Verbote, Verbote, Verbote!!!


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Immer wenn ein Psychopath sich daran macht, andere Menschen zu töten und in seinem Umfeld Computerspiele gefunden werden, die brutaler als Häuser bauen mit Willy Werkel sind, ist für die Populisten der Fall klar: die Killerspiele sind schuld und sie müssen endlich verboten werden! Dann wäre Ruhe!

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Man fragt sich aber, wo eigentliche diese kompetenzfreien Experten mit ihren Ratschlägen bleiben, wenn, wie vor einigen Monaten passiert, eine zum Islam konvertierte Berlinerin sich zusammen mit ihrem Kind in die Luft sprengen will. Ist dieser Fall nicht ähnlich eindeutig? Also warum fordert man nicht auch einen Verbot des Islam?

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Die eine Forderung ist natürlich genauso absurd wie die andere und zeigt nur, dass die Fürsprecher von Verboten in ihrem Denken noch nicht einmal konsequent sind.

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Darum ein Gegenvorschlag: Wie wäre es denn, wenn die Leute, die zu solchen Anlässen regelmäßig ihre Inkompetenz medial ausbreiten dürfen, Verboten werden? Denen, die immer nur reflexartig „Counterstrike, Counterstrike!“ stammeln können, sei die Wortführerschaft am Stammtisch gegönnt, aber nicht in der öffentliche Debatte.

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17 Kommentare - “Verbote, Verbote, Verbote!!!”

  1. Ivo Bozic Says:

    genau so ist es! haste voll aufn punkt getroffen!
    ich hatte früher als kind so ein aufkleber, ich glaub von der aktion „ein herz für kinder“. da stand drauf: „spielen verbieten müsste verboten werden“…

  2. Anonymous Says:

    Ein Prosit der einfachen Antwort. War schon bei Erfurt so – Computerspiele sind böse, Schützenvereine müssen halt mehr auf ihre Waffen aufpassen.

    Expertöse Inkompetenz hingegen gehört zum Handwerk. Warum sollen Jugend- und Gewaltexperten (oder wie immer sie sich nennen mögen) da besser sein als bspsw. Nahost-Experten?

  3. Haiko Hörnig Says:

    Willy Werkel verbieten!!! >=(

  4. Leserin Says:

    Machen Sie doch einen besseren Vorschlag als wenigstens ein Verbot von Counterstrike und Co!

    Wissen Sie, wie das ist, wenn Sie als Mutter/Vater gegen die ganze Welt kämpfen? Wenn sich Ihr Sohn Zeug reinzieht, dass Sie sich selbst als Erwachsener nicht antun würden? Ich habe lächerliche Vorschläge in der Zeitung gelesen: Eltern sollen sich mehr im Ihre Kinder kümmern und diese Dinge eben in den Griff kriegen. Als Elternteil haben Sie da überhautp nicht die geringste Chance, da können Sie genauso eine Sandburg gegen einen Tsunami schaufeln. Sie können Sie sich drum kümmern wie Sie wollen. Verbieten Sie es Ihrem Kind: dann schaut/spielt Ihr Kind das eben bei seinem Freund. Sie müssten Ihr Kind sozial isolieren, um dieser Flut von Müll und brutalen Einflüssen Einhalt zu gebieten.

    Kinder und Jugendliche sind eben KEINE Erwachsene und können noch NICHT verantwortungsvoll entscheiden. Als Eltern können Sie zusehen, wie Ihr Kind Ihnen unter Ihrer Hand mit brutalsten Filmen und Videospielen abstumpft, die Sie als verantwortungsvoller Elternteil alle verbieten und verbannen … worüber Ihr Kind höchstens müde lächelt.

    Wenigstens die Gesetze sollten ein Zeichen setzen! Vielleicht kommen dann noch mehr Eltern auf die Idee, dass gewisse Dinge für ihre Kinder einfach nicht geeignet sind. Vielleicht ändert sich die Atmosphäre der Ignoranz.

