Archiv für Juni 2006

Argentinien ist raus :- (

Juni 30, 2006

Leider ist mein Turnierfavorit Argentinien gerade aus dem Turnier geflogen.
.
Das Spiel gegen Deutschland war trotz vieler Fouls und auch ohne die ganz großen Glanzlichter dennoch spannend. Die Argentinier spielten überlegen und technisch lagen einige Klassen zwischen Tricksern wie Riquelme und den Deutschen, die es wohl nie lernen werden, eine lange Flanke mal so anzunehmen, dass ihnen der Ball dabei nicht vom Fuß springt. Gerade in der ersten Halbzeit dominierten die Argentinier deutlich. Merkwürdigerweise ließen sie nach ihrem Führungstreffer nach und so kam es dann auch noch zum Ausgleich. In der Verlängerung tat sich nicht mehr viel, weswegen die Entscheidung im Elfmeterschießen fallen musste. Spätestens jetzt wird wohl niemand mehr Klinsmann wegen seine Entscheidung in der Torwartfrage kritisieren dürfen, denn Lehmann hielt zwei Schüsse und avancierte so zum Matchwinner.
.
Allerdings halte ich nicht diese Paraden für Spielentscheiden, sondern die Geschehnisse um die verletzungsbediente Auswechslung des argentinischen Schlussmanns.
Miroslav Klose foulte ihn innerhalb des Fünf-Meter Raums so heftig, dass er ausgetauscht werden musste. Dadurch stand dem argentinischen Trainer ein Wechsel weniger zur Verfügung (abgesehen davon, dass der ausgewechselte Torwart bekannt für seine Elfmeterstärke ist). In einem Spiel, dass bis in die Verlängerung geht und mit einem Ersatzkader, der ebenfalls aus großartige Fußballern besteht, ein schwerer Schlag.
,
Obwohl die Argentinier wesentlich mehr Spielanteile hatten, darf aber auch nicht ihre Abschlussschwäche übersehen werden. Prozentual wird ihre Mannschaft zwar mehr Spielanteile gehabt haben, doch resultierten daraus kaum Torchancen. Umgekehrt konnte Deutschland seine seltenen Torszenen effektiver nutzen.
h
Von daher handelt es sich auch nicht um einen skandalösen Sieg der Deutschen, zwar hätte Argentinien ihn eher verdient, doch nicht notwendigerweise. Die Deutschen hielten gut dagegen, weswegen ihr Weiterkommen auch in Ordnung geht. Argentinien ist an seinem Turnieraus selbst Schuld, sie entwickelten trotz ihrer Überlegenheit zu wenig Torgefahr. Sie kombinierten immer wieder wunderbar bis vor den Strafraum und auch in ihn hinein, doch konnte man den Eindruck gewinnen, dass sie den Ball auf diese Art hinter die Linie tragen wollten. Hätten sie einige Male den Abschluss schneller gesucht, als immer noch den einen Kurzpass mehr zu spielen, sie wären wohl als Sieger vom Platz gegangen.
h
So hat nun also die deutsche Mannschaft gewonnen und auch ihre Leistung war ansprechend, wenn auch deutlich die verschiedenen Fußballmentalitäten zu erkennen waren.
Hier die leichtfüßigen Argentinier, da die… weniger leichtfüßigen, dafür effektiveren Deutschen.

Ein Interview ohne Folgen für die Berichterstattung

Juni 30, 2006

Der SPIEGEL, spezialisiert auf kritiklosen Gedankenaustausche mit Verbrechern, flehte in einem aktuellen Interview den Hamas Führer an, doch bitte auf die SPIEGEL Sichtweiße des Nahostkonflikts (die da heißt: Israels Schuld 50 + X) einzuschwenken. Dafür baute er ihm immer neue Brücken, die dieser jedes Mal sprengte, weil ihm die tatsächlichen Ziele seiner Terrororganisation wichtiger sind, als die verklärten Wunschvorstellungen der SPIEGEL Lesers, die noch immer sehen wollen, dass sich verzweifelte Palästinenser gegen mörderische Nazi – Juden wehren.

