seine Ziele immer erreicht, was für euch ja auch mal eine interessante neue Perspektive wäre.

Scientolophobie

März 27, 2007

Warum soll der eigentlich nicht bei Wetten dass…? auftreten dürfen, wenn gleichzeitig dieser Freak vor einigen Wochen bei Gottschalk zu Gast war? Travolta hat in seinem Leben sicherlich weniger Mordaufrufe unterstützt als Yusuf Islam. Wetten dass!!!

Ulmen gut – Husmann Dieb

März 25, 2007

Ich kenne Christian Ulmens neue Serie „Dr. Psycho“ nicht und es mag stimmen, dass sie schlecht ist. Mir ist das egal, denn Ulmen hat mit „Mein neuer Freund“ eine der unterhaltsamsten Serien zu verantworten, die in den letzten Jahren im deutschen TV liefen.

Was allerdings bei den Kritiken rund um seine aktuelle „Polizisten-Psychologen-Serie“ immer wieder stört, ist der Verweis darauf, dass „Dr. Psycho“ immerhin vom „Stromberg“-Erfinder Ralf Husmann erdacht wurde und darum das schwache Niveau umso mehr überraschen muss. Nun ja, dabei gibt es aber eine Kleinigkeit, die gerne übersehen wird. Stromberg ist die Kopie der englischen Comedy-Serie „The Office“. Und die hat sich Ricky Gervais ausgedacht. Husmann (bzw. Pro7) kann sich höchsten etwas darauf einbilden, versucht zu haben „The Office“ zu klauen, um keine Lizensgebühren zahlen zu müssen. Irgendwie hat es sich aber bis nach England rumgesprochen, dass im deutschen TV „The Office“ läuft und so mussten die netten Ideendiebe schließlich doch noch in den Geldbeutel greifen.
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Soweit also das Comedy-Genie Husmann, früher nannte man solche Leute eigentlich eher Betrüger oder Gauner. Ich weiß nicht warum sich das geändert hat und man jetzt dafür gefeiert wird, wenn man ausländische Serien klaut und hofft, dass das niemandem auffält?
Aber wenn das so ist, okay…Hey Husmann, sollte es mit der eigenen Kreativität nicht zum Besten stehen, habe ich einen Tipp für dich: hier! Aber pssst, das weißt du nicht von mir 😉

Die EU hat Geburtstag

März 25, 2007

SpiegelOnline hat siebenundzwanzig Prominente Europäer zu Wort kommen lassen (in der Bildergallerie), die ihre Gedanken und Eindrücke über den Zustand der EU, die Zukunftsperspektiven, Fehler und Chancen mitteilen sollten. Die meisten Aussagen ähnelten sich in ihrer Begeisterung für fünfzig Jahre Frieden und der Hoffnung, dass diese Erfolgsgeschichte so fortgeschrieben wird.

Solche Deutungen sind es, die der ebenfalls befragte ungarischen Historiker Krisztian Ungvary als „Deutungshoheit“ westlicher Intellektueller bezeichnet, die zu wenig Sensibilität für die Opfer des Kommunismus zeigen würden. Denn in der Tat ist es für einen Polen oder Tschechen schwer einsehbar, wo denn die jahrzehntelange europäische Friedensphase gewesen sein soll, als sie Unterdrückt und ihrer Freiheitsrechte beraubt waren. Ungvary kommt zum Ergebnis: „Die Versuche, eine europäische Erinnerung zu schaffen, ohne die Interessen der Osteuropäer zu berücksichtigen, empfinde ich als geistige Kolonisation.“

Liza Marklund, eine schwedische Schriftstellerin, hängt ganz anderen Gedanken nach. Sie sähe den Irak gerne als EU-Mitglied. Ein weiterer Vorschlag aus dem Norden kommt von Jukka Kuoppamäki, der sein Geld als Schlagersänger verdient. Er ist für das „alte Europa im positiven Sinn“, in dem er ein „Gegengewicht zur anglo-amerikanischen Kultur“ sieht. Kuoppamäkis EU-Vision reduziert sich – wenn sie aller Phrasen entkleidet ist – darauf, dass die Europäer und insbesondere die Finnen, bitte schön seine Schnulzen kaufen sollen und nicht die von amerikanischen Konkurrenten.

Die rumänische Komponistin Adriana Hölszky weißt auf eine Tatsache hin, die nicht oft genug betont werden kann: „Die Menschen dürfen nicht nur etwas von den europäischen Politikern und Vertragswerken erwarten, sondern jeder für sich muss auch mithelfen, dass Europa eine Erfolgsstory wird.“ Und Steve Roman, Chefredakteur der „The Baltic Times“ findet: „Für die osteuropäischen Staaten war der Anschluss an das Bündnis europäischer Demokratien eine Chance, endgültig dem Einfluss Moskaus den Rücken zu kehren.“ Womit er eine der größten Leistungen der EU anspricht. Die Unabhängigkeit von Russland, die den Ländern des einstigen Ostblocks die Freiheit brachte, hätte ohne die EU nicht auf diese konfliktfreie Weise stattfinden können.

Was jedoch bei aller Begeisterung für die Erfolgsgeschichte EU negativ auffällt, ist der fehlende positive Bezug auf die Rolle, die die USA dabei spielten und spielen. Ohne die USA gäbe es heute keine EU sondern Planwirtschaft in Frankreich und Mauertote in Spanien, weil die Flucht über das Mittelmeer die Chance bieten würde, dem europäischen Gefängnis zu entkommen. Vaclav Havel äußerte als einziger Befragter deutliche Kritik: „Soll die EU die USA in der Wirtschaft einholen und überholen? Möge sie es tun, aber möge sie vor allem die Vereinigten Staaten in der Kritik autoritärer Regime einholen und überholen, welche über den ganzen Erdball verstreut sind und in unglaublicher Art und Weise menschliche Freiheiten unterdrücken.“

PS: Joseff Joffe schrieb in der ZEIT einen euphorischen Geburtstagsgruß an die EU.

Berliner Bilder (1)

März 24, 2007

Info zu: Selektive Erinnerung

März 23, 2007

Der ein oder andere wird vielleicht schon bemerkt haben, dass der Webcomic Selektive Erinnerung momentan nicht erreichbar ist. Der Grund sind technische Probleme. Ich weiß nicht genau wie lange es dauern wird bis die Seite wieder erreichbar ist, aber aus gut unterrichteten Kreisen wurde mir mitgeteilt, dass sie bald wieder für Besucher geöffnet sein wird (24 Stunden am Tag!).