Günter Grass klagt


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Niemand steht so urtypisch für den selbstgefälligen, überheblichen, arroganten und immer mit zweierlei Moralverständnissen (eins für andere und eins für sich) hantierenden Deutschen wie Günter Grass. Nicht nur hat er Jahrzehntelang anderen Nazis, die es nicht bis in die Waffen-SS schafften, ihre Vergangenheit vorgeworfen, nein auch sein Outing als Günter Waffen GraSS folgte nur den Regeln einer gelungenen Marketingaktion für ein Buch und nicht einem schlechten Gewissen. Woher sollten diese Gewissensbisse auch kommen, hatte er doch Rassismus erst in amerikanische Kriegsgefangenschaft kennen gelernt.
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Diesem, laut CICERO, wichtigsten Intellektuellen Deutschlands ist scheinbar auch gar nichts zu peinlich. Kein Verständnis kann er für die Empörung über sein spätes Eingeständnis finden und anstatt sich dann wenigstens vornehm zurückzuhalten, teilt er weiter aus. Nun geht er gegen die FAZ vor. Grund, sie hat dem schon stark lädierten Moralapostel noch eine weitere tiefe Delle verpasst. Die Zeitung druckte zwei Briefe ab, in denen Waffen GraSS in den Jahren 1969 und 1970 den damaligen Finanzminister Karl Schiller drängte, sich endlich zu seiner NS-Vergangenheit zu bekennen.
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Kein Wort in diesen Korrespondenzen über die eigenen Verstrickungen, aber dafür mit viel Pathos den Altnazis bedrängen. Das ist schon ziemlich dreist und für so ein Verhalten bedarf es schon eines leicht schizophrenen Moralverständnisses.
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Die FAZ soll nun also Schuld an diesem unerträglich selbstgefälligen Charakterzug sein. Oder wenigstens daran, dass die Öffentlichkeit eine weitere Facette davon kennen lernt. Vielleicht sollte Waffen-GraSS anstatt zu Klagen, auf seine alten Tage mal in sich gehen und überlegen, ob er eigentlich jemals eine von sich in der Öffentlichkeit verbreitete Lüge oder Falschmeldungen später ebenso Öffentlich revidierte. Ich glaube nicht.
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Er ist eben nur für andere eine moralische Instanz, sich selber gegenüber ist er großzügig nachsichtig.

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3 Kommentare - “Günter Grass klagt”

  1. Hamster Says:

    Weiss man eigentlich mittlerweile warum sich GG jetzt als SSler geoutet hat?

  2. Fuchsbau Says:

    100% die Suche nach einem Medienwirksamen Aufmacher für sein Zwiebel-Buch!

  3. Hamster Says:

    Leider hast Du, lieber Fuchsbau, vielleicht oder vermutlich recht, mögliche andere Begründungen wären:

    – Ehrlichkeit
    – GG-eigener Wunsch nach Busse
    – Altersdemenz
    – GG wurde erpresst

    Ausserdem möchte ich nicht ausschliessen, dass GG gar nicht in der SS war. Denn wie kann GG jahrzehntelang auf seine spezielle Art dozieren, wenn er befürchten muss, dass sich jederzeit jemand zu Wort meldet mit den Worten „Du, Günni, wir kennen uns doch von der guten alten Wafffen-SS!“.


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