Die Hoffnung, dass der SPIEGEL diese an Klarheit nichts zu wünschen übrig lassenden Aussagen zum Anlass nimmt, sich dementsprechend dieser Wirklichkeit zu beugen, ist aber geringer als ein baldiges Ende der palästinensischen Gewalt gegen Israel. Schon bald wird er irgendwelche gemäßigten Hamas Funktionäre ausgraben und in sie seine Hoffnungen projizieren.

Hier nun die wichtigsten Aussagen von Marzook, die man sich in den Redaktionsräumen des SPIEGELS bitte über jeden Schreibtisch hängen sollte!!!:

Abu Marzook*: Doch, denn unser Vorgehen beruht auf derselben Strategie, und der ordnen sich alle unter. Und diese Strategie ist, der Besatzung Palästinas Widerstand zu leisten. Ein Teil der Hamas verfolgt dieses Ziel auf politischer und einer auf militärischer Ebene.


Abu Marzook**: Davon ist in dem Papier keine Rede.

Abu Marzook: Die Hamas hat immer ganz klar gesagt: Wir werden die Besatzung niemals irgendwo hinnehmen, weil sie nicht rechtmäßig, nicht richtig und nicht gerecht ist.

Abu Marzook: Die Gewalt wird so oder so niemals enden. Wir stehen auf der schwächeren Seite und tun, was wir tun können. Die Palästinenser haben keine andere Wahl.

Abu Marzook: Nein, es gibt keine Spaltung, sondern nur verschiedene Herangehensweisen. Die Regierung, der militärische Flügel und das politische Büro, alle verfolgen dieselbe Strategie, nur arbeitet eben jeder entsprechend seiner Aufgaben.

Abu Marzook: Wir hatten nie vor, uns zu wandeln. Das palästinensische Volk lebt unter Besatzung, also sind wir weiterhin eine Widerstandsbewegung.

Abu Marzook: Doch, natürlich. Auf der anderen Seite sind wir aber keine Regierung wie die irgendeines anderen, unabhängigen Staates. Wir sind eine Regierung unter Besatzung. Und die Aufgabe einer solchen Regierung ist, Widerstand zu leisten, auf jede mögliche Art und Weise.

Abu Marzook: Nein. Ich denke, dass unsere Strategie erfolgversprechend ist und die Palästinenser schließlich auf den Weg bringen wird, ihren eigenen Staat aufbauen zu können



* Auf die Frage, ob der politische und militärische Bereich der Hamas nicht miteinander kooperieren.
** Zur Frage der impliziten, indirekten, schüchternen, irgendwie oder ansonsten Annerkennung Israels.

Juni 30, 2006

Guantanamo

Juni 28, 2006

Die Empörung war groß, als der Lager-Kommandant von Guantanamo nach dem Selbstmord dreier Häftlinge davon sprach, dass diese Taten möglicherweiße taktischer Natur waren. Liegt er damit wirklich so falsch?

Palästinenser bieten Frieden – Israel antwortet mit Krieg!!!

Juni 27, 2006

Es lohnt sich mal darauf zu achten, wie sich der SPIEGEL im Zusammenhang mit dem drohenden Einmarsch der israelischen Armee nach Gaza verhält.
Auslöser dieser aufgebauten Drohkulisse ist ja, wie man beim lesen der SPIEGEL Texte leicht vergessen kann, die Entführung eines israelischen Soldaten durch die regierende Hamas.
Wer jetzt aber die Homepage der Hamburger besucht, kann den Eindruck bekommen, dass auch die Palästinenser eine Invasion planen und zwar bewaffnet mit Friedensangeboten.