    Die Kinder sind unseren Medien größtenteils völlig UNGESCHÜTZT ausgesetzt. Die KINDER!

    Das ist Irrsinn.

    Ich bin liberal, aber KINDER brauchen Grenzen, moralische Werte, Wegweiser, vorgelebte Orientierung.

  5. Haiko Hörnig Says:

    @Leserin.
    Also erstmal möchte ich dem Satz „Das ist Irrsinn.“ zustimmen. Den Eindruck hatte ich beim Lesen auch.
    Zweitens gibt es sehr wohl Gesetze zum Schutz von Jugendlichen. Spiele und Filme ab 18 sind als solche gekennzeichnet und dürfen nicht an Minderjährige verkauft werden. Und da sollte auch schon der Einfluss des Staates aufhören und die Verantwortung der Eltern beginnen. Wenn es ihnen nicht gelingt ihrem Kind (von welchem Alter sprechen wir hier überhaupt?) Grenzen bei Videospielen oder Filmen zu setzen, dann viel Spaß damit, wenn er/sie anfängt sich für Alkohol zu interessieren…Was ihr Kind macht wenn es nicht zu Hause ist können sie natürlich nicht kontrolieren, aber es gibt sicherlich gefährlichere Einflüsse in der freien Wildbahn als Videospiele. Kinder brauchen Grenzen, aber Siebenjährige sollen ja auch nicht Auto fahren und trotzdem werden Autos nicht verboten! Sicherlich haben sie ihre Autoschlüssel frei zugänglich in der Wohnung liegen, und wer kann so einem Kind schon untersagen mal ne Runde um den Block zu drehen? Als Elternteil haben Sie da überhautp nicht die geringste Chance, da können Sie genauso eine Sandburg gegen einen Tsunami schaufeln! Man denke nur an die KINDER! KINDER! AAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAHHHHHHHH!

    Ich bin echt immer wieder erstaunt darüber, wie schnell die Menschen in diesem Land bereit wären ihre Freiheiten aufzugeben. Mit so einem handlichen Verbot ist man wenigstens ganz bequem von der Verantwortung befreit.

  6. Haiko Hörnig Says:

    KINDER!!!

  7. leserin Says:

    @ haiko hörnig

    „Mit so einem handlichen Verbot ist man wenigstens ganz bequem von der Verantwortung befreit.“

    Ein schnelles Urteil. Sie wissen leider nicht, von was Sie reden.

  8. Anonymous Says:

    Heiko hat im grunde wohl recht! Nur ein bisschen weniger polemik hätte es auch getan- „Die Kinder!!!“. Ahhhhhhhhhhhhhhhh, von kindern hat er mit seinen süßen 22 jahren wohl wirklich keine ahnung (oder vielleicht gerade noch?).

  9. leserin Says:

    Freiheit, koste es, was es wolle, vor allem andere, die ja selbst Schuld sind. Hauptsache, man bleibt seinen Prinzipien treu. Wenn Hr. H. in Berlin bleiben wird, hat er ja dann irgendwann Gelegenheit, die Realität kennenzulernen. Viel Spaß dabei. Andernfalls lohnt es sich, ab und zu über den Tellerrand zu gucken.

  10. Fuchsbau Says:

    @leserin

    also eigentlich wollte ich dieses komische geschreibse gar nicht kommentieren.

    von was genau reden sie denn eigentlich, sie sprechen immer nur in andeutungen (“Sie wissen leider nicht, von was Sie reden“) und düsteren prophezeiungen (“[…] igendwann Gelegenheit, die Realität kennenzulernen […]“)

    sie verlangen von der politik einen dummen aktionismus, der zwar nicht das problem berührt, aber den schrei nach einem opfer befriedigt. das ist natürlich sehr aufgeklärt und sehr liberal (was sie entgegen ihrer selbstdefinition nicht sind)!

