Maxim Billers Esra
“Am Fall des Romans “Esra” von Maxim Biller, der nun vom Bundesgerichtshof verboten wurde, weil seine Ex-Freundin und ihre Mutter sich darin wiedererkannten und deshalb in ihren Persönlichkeitsrechten verletzt sahen, fällt zunächst einmal auf: Die Schriftsteller unserer Zeit haben Biller jene Solidarität, die Mann seinem längst vergessenen Kollegen gewährte, fast ausnahmslos verweigert. Ein Sturmlauf gegen das Verfahren fand nicht statt. Vielleicht werden sich jetzt, nachdem das Kind im Brunnen ist – wie seinerzeit nach der Rechtschreibreform – noch kritische Stimmen erheben. Doch die kommen spät, sehr spät.” (via)
Es ist wirklich erstaunlich, mit welcher Ruhe die Schriftsteller in Deutschland dabei zusehen, wie ihnen ihr Handwerkszeug verloren geht. Vielleicht hätte man vor Gericht auch überlegen sollen, all die tollen Stipendien und Fördergelder zu streichen, die es im Literaturbetrieb gibt, dann wäre bestimmt was los gewesen. Aber so…