Archiv für Juli 2006

Der kleine Unterschied

Juli 26, 2006

Der irre anonym, der meinen letzten Beitrag so treffend kommentierte, hat mich nicht nur zum Nachdenken sondern auch auf eine Idee gebracht. Aus gegebenen Anlass hier also noch einmal eine Darstellung der gravierenden Unterschiede zwischen den verschiedenen Konfliktparteien (man erbringe für den Libanon die Transferleistung A soldier of Hisbollah). Wie könnte man es treffender darstellen?

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Übrigens: SpiegelOnline versah ein Bild von zerstörten Hisbollah Gebäuden mit folgender Unterschrift.

Zerstörte Hisbollah-Hochburg in Beirut: Die israelische Luftwaffe soll laut einem Zeitungsbericht für jeden Hisbollah-Angriff auf Haifa zehn Häuser in der libanesischen Hauptstadt Beirut zerstören

Frage: Um welche Zeitung handelt es sich da denn genau? Um die National-Zeitung, die Hamas News oder doch den Allgemeinen Gotteskrieger?

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Gegen Terror und für das Demonstrationsrecht für Terrorunterstützer

Juli 25, 2006

Dieses nette Video wurde während einer Pro–Israel Demo aufgenommen. Und der Mob, der am Ende gegen das Selbstverteidigungsrecht Israels demonstriert, entspricht auch den Erwartungen: Dumm, primitiv und fanatisch.
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Na ja, wenn bald die Terroristen der Hisbollah endlich ausgeschalten sind und wieder der Alltag in den Nahen Osten zurückkehrt, (also wieder nur die arabische Staaten Araber umbringen) werden diese Demonstranten sich auch nicht mehr weiter für Kindermörder interessieren. Aber man wird nicht lange auf sie verzichten müssen, die nächste Karikatur kommt bestimmt.
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PS: Ach wie schön wäre es, wenn es solche Reaktionen auf Anti-Israel Demos wie sie am Ende dieses Films zu sehen sind, auch in Deutschland geben würde! Das wäre mehr Wert als alle Reden zum 9.November oder 27.Januar zusammen.

Solidarität mit Maxim Biller

Juli 25, 2006


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Dem Schriftsteller Maxim Biller steht ein Gerichtsprozess bevor, der ihn bei einem Schuldspruch nicht nur 100.000 Euro kosten könnte, sondern auch der deutschen Literatur die Existenzgrundlage entziehen würde. Mehr dazu unter anderem hier, hier und hier.

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Darum an dieser Stelle mein Vorschlag:

Kauft so viele Bücher von Maxim Biller, wie es euer Geldbeutel zulässt – auf das er dem Richter im Ernstfall die Summe lächelnd auf den Tisch hauen kann, zusammen mit dem Versprechen, als nächstes über die sexuellen Abenteuer eines nur minimal anonymisierten Juristen zu schreiben, der nur richtig in Fahrt kommt, wenn ihm die Staatsanwältin dabei ins Ohr flüstert: „Vertreten sie in diesem Fall den Staat oder betrügen sie einfach nur ihre Frau?“

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Hier eine Leseprobe aus Moralische Geschichten.

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Der Kuß

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Kohn hatte noch nie eine Frau geküsst. Als er und Shoshi sich das erste Mal küssten, sah er Funken, Blitze und Davidsterne. Shoshi dagegen sah einfach nur Kohn, nackt und auf einem Tigerfell.

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Wer noch weitere und längere Texte lesen will -> bitte schön!

Was Israel von Zidane lernen kann

Juli 24, 2006

Als der Kapitän der französischen Mannschaft kurz vor Ende des WM – Finales einen Gegenspieler mithilfe eines Kopfstosses zu Boden streckte, hielten das viele für die richtige Reaktion auf eine vorausgegangene Beleidigung.

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Als nun die Hisbollah israelische Soldaten entführte und über den Norden des Landes Raketen nieder regnen ließ, wurde schlichtweg jede Reaktion darauf als überzogen verurteilt.

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Nun stellt sich natürlich die Frage, warum Zidane durch sein Handeln schon beinahe in die Gefahr gerät, mit Preisen für Zivilcourage ausgezeichnet zu werden, während gleichzeitig die Antiterroreinsätze der IDF als unverhältnismäßig angesehen werden?

