Ein Herz für RAF-Terroristen

Die Emotionen kochen hoch, wenn es um die Frage geht, ob RAF Terroristen vorzeitig aus dem Gefängnis entlassen werden sollen oder nicht. Wenn es nach mir ginge, sollten die da solange drinnen bleiben, wie es laut Richterspruch auch vorgesehen war, aber Claus Peymann sieht das etwas anders. Nicht nur betrachtet er es als einen Akt der Nächstenliebe, Christian Klar einen Job am Berliner Ensemble zu besorgen, nein, er findet es auch unter den Würde eines verdienten Terroristen, sich vom, wie es so schön vielsagend heißt, „bewaffneten“ Kampf zu distanzieren. Seine ganze Abscheu bringt er in dem Satz unter: „Soll Klar dem Bundespräsidenten die Stiefel lecken?“ Ja, dass hätte das Schweinesystem wohl gerne! Und dann folgt mit dem Hinweis „Das schönste Wort, das die Macht kennt, ist Gnade.“, gleich die nächste sinnfreie Aussage. Denn das große Privileg einer liberalen Demokratie ist es, auf die Gnade, diesen Willkürakt, grundsätzlich verzichten zu können. Drei Jahrzehnte nach dem Terrorherbst bleibt scheinbar nicht viel mehr, als ein Intendant, der verhindern will, dass ein Mensch „nach über 20jähriger Haft“ endgültig gebrochen wird; weswegen er ihn liebend gerne zum Bühnentechniker machen würde. Na ja, jeder sucht sich seine Freunde eben selbst aus.

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One Comment - “Ein Herz für RAF-Terroristen”

  1. Hamster Says:

    Die klammheimliche Sympathie linker Intellektueller für die RAF (bzw. PLO 😉 ist ganz spürbar auch heute noch vorhanden.

    Weiss nicht wer die Siebziger noch miterlebt hat, aber das was damals von den Linksspiessern kam war ganz unerträglich. Ich habe Diskussionen im Fernsehen verfolgt und Texte gelesen (auch in der Schule ;), die waren so krank, das kann man sich heute gar nicht mehr vorstellen.

    Ich nenne nur mal ein paar Namen: Satre, Schily, Cohn-Bendit, Dutschke, Meinhof, Enzi, Baum&Hirsch gabs damals auch schon und so weiter und so fort. Von Richard „Richy“ v.Weizsäcker kam da auch seinerzeit die schöne Aussage (sinngemäss) „Ich glaube – und ich habe lange darüber nachgedacht (es folgte weiteres sinnloses Geschwätz, das ich hier nicht wiedergeben möchte) – man muss auch gegenüber der Intoleranz tolerant sein.“.

    Ja, das waren noch Zeiten, damals in den linksspiessigen Siebzigern.


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