Archiv für November 2006

Übrigens…

November 30, 2006

Gerade habe ich erfahren, dass mein BORAT-Artikel für die Jüdische Allgemeine Zeitung auch online lesbar ist. Hier entlang bitte.

Geht das schon wieder los?

November 30, 2006

Noch etwas schüchtern zwar, aber dennoch weiterhin ausgestattet mit einer bestechenden um drei Ecken konstruiert, geschüttelt und gerührt Logik, kehrt eine der peinlichsten Falschmeldungen 2006 wieder in die deutschen Zeitungen zurück.
Im Tagesspiegel steht heute in einer Randspalte:

Nahost
Hania erkennt Israel indirekt an
Kairo- Der palästinische Ministerpräsident Ismail Hanija hat sich für einen Palästinenser-Staat in den Grenzen von 1967 und damit an der Seite Israels ausgesprochen. Seine radikale Hamas-Partei fordert bislang einen Staat einschließlich der israelischen Gebiete.

Dass Ismail Hanija ab jetzt als Repräsentant des moderaten Flügels der Hamas gesehen werden muss, ist klar!

Mahnwache für die entführten israelischen Soldaten

November 30, 2006


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Gestern Abend fand in Berlin eine Mahnwache für die israelischen Soldaten statt, die von Hisbollah und Hamas entführt worden sind.

Cuba Libre an der Uni

November 28, 2006


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Die Universität Potsdam ist mit 16.000 Studenten verhältnismäßig klein. Vielleicht ist dies der Grund, warum einem die total Irren so schnell auffallen, vielleicht hat Potsdam aber auch schlicht eine überdurchschnittliche Konzentration an Irren, wer weiß? Da gibt es zum Beispiel den sehr korpulenten Typen mit langen Haaren, wirrem Bart und ebensolchen Augen. Er trägt stolz eine blaue Jacke, auf der in großen Buchstaben KUBA draufsteht und ist so richtig links. Wie er so über die Flure wankt, langsam und schwitzend, könnte er durchaus als Personifizierung des Sozialismus/Kommunismus angesehen werden. Unbeweglich, träge und unsympathisch im Erscheinungsbild, dumm in der Denkweise und lächerlich in seiner Realitätsverzerrung.
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Bisher dachte ich, dass dieser Antikapitalist, von dessen Appetit die McDonalds Aktie nicht unwesentlich abhängig ist, der größte Spinner ist. Doch heute wurde er von einem anderen mit Leichtigkeit vom Thron gestürzt. Er saß vor dem Haupteingang und spielte Schlagzeug. Was ja soweit noch nicht außergewöhnlich wäre, wenn es sich dabei nicht um ein Luft-Schlagzeug gehandelt hätte. Diszipliniert und entrückt, beziehungsweise, wenn man weniger freundlich sein möchte: gestört, schlug er da mit imaginären Sticks auf das imaginäre Musikinstrument ein.

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Auf eine ungefährliche Art bekloppt, hätte man meinen können, wenn er dazu nicht noch ein ganz besonderes T-Shirt angehabt hätte: Hugo Chaves, der triumphierend den Daumen nach oben hält! Bald stand er auf und lief an uns vorüber in die Uni. Staunend über seine stolz zur Schau getragene Menschenverachtung (welcher halbwegs Normale wirbt denn auf seiner Brust für die Unterdrückung fundamentaler Menschenrechte und Allianzen mit fanatischen Antisemiten?) blickte ich ihm hinterher.

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Wenig später gingen auch wir in unseren Vorlesungssaal, bei dem es sich um den Computerraum handelte und wen traf ich da wieder? Genau, Chaves, der sich ins Internet einloggte. Weil keine anderen Plätze frei waren, mussten die neben ihm genommen werden. Mein Bekannter zeigte mir auf youtube ein Video, auf dem ein schönes Tor von Ronaldinho zu sehen war. Als der Ball die Torlinie überschritt, branndete Jubel auf. Doch irgendetwas stimmte an diesem Jubel nicht, er wirkte zu organisiert für ein Fußballspiel, zu sehr auswendig gelernt und außerdem, das viel mir jetzt auf, riefen die Leute nicht „Ronaldinho“, sondern „Hugo Chaves!“. Der verrückte Freiheitsfeind neben uns sah sich ebenfalls ein youtube Video an. Eine Wahlkampfrede in Caracas.

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Begeistert lachte unser Tischnachbar, mehrmals schlug er vor Freude die Hände zusammen, der plumpe Antiamerikanismus gefiel sichtlich. Als dann die Dozentin die Anwesenheitsliste verlas, folgte die Schlusspointe. Dieser Spinner hieß auch noch Fidel und sagte bei der Nennung seines Namens mit soviel Inbrunst „Hier!“, als ob er vom großen Fidel gerade Jahrzehnte zu spät für den Angriff auf die Moncada-Kaserne nachnominiert wurde und dies noch als eine Ehre empfindet.

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Man kann gespannt sein, ob sich noch mehr solcher dämlichen Gestalten an der Uni tummeln, aber diesen Typen zu toppen, dafür bedarf es definitiv mehr, als ein läppisches Palästinensertuch, einen Fuck-Bush Button oder durchgestrichenen USA-Flaggen!

