Ob Saddam wohl schon Handynummern mit Stalin und Pol Pot getauscht hat?

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Es ist die eine Sache, die Todesstrafe abzulehnen und eine andere, diese Ablehnung immer nur dann einzufordern, wenn es gilt, einen Massenmörder zu retten. Ich bin gegen die Todesstrafe, aber eigentlich habe ich dabei eher die namenlosen Opfer von Terrorregimen im Sinn und nicht die Führer dieser Terrorregime. Solange unsere Politiker sich nicht mindestens ebenso entrüstet über jede(!) Vollstreckung der Todesstrafe gegenüber Unschuldigen – was sie von Saddam unterscheidet – im Iran, China, Nordkorea oder Nigeria einsetzen, ist es unerträglich, sich die aktuelle Empörung anzuhören, die doch nichts weiter ist, als die Adelung eines schrecklichen Verbrechers. Denn, was genau zeichnet Saddam aus, was ihn von den Hunderttausenden unterscheidet, die unter seiner Herrschaft ermordet wurden. Weshalb setzt sich der sonst immer zerstrittene Bundestag über alle Parteiengrenzen hinweg heute für Saddam ein und weshalb tat er dies nie für seine Opfer? Natürlich muss die Todesstrafe geächtet werden, aber weil sich die Welt nicht von heute auf morgen ins Paradies verwandeln wird, muss dieser Prozess realistisch betrachtet werden.

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Nach und nach muss sie darum eingeschränkt werden, ehe sie ganz am Ende endgültig und endlich verschwunden ist. Doch sollten nicht die Ersten, die vor der Todesstrafe sicher sind, die Verbrecher sein, die sie als Werkzeug zur Machterhaltung gegen die eigene Bevölkerung einsetzen. Zuerst sollte man sich dafür einsetzen, dass die unschuldige und namenlose Bevölkerung nicht mehr willkürlich erhängt, geköpft oder erschossen wird. Wenn dies erreicht ist, ist eigentlich schon fast alles erreicht. Tyrannen, Diktatoren und Massenmörder sollten die Letzten sein, für die der Kampf gegen die Todesstrafe geführt wird und sie sollten auch die Letzten sein, für deren Lebensrettung sich eine weltweite Allianz bildet. Leider scheint es aber so, als ob es tatsächlich immer erst einen Saddam dieser Welt erwischen muss – was viel zu selten passiert -, ehe die Unerträglichkeit dieser Strafe erkant und verbissen bekämpft wird.

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Im Chor der zynischen Empörung deutschen Politiker über Saddams Abgang, fiel ganz besonders das Statement des FDP-Politikers Werner Hoyer durch seinen Schwachsinn auf. Er kritisierte, dass die Hinrichtung „kurzsichtig und dumm“ sei, da Millionen Iraker den Ex-Diktator nun weniger wegen seiner grausamen Verbrechen, sondern wegen seines vermeintlichen Märtyrertods in Erinnerung behielten.

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Lieber Herr Hoyer, keine Angst, dass dies nicht geschehen wird, dafür hat der gerade Dahingeschiedene zu Lebzeiten ausreichend gesorgt. Es lässt sich schwer zugleich um den Mörder des eigenen Sohnes und den eigenen Sohn trauern.

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10 Kommentare - “Ob Saddam wohl schon Handynummern mit Stalin und Pol Pot getauscht hat?”

  1. Tom Schaffer Says:

    entschuldige, aber glaubst du ernsthaft, jemand der saddams hinrichtung verurteilt automatisch verrat an dessen opfern betreibt? ich wage die behauptung, dass die allerwenigsten dieser internationalen stimmen auch nur ein gutes wort über saddam zu verlieren haben. ich empfinde diesen vorwurf gegenüber konsequenten todesstrafe gegnern sogar als beleidigend und zutiefst polemisch.

  2. Fuchsbau Says:

    @ tom schaffer

    welche konsequenten todesstrafen gegner hast du denn im sinn, von denen du glaubst, dass ich sie im sinn hatte?

  3. Tom Schaffer Says:

    wen du im sinn hattest, mag eine sache sein. wen du tatsächlich attackiert hast, eine andere. mehr dazu im fangnetz.

  4. Fuchsbau Says:

    ja, aber wen hatte ich denn deiner meinung nach im sinn und wen habe ich nun attackiert?

    aber damit eins klar ist: für kollateralschäden wie dich, übernehme ich keine verantwortung!

  5. Tom Schaffer Says:

    wen du im sinn hattest? keine ahnung. du schreibst von „unseren politikern“ aber du greifst argumentativ einfach jeden gegner an.

    eben diese ignoranz gegenüber „kollateralschäden“ ist das problem deines textes.

  6. Fuchsbau Says:

    @tom schaffer

    dein problem ist, dass du zwar lesen kannst, aber das gelesene nicht begreifst.

  7. Tom Schaffer Says:

    wie du meinst. meine kritik hab ich jetzt mehrfach dargelegt. meinen standpunkt geblogt. schönen tag noch 😉

  8. Martin Freizing Says:

    Oh man Gideon du bist einfach nur krass…Richtig Krass…deine Argumente, deine Art mit den Leuten zu diskutieren, einfach alles.

  9. Anonymous Says:

    Ich kann dem Artikel nur zustimmen und verstehe nicht, wie die Gegner der Todesstrafe, anstatt gegen die entsprechende Praxis in Diktaturen wie China, Saudi-Arabien und den Iran zu demonstrieren, sich am Schicksal des SH aufhängen. Irgendwie gehört dies zur träumerischen Realitätsverweigerung überwiegend linker Denker und Nichtdenker. Viele Grüße, Hans Hamburg

  10. Fuchsbau Says:

    @ martin freizing

    äh, ist das jetzt ne umständliche liebeserklärung oder umständliche kritik?

    echt krass, wie rätselhaft man sich doch ausdrücken kann.


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