    ein verbot von pc-spielen bringt nichts, weil diese spiele weder auslöser noch ursache solcher amokläufe sind. entgegen ihrer geringen meinung, was die abstraktionsfähigkeiten von kindern angeht, können diese sehr wohl zwischen realität und fantasie unterscheiden. wenn nicht, müsste man zuerst einmal alle märchen der gebrüder grimm verbieten, da in diesen auf fahrlässige weise gewalt verherrlicht und sogar gut geheißen wird.

    anstatt populistische hau-drauf verbote zu fordern, sollten sie sich mal überlegen, ob es vielleicht auch noch andere gründe geben könnte, weshalb solche typen zu amokläufern werden. gibt es im umfeld dieser leute auffälligkeiten, vielleicht eltern, die sie bis in alle ewigkeit vor den gefahren des lebens schützen wollten oder vielleicht eine gewalttätige sozialisation oder sind sie vielleicht auch einfach nur irre?

    es ist naiv zu glauben, dass man gewalt einfach verbieten könne und ich bin froh, dass die nazis noch nicht “counterstrike“ spielen konnten, sonst hätten leute wie sie schon längst grund und ursache des zweiten weltkrieges und des holocaust gefunden.

  11. leserin Says:

    @ Hr. Hönig und Hr. Böss

    Waren meine Beträge wirklich „Irrsinn“ und „komisches Geschreibse“? Was ich in meinem ersten Beitrag geschrieben hatte, war doch eigentlich klar ausgedrückt und nicht polemisch.
    Aber ich werde versuchen, mich noch klarer auszudrücken. Zugegeben könnte die kritisierte Formulierung von mir „wissen nicht von was Sie reden“ und „irgendwann die Realität kennenzulernen“ missverständlich sein. Mit diesen Formulierungen drückte ich meine Annahme aus, dass Sie mit Kindererziehung als Väter keine Erfahrung haben, was sich aber zukünftig irgendwann vermutlich ändern wird, da Sie ja event. zukünftig Väter werden. Insbesondere wenn Sie in einer Großstadt wie Berlin wohnen, vielleicht noch dazu in einem Stadtteil mit bunt gemischten sozialen Schichten, werden Sie dann vermutlich noch einige Überraschungen erleben. Wie weit diese gehen kommt a) auf Ihr Kind an (Anlagen, Charakter), b) auf das sonstige soziale Umfeld und c) auf Sie als Elternteil. Wobei c) in den ersten Jahren stark dominiert und dann v.a. mit der Schule b) in Kombination mit a) sehr wichtig wird.

    Ich habe nicht behauptet (wie Sie mir beide unterstellen), dass ich der Meinung bin, durch ein Verbot von Counterstrike würden Probleme der Brutalität und Gewaltbereitschaft in unserer Gesellschaft gelöst werden und ggf. (wenn man das zu Ende denkt) gar Ereignisse in Dimension des Holocausts erklärt werden können. Ich habe gesagt, dass das Verbot von Counterstrike ein Zeichen wäre, das gesetzt werden könnte, um der destruktiv wirkenden Flut aus den Medien (wozu ich übrigens nicht nur brutale Filme und Spiele zähle, sondern auch viele Sendungen des Nachmittagsprogramms im Fernsehen, Rap-Texte u.v.m.) Einhalt zu gebieten – wenigstens zeichenhaft! Das wäre ein Anfang für ein Umdenken. Ich habe auch nicht gesagt, dass Counterstrike generell verboten werden soll, sondern dass es für Kinder verboten werden. Sie dürfen also weiterspielen.

    Warum?
    1. Kinder sind noch nicht selbständig urteilsfähig, können noch nicht wie Erwachsene die Qualität der ihnen gebotenen Inhalte unterscheiden oder bewerten, bzw. Kinder sind erst auf dem Weg dahin. Kinder sind keine kleine Erwachsenen.
    2. Eltern haben oft nicht ausreichend Zeit für Ihre Kinder. Das kommt z.B. dadurch, dass sich heutzutage beide Elternteile arbeiten, oder dass ein Elternteil fehlt und das andere arbeitet.
    3. Abgesehen davon haben Eltern oft nicht die Möglichkeit, zu kontrollieren, was ihr Kind an Medieninhalten konsumiert, weil das Kind dann eben das Verbotene beim Freund spielt/guckt.