Eine ganze Reihe von Artikeln und Interviews bereiten den Weg für die Art Berichtererstattung vor, die der durchschnittliche SPIEGEL Leser (links“intellektuell“, antiamerikanisch und antiisraelisch) erwartet. Und die folgt einem einfachen Plot: Das angeblich so demokratische Israel ist gar nicht an Frieden interessiert!!! Nein, im Gegenteil reagiert es sogar mit Militärschlägen auf den Paradigmenwechsel der HAMAS.

Ganz im Sinne des Nachrichtenmagazins wird dann auf solche Störfeuermeldungen gerne verzichtet. Die Schlacht kann also beginnen, der SPIEGEL ist gerüstet, kennt den Feind und wartet nur auf den Befehl von Ismail Hanija um endlich loszuschlagen.


Zu diesem Thema sei auch dieser Artikel empfohlen! Er befasst sich mit der Tatsache, dass es den Palästinensern wichtiger ist Israel zu bekämpfen als selber einen lebensfähigen Staat zu gründe.

Deutsche wehrt euch – zahlt nicht ans ZDF!!!

Juni 27, 2006

Das ZDF darf ja neben der ARD und RTL die Spiele der WM übertragen und das machen es auch nicht schlechter als die beiden anderen. Weil aber der Durchblick doch darunter leidet, wenn man seine Programmkonzeptionen grundsätzlich mit einem zugehaltenen Auge durchführt, hat sich der Sender aus Mainz etwas besonderes ausgedacht. Das ZDF fühlt sich nämlich verpflichtet, primitiven, vulgären und ordinären Stammtischschwätzern ein Podium zu bieten und sie für ihren geballten Stuss dann auch noch mit dem Geld zu entlohnen, das die GEZ mit grenzwertigen Droh-Spots von den Fernseh- und Radiogeräte Besitzern einfordert.

Das ganze findet im Rahmen der kabarettistischen Sendung Nachgetreten statt, die im Anschluss an die 21.00 Uhr Partie ausgestrahlt wird und ein flammendes Plädoyer gegen die deutsche Humorkultur darstellt. Das Erfolgsrezept besteht aus einer großen Portion Schadenfreude, gewürzt mit etwas Sexismus und extra viel Altherrenwitz.

Präsentiert wird diese Sendung von Leuten wie Ingolf Lück, Oliver Welke und Guido Cantz und wenn bei einem Produzenten bei solchen Namen nicht sofort alle Niveausirenen Alarmschlagen, sollte dies als Kündigungsgrund ausreichen.

Die Idee hinter Nachgetreten ist recht simpel und kommt eigentlich im Titel der Sendung schon ganz gut zur Geltung. Nachtreten eben und dabei bitte nicht mit Unverschämtheiten, plumpen Beleidigungen und Schimpfworten sparen!!!

Und weil die drei eben genannten sowieso ihre ganze berufliche Existenz auf diesen Säulen aufbauen, kommen sie dieser Vorgabe mit Begeisterung nach.

So geben sich die Humoristen in ihren Kommentaren über die Nationalmannschaften der Teilnehmerstaaten wirklich Mühe, jedes negative Klischee zu nutzen. Das ist nicht einmal mehr abstoßend, sondern nur noch widerlich.

Es tut einem für Lück und Co fast Leid, das sie ein paar Jahrzehnte zu spät in die Blüte ihres humoristischen Schaffens eingetreten sind. Im Dritten Reich wären sie die absoluten Stars gewesen. Da hätten sie dann mit ihren Gästen in der Sendung Deportiert gesessen und sich gegenseitig ihre antisemitischen Klischees präsentieren. Der Humor wäre der selbe.

Da sie sich aber Aufgrund der Tragik der späten Geburt auf Witze über die Völker beschränken müssen, deren völlige Vernichtung nicht schon einmal ganz oben auf der deutschen Agenda stand, müssen sie leider auf gekrümmte Nasen, Geldgeilheit und Parasitentum als sichere Lacherfolge verzichten.

