Cuba Libre an der Uni


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Die Universität Potsdam ist mit 16.000 Studenten verhältnismäßig klein. Vielleicht ist dies der Grund, warum einem die total Irren so schnell auffallen, vielleicht hat Potsdam aber auch schlicht eine überdurchschnittliche Konzentration an Irren, wer weiß? Da gibt es zum Beispiel den sehr korpulenten Typen mit langen Haaren, wirrem Bart und ebensolchen Augen. Er trägt stolz eine blaue Jacke, auf der in großen Buchstaben KUBA draufsteht und ist so richtig links. Wie er so über die Flure wankt, langsam und schwitzend, könnte er durchaus als Personifizierung des Sozialismus/Kommunismus angesehen werden. Unbeweglich, träge und unsympathisch im Erscheinungsbild, dumm in der Denkweise und lächerlich in seiner Realitätsverzerrung.
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Bisher dachte ich, dass dieser Antikapitalist, von dessen Appetit die McDonalds Aktie nicht unwesentlich abhängig ist, der größte Spinner ist. Doch heute wurde er von einem anderen mit Leichtigkeit vom Thron gestürzt. Er saß vor dem Haupteingang und spielte Schlagzeug. Was ja soweit noch nicht außergewöhnlich wäre, wenn es sich dabei nicht um ein Luft-Schlagzeug gehandelt hätte. Diszipliniert und entrückt, beziehungsweise, wenn man weniger freundlich sein möchte: gestört, schlug er da mit imaginären Sticks auf das imaginäre Musikinstrument ein.

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Auf eine ungefährliche Art bekloppt, hätte man meinen können, wenn er dazu nicht noch ein ganz besonderes T-Shirt angehabt hätte: Hugo Chaves, der triumphierend den Daumen nach oben hält! Bald stand er auf und lief an uns vorüber in die Uni. Staunend über seine stolz zur Schau getragene Menschenverachtung (welcher halbwegs Normale wirbt denn auf seiner Brust für die Unterdrückung fundamentaler Menschenrechte und Allianzen mit fanatischen Antisemiten?) blickte ich ihm hinterher.

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Wenig später gingen auch wir in unseren Vorlesungssaal, bei dem es sich um den Computerraum handelte und wen traf ich da wieder? Genau, Chaves, der sich ins Internet einloggte. Weil keine anderen Plätze frei waren, mussten die neben ihm genommen werden. Mein Bekannter zeigte mir auf youtube ein Video, auf dem ein schönes Tor von Ronaldinho zu sehen war. Als der Ball die Torlinie überschritt, branndete Jubel auf. Doch irgendetwas stimmte an diesem Jubel nicht, er wirkte zu organisiert für ein Fußballspiel, zu sehr auswendig gelernt und außerdem, das viel mir jetzt auf, riefen die Leute nicht „Ronaldinho“, sondern „Hugo Chaves!“. Der verrückte Freiheitsfeind neben uns sah sich ebenfalls ein youtube Video an. Eine Wahlkampfrede in Caracas.

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Begeistert lachte unser Tischnachbar, mehrmals schlug er vor Freude die Hände zusammen, der plumpe Antiamerikanismus gefiel sichtlich. Als dann die Dozentin die Anwesenheitsliste verlas, folgte die Schlusspointe. Dieser Spinner hieß auch noch Fidel und sagte bei der Nennung seines Namens mit soviel Inbrunst „Hier!“, als ob er vom großen Fidel gerade Jahrzehnte zu spät für den Angriff auf die Moncada-Kaserne nachnominiert wurde und dies noch als eine Ehre empfindet.

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Man kann gespannt sein, ob sich noch mehr solcher dämlichen Gestalten an der Uni tummeln, aber diesen Typen zu toppen, dafür bedarf es definitiv mehr, als ein läppisches Palästinensertuch, einen Fuck-Bush Button oder durchgestrichenen USA-Flaggen!

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4 Kommentare - “Cuba Libre an der Uni”

  1. Anonymous Says:

    Großartig! Was für morons! Aber ich kann mithalten. In Freiburg gibt es Dr. Michael Berger. Der macht schon seit Urzeiten einen gut besuchten Lektüre-Kurs zu Marx: Das Kapital und hat dazu auch ein Standartwerk für UTB geschrieben. Ein cooler Hund, der für allzu linkes Gehampel keinen Nerv zu haben scheint. Ganz anders dagegen die Teilnehmer. Neben mir saß lange Zeit ein baumlanger Mensch mit Riesenbart und halbem Afro, kopfübergreifend gewissermaßen. Kurzum Marx jr. wenn man so will. Und der hatte auch einige Klöpse auf Lager… aber Freiburg? So ist es da. Wir sind wahrscheinlich auch die einzige Stadt im Süden, in der immer noch Montagsdemos stattfinden.

    Gruß,

    Johannes

  2. Anonymous Says:

    Kann mich auch nur einreihen, studiere Politik in Bielefeld, wo es von solchen Gestalten nur so wimmelt. Komischerweise entsprechen alle dem gleichen Erscheinungsbild, lange Haare und langer Bart und ganz versiffte Klamotten (die mit den Che-Shirts sind noch die harmlosesten). Mein schönstes Erlebnis war als uns so einer bei einem Referat erklärte wollte, wieso die Hamas als ein NGO gesehen werden muss.

  3. Astuga Says:

    Mein Gott, das ist halt der Zauber der Montur!
    Uniformen sind sexy, überhaupt für devote Personen. 😉

  4. Hamster Says:

    „Mein schönstes Erlebnis war als uns so einer bei einem Referat erklärte wollte, wieso die Hamas als ein NGO gesehen werden muss.“

    Solange die sich nicht an den Wahlen beteiligt hat, wars wohl auch eine NGO.

    Eigentlich ganz gut, dass die Terroristen nun die Wahlen gewonnen haben, denn nun kann jeder sehen mit welchen Leuten man es bei den „Palästinensern“ zu tun hat.


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