    Sie können natürlich behaupten, brutale Spiele und Filme und desktruktive, amoralische Songtexte sowie der Nachmittagsprogrammschund im TV würden keinerlei negative Wirkung auf Kinder haben. Das wäre eine Diskussion wert. Aber vielleicht reicht da auch ein wenig Fantasie. Stellen Sie sich vor, Ihr über alles geliebter Sprössling sitzt an der Playstation und ballert auf der Mattscheibe wahllos von einem Hausdach auf Passanten, die unten vorbei gehen (GTA). Unten liegen die Menschen in Ihren Blutlachen, die Polizei hat sich bereits ums Hochhaus gestellt und Ihr geliebter Sprössling findet das einfach nur geil. Ich weiß nicht ob Sie den haben, aber bei mir schrillt da ein Impuls, dass das nicht gut für das Innenleben eines Kindes ist. Insbesondere wenn Ihr geliebter Sprössling vorzugsweise mit den Jungs aus der Nachbarschaft herumlungert, die mit Soft-Air (Spielzeug?)waffen herumlaufen und vor ein paar Wochen einen Balkon aus der Nachbarschaft in Brand gesetzt haben. Sie denken vielleicht: das könnte mir (meinem Sprössling) nie passieren. Ich wünsche es Ihnen nicht. Aber ich weiß aus eigener Erfahrung, dass es passieren kann.

    Ich denke, das ganze Problem ein Problem ausschließlich der jeweiligen Eltern sein zu lassen, ist falsch. Wie oben angedeutet, spielen auch viele äußere Umstände eine erhebliche Rolle für das Kind. Ich denke, dass die Erziehung der Kinder daher auch eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe ist. Und dazu gehört auch, dass man Kinder geistig nicht mit Müll füttert, dazu gehören Verbote, Grenzen usw. Je mehr sich das klassische Familienmodell (noch mehr: die Großfamilie) auflöst, desto mehr ist die Gesellschaft als Gruppe gefragt, einen Teil der Erziehung mit zu übernehmen, inklusive Anteil an der Tatsache, dass Kinder durchaus schützens- und beschützenswerte Wesen sind, nicht nur körperlich sondern auch geistig.

    Behauptungen wie „gibt es im umfeld dieser leute auffälligkeiten, vielleicht eltern, die sie bis in alle ewigkeit vor den gefahren des lebens schützen wollten oder vielleicht eine gewalttätige sozialisation oder sind sie vielleicht auch einfach nur irre?“ und „Mit so einem handlichen Verbot ist man wenigstens ganz bequem von der Verantwortung befreit.“machen mich wütend, weil sie von zwei jungen Männern stammen, die ganz sicher dergleichen Erfahrung als Väter nicht gemacht haben, die möglicherweise selbst eine Kindheit ohne massive Beeinträchtigungen von außen erleben durften, zudem begabt mit Intellekt sind und – wie mir scheint – sehr schnell vernichtend urteilen bzw. eine Problemlage die sehr viele Menschen angeht konsequent und aus idealistischen Gründen heraus ignorieren. Leider ist diese Ihre Haltung keine Ausnahme

  12. leserin Says:

    noch ein Nachwort:

    zu der Formulierung „Zeichen setzen“.
    Damit meine ich in letzter Konsequenz, dass die Tabuschwelle bzgl. Niveau und Blutrünstigkeit deutlich nach oben gesetzt werden müsste. Das setzt ein groß angelegtes Umdenken nicht nur bei den Eltern ein, die tapfer versuchen, Fernsehkonsum zu limitieren usw. In den USA wurde jetzt gerade auf Grund der Proteste von einem Verlag die Veröffentlichung von O.J. Simpsons Buch „Wenn ich es getan hätte“ zurückgezogen. Warum? Die Gesellschaft protestierte lautstark landesweit. Aber über die Sachen, die auf unsere Kinder einprasseln, welche wesentlich weicher und formbarer sind als Erwachsene, für die Simpsons Buch bestimmt war, regen wir uns nicht auf, oder wenn, dann nur betroffene Eltern selbst. Das ist Ignoranz. Das muss sich ändern.