Doch dafür arbeiten sie sich dann umso zuverlässiger durch die politisch unverdächtigen Klischees hindurch. Wie man sich das vorzustellen hat, verdeutlicht das Beispiel Schweden. Als dieses Land in den Mittelpunkt der Aufmerksamkeit trat, bestanden minutenlang sowohl alle Haupt-, als auch Nebensätze ausschließlich aus folgenden Worten: IKEA, Knäckebrot, Elche.

In der aktuellen Sendung von heute kamen dann noch die Begriffe Spaghetti, Mafia und Pizza hinzu und ich verrate jetzt einfach mal nicht, welches Land damit wohl gemeint ist. Außerdem wendeten die anwesenden Zyniker ihre wunderbare Ironie auch gegen die an, die mit Wohnwagen und Holzschuhen über diese Erde wandeln.

Es ist ein Armutszeugnis, dass das ZDF eine solche Sendung finanziert, denn ein Humor, der gänzlich auf das abwerten des Spottobjekts aufgrund negativer Assoziationen abzielt, ist im Endeffekt nichts anderes als dummer Rassismus.

Hier noch eine Auflistung einiger regelmäßigen Gäste beziehungsweiße der Reservebank der Hölle:

Gabi Decker, eine Frau, die vorgibt weibliche Prototypen zu karikieren und dabei vergisst, dass es zwischen karikieren und verkörpern einen Unterschiede gibt.

Kim Fischer, weder witzig noch sonst wie komisch veranlagt, gehört sie zu dem Typ Mensch, für den Lachen in erster Linie Auslachen bedeutet.

Mike Krüger, widerlicher Klischeewärmer, immer wenn ein abgestandenes Vorurteil außer Mode zu kommen droht, setzt er sich für dessen erhalt ein. Ihm ist es zu verdanken, dass die Polen klauen Autos Witze immer noch so hoch im Kurs stehen.

Martin Schneider, hat seine Paraderolle gefunden und parodiert geistig behinderte Menschen. Köstlich!!!

Janine Kunze, scheint zu Wissen, dass sie so Schlagfertig wie eine zerbrochenen Teetasse ist und versucht diese Peinlichkeit mit besonders hysterischen Gekicher zu überdecken.

Juni 26, 2006

Der 11.September war nur die erste Lüge – wie der SPIEGEL die USA entlarvt!!!

Juni 25, 2006

Marc Pitzke, der auch schon mal für Leute Werbung macht, die wiederum auf antisemitische und antiisraelische Webseiten verlinken, berichtete nun über die Zerschlagung einer Terrororganisation in den USA. Mit welcher Intention er das tut, wird schon in der Überschrift deutlich: Die Möchtegern Osamas aus Miami. Klingt irgendwie nach die Möchtegern–Beatles für völlig talentfreie Nachwuchsbands oder die Möchtegern-Ronaldos für ebenfalls nicht besonders beeindruckende Fußballer. Also beinahe symphatisch und vor allen harmlos.

Der ganze Artikel bezieht stark Stellung und zwar gegen die Ankläger. Einer der Angeklagten habe als schrullig aber harmlos gegolten und lebte in einer fensterlosen Lagerhalle, die er mit Sperrmöbel dekoriert hatte. Bei Pitzke klingt das schon nach dem perfekten Alibi.
Den US-Justizminister beruhigte diese Information aber nicht und darum wurden der schrullige Lagerhallenbewohner, sowie sechs weitere Männer verhaftet. Wobei Pitzke nicht verschweigen kann, dass die Anklageschrift mit großem Trara verlesen wurde.
Direkt danach wurden fünf von ihnen sogar noch dem Haftrichter vorgeführt und als ob das nicht schon dreist genug wäre, klagt der Spiegel-Artikel noch richtigerweise an, dass sie dabei in Ketten gelegt wurden.