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Es kann sein, dass die Antwort auf diese Frage aufs engste mit einem Wort zusammenhängt: Ehrgefühl!

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Vielleicht sollte darum in Jerusalem Mal ein Regierungssprecher folgendes in die Mikrophone von CNN, Al Jazzera und RTL sprechen: „Verehrte Pressemeute, es geht doch gar nicht darum, dass die Hisbollah Soldaten von uns tötete und andere verschleppte und es geht auch nicht darum, dass man im Norden des Landes nicht mehr seines Lebens sicher ist, nein, es geht einzig darum, dass uns der Geheimdienst sichere Beweise dafür lieferte, dass Nasrallah uns als Söhne von Terroristen Huren bezeichnete. Das können wir nicht akzeptieren.“

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Wenn es Israel darüber hinaus auch noch gelingen sollte, dass es sich bei diesem Pressesprecher zufällig um Zidane handelt, könnte das die Wende im Imagekrieg bringen. Auf einen Versuch sollt man es ankommen lassen!

Presseclub nachgefragt

Juli 23, 2006


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Heute morgen guckte ich mir den Presseclub auf Phoenix an. Der offizielle Teil, indem irgendwelche Journalisten nochmals das sagen dürfen, was sie tagtäglich schreiben, verlief noch relativ unspektakulär. Richtig spannend wurde es erst, als des Volkes Stimme sich per Telefon zum Konflikt äußern durfte.

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Zwar ging es noch recht moderat los, als eine Anruferin die berechtigte Frage stellt, warum die Hisbollah eigentlich nie entwaffnet wurde, doch schon direkt danach merkte eine drohend tiefe Männerstimme an, dass „während des ganzen Gesprächs kein einziges Mal das Wort Öl gefallen sei“ und er äußerte die wohl in unzähligen Attac Diskussionsrunden geschulte Meinung, dass es um nahöstliche Ölreserven ginge. Wirtschaftliche Interessen also!

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Der Kapitalismuskritiker gab den Telefonhörer dann weiter an eine Frau, die einfach solange irgendwelche von Israel nicht eingehaltenen Resolutionen vorlas, bis es der Presseclub Moderatorin zu blöd wurde und sie die Leitung kappte. Danach meldete sich erneut eine Frau (es ist nicht auszuschließen, dass es sich dabei wieder um die Lesekönigin handelte), die Mal ganz sachlich feststellte, dass doch die Wirtschaft in den USA von den Juden dominiert wird. Freundlicherweise überließen es die anderen Gäste des Presseclubs dem israelischen Journalisten, diese Behauptung als antisemitisches Vorurteil zu benennen.

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Ebenfalls von der Idee eines Krieges aus wirtschaftlichen Interessen begeistert, erklärte die nächste Anruferin, dass „sie schon oft durch den Libanon gereist sei und gesehen habe, wie sich das Land erholt hätte und für internationale Geldgeber wieder interessant wurde.“ Israel wolle nun offensichtlich einen aufstrebenden Konkurrenten ausschalten.

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Als letztes gab dann noch ein Mahner zu bedenken, dass Soldaten sich der Risiken bewusst sein müssten, die mit diesem Job verbunden seien. Außerdem gäbe es Wege, sich vor dem Dienst an der Waffe zu drücken, „In Deutschland zumindest geht das, ich weiß nicht, ob das in Israel auch geht.“

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Nein, dass geht in Israel nicht und darum halten wir abschließend fest:

Schuld am Hisbollah-Angriff auf Israel sind die Israelis, denn sie hätten versuchen sollen, sich vor dem Militärdienst zu drücken, was aber nicht geht, weil Israel im Gegensatz zu Deutschland kein antifaschistisches Land ist und die Israelis im Gegensatz zu den Deutschen keine Pazifisten, weswegen sie jetzt kriegslüstern die libanesischen Ressourcen im Auftrag der amerikanischen Juden erobern, damit diese ihre Vormacht weiter festigen können.

Juli 23, 2006

Mögen sich die Philosophen doch weiter darüber Streiten, ob es das absolut Böse gibt, das absolut Dumme jedenfalls existiert und es trieb sich gerade u.a. in London herum.

Ein Lesehinweis!!!