  13. Fuchsbau Says:

    @leserin

    Sie konstruieren hier Schreckenszenarien und stellen diese als Norm dar und sprechen sich außerdem eifrig für weitere Verbote aus. Jetzt wollen sie mir und Herrn Hörnig absprechen, dass wir eine Meinung zu dieser Thematik haben können. Alles sehr abenteuerlich begründet. Zählt denn bsp. die Meinung einer allein erziehenden Mutter dreier Kinder mehr, als die einer anderen Mutter, die zwar auch drei Kinder hat, aber in einer festen Beziehung lebt?

  14. leserin Says:

    Ich stelle Ihre Meinung begründet in Frage, aber spreche Ihnen das Recht auf eine Meinung nicht ab. Ersteres ist nunmal die Grundlage einer Diskussion. Und ich habe an keiner Stelle eine bestimmte Familienkonstellation vor eine andere gestellt, stimmts? Außerdem handelt es sich nicht um „konstruierte“ Horrorszenarien – leider. Aber dass dies Ihre Haltung ist (wie ich annahm), war ja der Grund meiner Kritik: dass sie die Realität, die für viele, nicht für alle gilt, mindestens unterschätzen.
    Versöhnlich muss ich Ihnen aber insofern Recht geben, dass gesetzliche Verbote in der Tat immer problematisch sind und dass man da nicht leichtfertig sein darf. Und dass es tatsächlich populistisch ist, ein Counter Srike Verbot zu fordern und zu meinen, damit das Problem zu lösen. Genauso populistisch ist es aber, sämtliche (sehr berechtigte) Bedenken von Eltern in den Wind zu streuen und sich obendrein darüber lustig zu machen. Der Schrei nach Verbot hat ja ernste Gründe. Bevor man danach ruft, Verbote zu verbieten, muss man bessere Vorschläge machen.
    Das Ganze ist ein Riesenthema (und sehr wichtig), das man nicht nur auf Gewalt-Videospiele reduzieren kann.

    … übrigens vor ein paar Tagen bei o’Reilly:
    http://www.foxnews.com/video2/launchPage.html?112006/112006_oreilly_ojdropped&No%20More%20%27Juice%27&OReilly_Factor&Bill%20O%27Reilly%20reacts%20to%20news%20Simpson%27s%20book%3B%20interview%20are%20cancelled&O%27Reilly%20Factor&-1&No%20More%20%27Juice%27&Video%20Launch%20Page&Shows

    und interessant auch
    http://www.welt.de/data/2006/11/28/1126633.html

  15. Anonymous Says:

    Der Beitrag von leserin ist ein Lichtblick, und deutlich reflektierter als die Kommentare derer, die sich ueber die ‚einfachen Antworten‘ mokieren, selber aber nichts als ein ‚anything goes‘ anzubieten haben. Und Splatterspiele werden zum schuetzenswerten Kulturgut. Endlich wird Freiheit mal ernstgenommen in unserem Land…