In Ketten? – ja spinnen die Amis eigentlich! Die Möchtegern-Ronaldos wollten doch nur Fußball spielen…ach so nee, hier ging es ja um die Möchtegern-Osamas und die wollten doch nur Menschen töten. Das diese ganze Affäre nicht der Rede Wert ist, macht schon das Studium der Anklageschrift deutlich.

Denn darin zeigen sich die Angeklagten eher als großmäulige Dilettanten und Amateure. Der renommierte US-Sicherheitsdienst Stratfor titulierte sie denn auch gleich als „Kramer-Dschihadisten“, in Anlehnung an den Tolpatsch Cosmo Kramer aus der US-Sitcom „Seinfeld“: „Sie trachten nach spektakulären, verheerenden Anschlägen“, erklärte Stratfor, „sind aber wegen handwerklicher Pannen (oder persönlicher Spleens) stümperhafte Idioten.“

Na, dann ist ja alles in Ordnung. Das stümperhafte Idioten trotzdem Anschläge durchführen können, scheint Pitzke dabei ebenso zu verdrängen, wie die Tatsache, dass er selber der beste Beweis dafür ist, dass man für den Beruf, den man sich ausgeguckt hat, nicht unbedingt Talent mitbringen muss, um es in ihm zu etwas zu bringen. Durchschnittlicher Schreiberling und durchschnittlicher Terrorist, beides möglich, wenn man nur will!

Auf welch tönernen Füßen die US-Anklage steht, wird spätestens dann deutlich, wenn Pitzke einen der Möchtegern–Osamas zu Wort kommen lässt: “Wir sind keine Terroristen!“
Man möchte beim lesen dieses Absatzes gerne mit einem Hammer auf seinen Schreibtisch schlagen und rufen: Unschuldig im Sinne des SPIEGELS!!!
Dieser entwaffnend ehrlichern Aussage eines potentiell verhinderten Massenmörders stellt Pitzkes dann die Version der Kläger entgegen.

Ziel der Gruppe sei es gewesen: „Individuen zu rekrutieren und auszubilden, um gegen die Vereinigten Staaten Krieg zu führen“, heißt es dort unter dem Aktenzeichen 06-20373.

Die letztgenannte Zahlenkombination stellt wahrscheinlich eine ABM Maßnahme für Verschwörungstheoretiker dar. Welche Wahrheiten verschleiert dieser Code? Mein Tipp, man nehme 6 addiere diese mit der 3 und schon ergibt das eine 9, wenn nun die drei anderen Zahlen ebenfalls miteinander addiert werden und vom Ergebnis 12 dann der Wert ein abgezogen wird, kommt folgendes heraus: 9/11!!!! Zufall???

Das einer der Angeklagten sich ab dem 16. Dezember vorigen Jahres regelmäßig mit einem Mann traf, den er für ein Al-Quaida Mitglied hielt (aber ein FBI Informant war), verschweigt Pitzke zwar nicht, doch bringt ihn diese Tatsache nicht zum Nachdenken darüber, ob die Verhafteten wirklich nur trottelige Idioten waren. Stattdessen merkt er kritisch an: Wie er den Mann überhaupt erst kennen lernte und die angebliche Qaida-Connection aufkam, erklärt die Anklage nicht.

Hmm, ja warum verrät der Geheimdienst nicht wie er seine Agenten in Terrornetzwerke einschleust? Würd mich auch mal interessieern und die Terroristen bestimmt auch.
Auch das der Angeklagte dem vermeintlichen Al-Quaida Mann anvertraute, dass er eine „islamische Armee“ aufstellen wolle und dafür Kampfstiefel, Uniformen, Maschinengewehre, Walkie-Talkies und Fahrzeuge benötige, ist nicht weiter beunruhigend. Typische Lagerhallen Spinnereien eben.