Juli 22, 2006


Weil schon innerhalb kürzester Zeit die deutsche Nahostberichterstattung und ihre „Ausgewogenheit“ nervt (aber es gibt Ausnahmen), bleibt zumindest die tröstliche Gewissheit, dass nicht überall aus Opfern Täter werden, aus Angegriffenen Aggressoren und aus der Terrororganisation Hisbollah so etwas wie ein Verhandlungspartner.

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Erfreulichster Beweis dafür: Das amerikanische Repräsentantenhaus erklärte in dieser Woche mit 410 zu 8 Stimmen seine uneingeschränkte Solidarität mit Israel.

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Undenkbar, dass auch der Bundestag Mal ein solch klares Zeichen gegen eine Terrororganisation wie die Hisbollah aussenden würde. Noch ehe es tatsächlich zu einem solchen Votum für die Menschenrechte und die Freiheit kommen könnte, würde sich Frau Roth in Begleitung eines Sprengstoffgürtels im Plenarsaal blicken lassen und damit die eindeutige Botschaft vermitteln: Solidarisierung mit den Opfern islamischen Wahns nur über unser aller Leichen!

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Einen sehr guten Artikel zum derzeitigen Konflikt verfasste Matthias Küntzel. Ich habe hier drei Auszüge daraus veröffentlicht, der ganzen Artikel findet sich hier und mittlerweile auch dort.. Unbedingt lesenswert!

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Der deutsche Pazifismus ist verlogen – Eine Anmerkung zum iranisch – israelischen Krieg

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Bravo Israel! – auch für Art und Weise, mit der die Regierung Olmert bislang ihre militärische Offensive in eine politisch transparente Strategie einzubinden verstand. Jeder Schritt ist nachvollziehbar: Zum einen erkennt Israel den Libanon als souveränen Staat an, der deshalb für den Überfall der Hizbollah vom 12. Juni 2006 die Verantwortung trägt. In der Tat gehören der libanesischen Regierung ein Mitglied und zwei Sympathisanten der Hizbollah an, darunter der libanesische Außenminister Fawzi Salloukh, der anlässlich der Konferenz der Arabischen Liga am 15. Juli 2006 unzweideutig das Anliegen der Hizbollah im Namen seines Landes vertrat (1). Zum anderen ist Israels Kriegsziel klar definiert: „Wir praktizieren […] originäre Selbstverteidigung“, erklärte Regierungschef Ehud Olmert am 17. Juli 2006 vor der Knesset. „Wir kämpfen um das Recht auf ein normales Leben.“ (2)
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Die Infrastruktur des Libanon wird zerstört, sofern sie für die Aufrüstung und Kriegsführung der Hizbollah relevant ist. Mit Flugblättern und Radiosendungen wird die libanesische Zivilbevölkerung vor Einsätzen in Wohngebieten (die die Hizbollah gezielt als militärische Stützpunkte nutzt) gewarnt. Während die Hizbollah mit Streubomben auf israelische Bevölkerungszentren zielt, um möglichst viele Unschuldige zu töten, sucht Israel die Zahl der zivilen libanesischen Opfer so gering wie möglich zu halten, auch wenn dies die Einsätze erheblich erschwert.

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Der pazifistische Impuls, den der jüngste israelische Abwehrkrieg in Deutschland und Europa mobilisierte, ist unüberlegt oder verlogen, in jedem Fall aber kontraproduktiv, provoziert er doch in seiner Konsequenz lediglich die noch schlimmere Schlacht. Die Schlussfolgerung aus Hitlers Vernichtungskrieg – „Nie wieder Faschismus! Nie wieder Krieg!“ – wurde einst gezogen, damit ein antisemitischer Krieg nie wieder möglich wird. Was heute davon übrig geblieben ist – „Nie wieder Krieg gegen Faschismus!“ –, stellt die historische Erfahrung auf den Kopf.
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Israel darf im Krieg gegen die Hizbollah nicht zum Einlenken gezwungen werden, sondern muss ihn gewinnen. So wie die Hizbollah ihren Krieg stellvertretend für den Iran führt, so bekämpft Israel den genozidalen Islamismus stellvertretend für die westliche Welt. Dass diese westliche Welt Israel nicht in den Rücken fällt, sondern dessen Stellvertreter-Kampf offensiv verteidigt und materiell sowie moralisch unterstützt, ist die Mindestforderung, die man von den aufgeklärten Stimmen Europas erwarten darf.