    Ob diese Spiele Ausloeser oder Ursache von Gewalttaten sind, weiss ich nicht, genauso wenig wie Gideon. So etwas nachzuweisen ist naemlich ganz schoen haarig (apropos Stammtisch, Gideon). Ich halte es aber fuer sehr plausibel, dass jemand, der sich massiv in einer virtuellen Realitaet bewegt, in der brutalste grafische Gewalt zur Routine und Selbstzweck wird, davon langfristig beeinflusst werden kann. Und es scheint mir kein Zufall, dass die Attentaeter von Erfurt, Elmsdetten, Dawson College und auch Columbine sich ausnahmslos in solche Virtualwelten zurueckgezogen haben. Da koennen Sie ja mal eine p-value ausrechnen. Und wenn es tausende von Spielern gibt, die nicht zum Massenmoerder werden, scheint es mir bei einigen eben doch dazu beizutragen. Natuerlich ist das nicht der einzige Faktor, und natuerlich spielen Erziehung usw. eine Rolle. Aber wenn Sie die Idealgesellschaft aufgebaut haben, optimale Betreuung von jedem durch Schule und Elternhaus, Gerechtigkeit, Chancengleichheit und Frustrationslosigkeit fuer alle, was machen Sie dann mit der zweiten Haelfte des Tages?

    Im uebrigen sollte es die Linken unter Ihnen interessieren, dass Sie mit Ihrer Argumentation auch fuer die Freigabe von Waffen (eine Pumpgun der Herr – soll ich sie Ihnen in Geschenkpapier einpacken?) eintreten sollten. Ein Verbot waere simplizistisch, populistisch, und wirkungslos. Nicht jeder Waffennarr wird schliesslich zum Amoklaeufer. Da muessen halt die Eltern besser aufpassen, und wenn das Kind richtig erzogen ist, gibt’s auch keine Probleme. Der Ehrenmitgliedschaft in der NRA steht nichts mehr im Wege.

  16. Fuchsbau Says:

    @anonym

    okay, dann jetzt mal die karten auf den tisch. bist du also auch für ein verbot des islam?

    begründung: viele menschen sprengen sich im namen dieser religion in die luft und töten dabei unschuldige.

    wenn du konsequent bist, muss deine antwort „JA!“ lauten. wenn nicht, würde mich deine begründung interessieren, warum nicht!

    ich bin gespannt.

  17. Anonymous Says:

    Ich will nicht gleich alle meine Karten auf den Tisch legen, das ginge hier zu weit…

    Aber zum Islam: Ich wuerde den Islam genausowenig verbieten, wie ich Computerspiele an sich verbieten will. Sehr wohl aber wuerde ich islamistische Hasspropaganda (die zum Teil ja in der Tat auch schon jetzt Straftatbestaende erfuellt) mit allen rechtlichen und polizeilichen Mitteln unterbinden wollen, wesentlisch schaerfer als es das gegenwaertig passiert. Dass Iraner auf der Buchmesse die Protokolle der Weisen ungestoert ausstellen duerfen, ist ein Unding. Und Frankreich hatte mit Sicherheit Recht, den Libanesischen Leuchtturm-Kanal, der sich durch die Verbreitung unsaeglichen antisemitischen Drecks auszeichnet, in Frankreich zu verbieten. Wenn das den Gruenen jetzt echt irgendwie zu weit geht, Zensur und so, haben sie Pech gehabt.

    Jetzt ist Propaganda schwieriger zu stoppen, als es Videospiele sind. Ein Mikrofon in jede Moschee zu stellen, hat natuerlich seine eigene Problematik. Aber Spiele werden von Firmen entwickelt und verkauft, die sich rechtlich transparent im Markt befinden. Spiele kann man regulieren und Firmen zur Verantwortung ziehen, ohne sich erst in eine Mini-DDR zu verwandeln. In sofern ist der Vergleich nicht ganz gelungen.

    Aber im Prinzip halte ich es fuer selbstverstaendlich, dass eine Gesellschaft auch Grenzen definiert und durchsetzt, ob es um islamistische Propaganda, Nazi-„Kameradschaften“, privaten Waffenbesitz oder eben virtuelle Gewaltorgien geht.

    Ist Deine Position im Ernst, dass man nicht alles kontrollieren kann und daher am besten gar nichts? Wer macht sich’s hier einfach?


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