Im weiteren Verlauf der Vorbereitungen zur Sprengung der Sears-Tower kam dann der Wunsch auf, in einem Al-Quaida Trainingslager zu üben, um für den Bodenkrieg gerüstet zu sein. Das Ziel wurde folgendermaßen formuliert: etwas inszenieren, das „genauso gut ist wie der 9/11 oder besser“. Außerdem forderte die Gruppe nun auch noch Ferngläser, kugelsichere Westen und Schusswaffen an. Außerdem baten sie um 50.000 Dollar in Cash – sicher nur um damit die Lagerhalle zu renovieren.

Was am Ton dieses Artikels an meisten anwidert, ist diese ekelhafte Verharmlosung. Da spionieren motivierte Terroristen in Miamie mit Kameras ausgestattet potentielle Ziele aus und für Pitzke klingt das alles eher nach Klassenfahrt. Für ihn kurvte die Gruppe kreuz und quer durch die Stadt. Kann man denen wirklich böse sein? – die sind doch wie wir! Wenn sie zufällig in Pisa Terrorziele ausspioniert äh Sehenswürdigkeiten angesehen hätten, hätten sie sich gegenseitig dabei fotografiert, wie sie den schiefen Turm stabilisieren. Wirklich ganz harmlos!

Dann zieht Pitzkes noch eine zweite Quelle für seine Beweisführung gegen die USA aus dem Ärmel. Es handelt sich um die alternative Website blacknewsweekly.com und die formulierte ihre eigene Sicht auf die angebliche Terror-Verschwörung – mit einem Schimpfwort, das in den USA nur Schwarze selbst auf sich anwenden können: „Dumme Nigger in Miami.“

Für Pitzke genügt es offensichtlich, dass im Zusammenhang mit dieser kontextfreien Behauptung das Wort Nigger fällt, um sie als ernstzunehmend zu akzeptieren.
Nun ist es zwar mit alternativen Quellen so eine Sache für sich, doch wenn man bedenkt, dass Pizker zuvor einen Angeklagten mit der Beteuerung zu Wort kommen ließ “Wir sind kein Terrorist“ ist diese ominöse Internetseite schon beinahe als Quell reinster Seriosität anzusehen. Zum Ende des Artikels hin rückt Pitzke dann endlich mit der ganze Wahrheit raus:

Die Vorwürfe gegen Batiste & Co. kamen zum richtigen Zeitpunkt. Sie verdrängten das am selben Tag aufgeflogene Stöbern der CIA in weltweiten Swift-Bankdaten prompt aus den Schlagzeilen.

Mutig! Warum der SPIEGEL seine Leser überhaupt noch damit nervt, rund um die Wahrheit noch so etwas wie eine Rahmenhandlung zu konstruieren verstehe ich nicht. Das ist doch reine Zeitverschwendung, denn sowohl Leser als auch Schreiber wollen doch nur das hören, was jetzt folgt!

Es war, als dienten sich die auf allen Kanälen propagierten Festnahmen von Miami geradezu an, um die Amerikaner an die ewige Terror-Bedrohung zu erinnern und drakonische Maßnahmen wie die Swift-Aktion indirekt zu rechtfertigen. Kaum Zufall war es wohl auch, dass das FBI unabhängig davon am selben Tag eine lange Liste seiner Erfolge im Kampf gegen den Terror veröffentlichte. „Das stinkt nach Politik“, schimpfte der liberale Kommentator Bill Press. „Am selben Tag wie die Bank-Geschichte? Ich rieche einen Braten.“

Es ist interessant, dass der SPIEGEL bei Anschuldigungen gegen die US-Regierung auf zu große sprachliche Rücksicht verzichtet. Zwar darf jeder Terrorist mit einem „der angebliche“ rechnen, doch Richtern, Politikern und der Regierung der USA bleibt eine solche Schonung versagt.

Und weil Pitzke noch nie etwas von den Worten Befangen oder Familienbanden gehört haben will, darf dann noch einmal eine Schwester des angeblichen Batiste-Komplizen Stanley Grant Phanor einen Schreibfehler in der Anklage korrigieren: Er heiße bei Freunden nicht „Bruder Sunni“, […] sondern „Bruder Sunny“ – „wissen Sie, wie wenn die Sonne scheint“.