"Saddam, come back!"

November 26, 2006


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Die Irak-Debatte in den USA wird immer verzweifelter. Weder die Bush-Regierung, noch die Demokraten haben einen Plan für das Land. In ihrer Ratlosigkeit kommen Meinungsmacher auf immer absurdere Ideen: Jetzt fordert ein prominenter Kommentator die Rückkehr Saddam Husseins an die Macht – Totalitarismus sei besser als Chaos. (SPON)
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Das ist halt der Unterschied. In den USA muss man erst richtig ratlos sein, bevor dann aus der Not heraus auch Mal die Dummschwätzer angehört werden, während bei uns Günter GraSS einfach immer befragt wird.

Übrigens…

November 25, 2006

…wer sich schon immer fragte, wie es wohl aussieht, wenn die aufgeräumte, dynamische, individuelle, natürliche, organische, ausführliche und expressionistische gefühlte Tiefe eines geschichtlichen Fundamentes zu einem Logo verarbeitet wird, bekommt hiermit Antwort. So:
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Kölner Stadt Anzeiger

November 24, 2006

Dass es vielen Menschen in Deutschland nicht möglich sein würde, in Borat etwas anderes zu sehen, als die Entlarvung des rassistischen, fremdenfeindlichen, antisemitischen Amerikas, war ja klar, aber der Kölner Stadt Anzeiger hat es trotz großer Konkurrenz geschafft, aus der Masse der antiamerikanisch gefärbten Artikel hervorzustechen. Und zwar mit diesem grandios dummen Absatz:

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Die Amerikaner im Kino lachen jedenfalls weniger über die Szenen, in denen die Dummheit ihrer Landsleute entlarvt wird. Sie tun es vielmehr vor allem dann, wenn sich „Borat“ selber als tumber Tor geriert. Denn sein fiktives Kasachstan steht in den USA – unter Auslassung aller Geographie – offenbar für den ganzen Mittleren Osten. Man wähnt sich auf dem Gebiet rückständiger Araber, die in Hollywood immer schon die Rolle der Schurken und „Underdogs“ spielten. Deshalb ist die Begeisterung in den Kinosälen besonders groß, wenn sich Borat extrem danebenbenimmt.“ (ganzer Artikel hier)

Berlin

November 23, 2006


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Es ist doch nicht zu fassen, da schreit Berlin immer an lautesten „Hier! Hier!“, wenn gefragt wird, welche Stadt mindestens genauso hip ist wie New York…und dann schafft sie es nicht einmal, mir eine Begleitung fürs Kinogehen zu organisieren. Was bedeutet, dass ich Gojas Geist, den neuen Film von Natalie Portman, heute nicht sehen konnte. Selbst hier wäre mir das nicht passiert. Nach Wowereits Wahlschlappe, ist dies schon die zweite unfassbare Peinlichkeit für diese Stadt an einem einzigen Tag. Wenn es so weiter geht, seh ich schwarz für Berlin, aber auch für mein Ziel, sowohl diesen Film, als auch Woody Allens neue Komödie zu sehen… von Zach Braffs Last Kiss ganz zu schweigen!

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Ach und nur so am Rande und nur für Eingeweihte: Wer auch immer meint, mir Nachrichten auf dem Anrufbeantworter hinterlassen zu können, der irrt gewaltig. Zwar springt dieser irgendwann an, aber nur, weil ich nicht in der Lage bin ihn abzuschalten, was ich gerne tun würde, da ich auch nicht in der Lage bin ihn abzuhören.

Noch mal das Mamuck Blog

November 22, 2006

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Wen es interessiert (und laut Besucher-Counter dürften dies sehr wenige sein), dem sei verraten, dass auf dem Mamuck Blog nun die gesamten ersten zwanzig Seiten des wohl besten Romans veröffentlicht sind, den ich je geschrieben habe. Und hier noch Mal eine extrem knappe Zusammenfassung des Inhalts.
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* Dieses Bild ist zwar schon einige Monate alt, aber immer noch gut genug, um einen Blogeintrag zu schmücken, für den mir kein passendes Motiv einfallen will.

Die jungen Leute

November 22, 2006

Ein älterer Herr unterhielt sich heute in der S-Bahn zwischen Friedrichstraße und Alexanderplatz mit einem ebenfalls betagteren Freund darüber, dass er vor zehn Jahren zum ersten Mal einen Platz in der Straßenbahn angeboten bekam. Das hatte ihn damals ziemlich verunsichert. Es war während eines Besuchs in München passiert und hatte eine kleine Krise in ihm ausgelöst. Nachdem diese nun gemeinsam mit den Erinnerungen zurückgekehrt war, redetet sich der ebenso gebrandmarkte wie gedemütigte solange jünger und fitter, bis sein Freund bestätigte, dass er tatsächlich noch gut beisammen sei. Zufrieden verstummte er daraufhin und sonnte sich solange in seiner neu gewonnen Jugend, bis ihm ein anderer Misstand auffiel: „Die Jungen Leute heutzutage, die stehen ja auch nicht mehr auf, wenn ältere Menschen einsteigen.“