Also wir halten fest: Die USA missbrauchen naive Lagerhallenbesitzer für ihre finsteren Ziele und geben sich beim manipulieren so wenig Mühe, dass sie nicht einmal die Namen der „Terroristen“ richtig schreiben. Den 11.September haben sie besser vertuschen können! Danke Pitzke!!!

Ratespiel

Juni 24, 2006

Kann jemand etwas mit dem Namen Harry Giese anfangen? Er war unter anderem die deutsche Synchronstimme des Schauspielers Reinhold Schünzel, der aufgrund seiner jüdischen Abstammung vor den Nazis aus Deutschland fliehen musste. Außerdem bewarb Giesens Stimme 1960 im Trailer das Anti-Nazi Werk Sein oder nicht sein von Ernst Lubtisch. (18 Jahre nachdem dieser in den US-Kinos lief.)

Soweit so unspektakulär – wenn man aber weiß, dass Giese der Sprecher der NS Wochenschau war und auch für Propagandafilme wie Der Ewige Jude zur Verfügung stand, wird die Sache doch etwas makaber.

Wir werden Fußballweltherrscher!!!!

Juni 24, 2006

Heute spielte Deutschland gegen Schweden und ich war mit dabei und zwar vor einer Großleinwand. Die Fans waren allesamt in schwarz rot gold uniformiert und wer sich, wie ich, weigerte, sich diese Farben ins Gesicht schmieren zu lassen, wurde dann auch mal kritisch beäugt. Vor dem Anpfiff nervten irgendwelche regionalen Radiourgesteine und Stadionsprecher mit so abgestandenen Witzen, dass sogar das willige Volk manchmal nicht mehr lachen konnte.

Das vergewisserte sich seines neu gewonnenen Patriotismus dann mit dem Schlachtruf Steh auf, wenn du Deutscher bist. Und wenn hunderte Deutsche grölend ihr Deutschsein feiern, wirkt das nie nur fröhlich, sondern auch als Warnung an die Armeen Frankreichs und Polens, besser mal nen Blick auf die Grenze zu haben. Für alle Fälle. Soweit mein Kommentart zur Patriotismusdebatte.

Bei der Abspielung der schwedischen Nationalhymne pfiffen die Fans sympathischerweise (bei der Begegnung Argentinien – Mexiko klatschten im Kontrast dazu die Anhänger beider Mannschaften sowohl bei der eigenen Nationalhymne als auch bei der des Gegners) und als dann ein Ballack neben mir „Ja und zwar nach dem Finale!“ grölte, nachdem der Kommentator davon sprach, dass Thorsten Frings hoffentlich noch nicht so bald zum Friseur gehen würde, da der das erst nach dem WM-Ende für das deutsche Team machen wolle, war klar, dass schon ein bisschen Subtilität für manchen das bisschen Subtilität zuviel ist.

Weil die Schweden ziemlich schwach spielten, schoss Podolski innerhalb der ersten zwölf Minuten die beiden einzigen Tore und brachte Deutschland damit ins Viertelfinale.

Nach der ersten Halbzeit löste ich mich dann aus dem Kollektiv und hörte nur noch aus der Ferne die ersten Sätze des Pausenfüllers. Einem Kabarettisten aus Köln. Der fragte das Publikum woran man eigentlich einen Schweden erkennen würde, woran konnte ich schon nicht mehr verstehen, aber es wird wohl irgendetwas mit IKEA Regalen oder Elchen zu tun haben.

Das letzte was ich noch aus der Ferne hörte war die Aufforderung an die Fußballfans nun gemeinsam Ich bin der König der Welt zu rufen. Die anstrengende Stimme des Komikers aus Köln zählte herunter 3…2…1… dann antwortete das Kollektiv: Ich bin der König der Welt!

Wie gesagt Polen und Frankreich, seid wachsam!